Der Bahnhof Neubrandenburg ist ein Durchgangsbahnhof in der Stadt Neubrandenburg und Eisenbahnknoten im Osten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Er liegt unmittelbar nördlich der Neubrandenburger Altstadt und bindet an die Bahnstrecken Bützow–Szczecin und Berlin–Stralsund an. Von Neubrandenburg zweigt zudem die Bahnstrecke nach Friedland ab, auf welcher allerdings kein Personenverkehr mehr stattfindet. Früher führte zudem die Bahnstrecke Parchim–Neubrandenburg in den Bahnhof, welche nun allerdings zwischen Möllenhagen und Neubrandenburg abgebaut ist.
Bahnanlagen Die Gleise durchlaufen den Bahnhof in Ost-West-Richtung. Der ehemalige Hausbahnsteig wird nicht mehr genutzt, die zwei Inselbahnsteige sind von diesem aus durch einen Personentunnel zu erreichen. Am nördlichen Ende verläuft ein sechstes, bahnsteigloses, Gleis. Die Bahnsteige sind ebenfalls vom Busbahnhof der Stadt über eine Fußgängerbrücke zu erreichen.
Westlich des Bahnhofsgebäudes befand sich früher der so genannte Südbahnhof, ein mittlerweile abgebauter Kopfbahnsteig mit zwei zusätzlichen Gleisen.
mini|links|Bahnbetriebswerk Neubrandenburg, Lokschuppen und Wasserturm Ehemaliges Bahnbetriebswerk Nördlich des Bahnhofs stehen zwei Ringlokschuppen, welche allerdings nicht mehr mit dem sonstigen Gleisnetz verbunden sind.
Der Bahnhof mit Empfangsgebäude und Lokschuppen steht unter Denkmalschutz.
Geschichte Neubrandenburg erhielt mit dem am 11. November 1864 eröffneten Streckenabschnitt Güstrow–Neubrandenburg den ersten Anschluss an das mecklenburgische Schienennetz. Die Strecke wurde 1866/67 weiter über Neubrandenburg hinaus nach Pommern verlängert. Am 10. Juli 1877 eröffnete die Berliner Nordbahn ihren ersten Abschnitt bis Neubrandenburg, ehe diese innerhalb eines halben Jahres zunächst bis Demmin, schließlich bis Stralsund erweitert wurde. Die Bahnstrecke Neubrandenburg–Friedland wurde am 5. November 1884 eröffnet, die Streckenverlängerung der Mecklenburgischen Südbahn nach Neubrandenburg am 20. Januar 1885. mini|Bahnhof Neubrandenburg am 2. Januar 1979 während eines heftigen Wintereinbruchs Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1945 die Gleise der Südbahn zwischen Kargow und Neubrandenburg als Reparationsleistung abgebaut. Der Personenverkehr nach Friedland endete 1994. Infolgedessen wurde der von beiden Bahnen genutzte Bahnsteig stillgelegt und mittlerweile entfernt. Neubrandenburg war neben Cottbus und Frankfurt (Oder) eine der wenigen Bezirksstädte der DDR, die nicht vom Städteexpress der Deutschen Reichsbahn angefahren wurden.
Von August 2016 bis November 2018 fanden umfassende Bauarbeiten statt. So wurden die Mittelbahnsteige neu errichtet, ein neuer Eingang aus Nordrichtung in den Personentunnel gebaut sowie durch Fahrstühle die Barrierefreiheit hergestellt. Da DB Fernverkehr bei DB Netze für Neubrandenburg keinen Fernverkehr mehr bestellt hat, haben die neuen Bahnsteige jedoch nur noch eine regionalzuggeeignete Länge von 140 Metern. Im Januar 2024 kündigte Verkehrsminister Reinhard Meyer allerdings an, die Voraussetzungen für den Fernverkehr wieder schaffen zu wollen und zwei Bahnsteige auf 210 Meter ausbauen zu lassen. Ein Baubeginn dafür sei frühestens 2027 realistisch.
Am 12. Juli 2024 wurde anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter am Bahnhof ein zweisprachiges Ortsschild mit der niederdeutschen Schreibweise Niegenbramborg eingeweiht.
Verkehrsanbindung Eine Anbindung an den Fernverkehr besteht nicht. Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von den folgenden Regionalexpress-Linien bedient:
Linie Linienverlauf Takt (min) EVU RE 4 Bützow – Güstrow – Neubrandenburg – Pasewalk – Szczecin Główny 60 DB Regio Nordost Ueckermünde Stadthafen RE 5 Berlin – Oranienburg – Neustrelitz – Neubrandenburg – Altentreptow – Stralsund 120 RE 51 Neustrelitz – Neubrandenburg – Demmin – Grimmen – Stralsund 120Stand: 14. Dezember 2025
Busverkehr In direkter Nachbarschaft des Bahnhofs befindet sich der zentrale Omnibusbahnhof, von dem auch der Regiobus MV der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern verkehrt. Folgende Verbindungen starten ab Neubrandenburg, betrieben von der Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft: Linie 012: Neubrandenburg ↔ Penzlin ↔ Waren ↔ Klink ↔ Röbel Linie 500: Neubrandenburg ↔ Warlin ↔ Sadelkow ↔ Friedland
Literatur Werner Lexow, Erich Preuß: Neubrandenburg. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 6. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1997, (1 Bl., 6 S.).
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Einzelnachweise
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