mini|hochkant|Wappen der Grafen von Schwerin, Kreishaus Greifswald Graf Bernhard Wilhelm Helmut Karl von Schwerin (* 21. Juli 1831 in Busow; † 18. Februar 1906 in Ducherow) war ein preußischer Großgrundbesitzer und Mitglied des Preußischen Herrenhauses.
Herkunft Bernhard von Schwerin entstammte dem Hause (a. d. H.) Busow der Stammlinie Spantekow (seit 1250 im Besitz der Familie) dieses – ursprünglich aus Mecklenburg kommenden – nun vor allem in Vorpommern ansässigen uradeligen Geschlechts.Mecklenburgisches Urkundenbuch 1. Staatsarchiv Schwerin, S. 121, Nr. 125. Sein Vater war der Generallandschaftsrat und Herr auf Ducherow, Mollwitz und Busow, Kreis Anklam, Karl Christoph Adolf Georg von Schwerin (1780–1853); seine Mutter war die zweite Ehefrau seines Vaters, Elisabeth von Maltzahn (1797–1874).Walter von Hueck. et al.: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1970. Band VI, Band 47 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1970, , S. 348.
Leben Bernhard von Schwerin war der vierte Sohn seines Vaters und wurde am 21. Juli 1831 auf dem väterlichen Gut in Busow geboren. Er war Rechtsritter des Johanniter-Ordens sowie Kirchenpatron der Gemeinden Ducherow und Busow.F. Sendke: Verzeichniss der evangelischen Pfarrstellen, Kirchen und Kapellen, der Kirchenpatrone dowie der im Amt befindlichen evangelischen Geistlichen der Provinz Pommern. 1. Ausgabe, RG Stettin-Synode Anklam, F. Hessenland-Selbstverlag, Stettin Januar 1900, S. 18. Schon in jungen Jahren (1853) erbte erL. Gollmert, Wilhelm Graf von Schwerin, Leonhard Graf von Schwerin (Hrsg.): Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin. Teil 1, Wilhelm Gronau, Berlin 1878, S. 25. die väterlichen Güter Ducherow,Pommersches Güter-Adreßbuch. 1882. Verzeichniss sämmtlicher Güter mit Angabe der Guts-Eigenschaft, der Gesammtfläche und des Flächeninhalts. Hrsg. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 1. Auflage, Verlag von Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1882, u. S. 2–3. Mollwitz und Busow, die er bis zu seinem Tode bewirtschaftete.Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1970. Band VI, Band 47 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1970, , S. 359. In der Pommerschen Zuckerfabrik Anklam in Anklam saß Graf Schwerin im Aufsichtsrat. Jahrbuch der Berliner Börse 1900/1901. Ein Nachschlagebuch für Bankiers und Kapitalisten. 22. Auflage, Gründung: J. Neumann, Verlag für Börsen- und Finanzliteratur A.-G., Leipzig 1899, S. 1090–1091. Daneben interessierte er sich auch für politische Fragen, die er in seinen letzten Lebensjahren von 1904 bis 1906 auch aktiv mitgestalten konnte. Er wurde 1904 als Vertreter seiner Familie in das Preußische Herrenhaus entsandt, wo die Familie seit dem 12. Oktober 1855 das Präsentationsrecht zum Preußischen Herrenhaus besaß.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon, Band XIII, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 1970, S. 253–254.
Bernhard von Schwerin war seit dem 23. Januar 1861 mit Wally von Katte (1842–1931) verheiratet, zweite Tochter des Rudolf von Katte und der Valerie Leopoldine geb. Gräfin von der Schulenburg-Bodendorf. Der Ehe entsprossen zwei Söhne, von denen der ältere, Ulrich, die väterlichen Güter erbte, während der jüngere, Friedrich, zunächst in den preußischen Hofdienst trat, dort Kammerherr und Hofmarschall wurde, späterIlka Zander, Andre Kobsch, Jörg Matuschat: »Gutshäuser und Schlösser in Vorpommern«, Band 2-Bildband, 2. Auflage, Selbstverlag, Stralsund 2025/2026. ISBN 978-3-9825634-0-4. ISBN 978-3-9825862-9-8. ebenfalls Gutsbesitzer war.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1970. Band VI, Band 47 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1970, , S. 359 und 361. Bernhard von Schwerin starb am 18. Februar 1906 auf seinem Gut Ducherow.
Als Johanniter war er Mitglied der Pommerschen Genossenschaft dieser Kongregation.C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 21, Nr. 15, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 14. April 1880, S. 86. Graf Bernhard von Schwerin war Mitglied im Vorstand des Familienverbandes.Moritz Maria Edler von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1878. Jahrgang 3, Verlag von Buschak & Irrgang, Brünn/Wien November 1877, S. 821–822. Zudem war Graf Schwerin-Ducherow MitgliedDerselbe: Fritz Graf von Schwerin: Mitteilungen der deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Nr. 15. Mit: Geschäftsbericht. Verlag L. Beissner, Bonn-Poppelsdorf 1906, S. 5. in der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG), unter dem präsidialen Vorsitz seines Vetters Fritz Graf von Schwerin-Wendisch Wilmersdorf.
Die 1897 geborene Enkeltochter Malti heiratete in Ducherow Friedrich Wilhelm Kritzinger. Seine Witwe Wally fand 1912 ErwähnungRudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen. 1912. Verlag W. Herlet, Berlin 1912, S. 861. im Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Preußischen Herrenhauses
Literatur L. Gollmert, Leonhard Graf von Schwerin (Hrsg.): Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin. Wilhelm Gronau, Berlin 1878, S. 238. Nr. 43. E. David (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1911, S. 228. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel/DAG. Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha November 1937, S. 517–518. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel/DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 511. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1970. Band VI, Band 47 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1970, , S. 359 und 361. Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge, Band XX: Brandenburg und Preußen. V. Klostermann, Frankfurt am Main 2002, S. 37.
Weblinks Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Ducherow Schloss Ducherow: Schloss Ducherow
Einzelnachweise
Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Bernhard Kategorie:Person (Vorpommern) Bernhard Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1831 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann