Dimefuron ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenylharnstoffe, die als Herbizid verwendet wird.
Synthese Dimefuron wird ausgehend von 3-Chlor-4-nitroanilin durch Reaktionen mit Phosgen, Dimethylamin und Natriumnitrit hergestellt.
links|600px|Darstellung von Dimefuron
Verwendung Dimefuron wird überwiegend durch die Wurzeln aufgenommen und zählt zu den selektiven Bodenherbiziden. Es hemmt den Elektronentransport im Photosystem II der Photosynthese, was die Hill-Reaktion unterbricht.
Die Selektivität der Harnstoff-Derivate beruht auf ihrer Verteilung im Boden. Sie sind wenig wasserlöslich und werden vom Boden stark adsorbiert, was sie im obersten Bodenhorizont festhält. Unkräuter mit ihren flachen, nur in die obere Bodenschicht reichenden Wurzeln nehmen toxische Mengen auf und sterben ab. Die tiefer wurzelnden Nutzpflanzen dagegen nehmen nur unschädliche Mengen auf. Bei Starkniederschlägen kann das Herbizid jedoch trotzdem in tiefere Bodenschichten verlagert werden. Nur wenige Pflanzenarten wie Baumwolle metabolisieren Harnstoff-Derivate schnell und hängen nicht von dem physikalischen Selektivitätsmechanismus ab.
Dimefuron wird – häufig in Kombination mit Carbetamid – im Baumwoll-, Erdnuss-, Raps-, Luzerne- und Weizenanbau verwendet.
Zulassung Dimefuron ist 2002 nicht in die Liste der in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe aufgenommen worden. zur Verlängerung der Frist gemäß Artikel 8 Absatz 2 der Richtlinie 91/414/EWG des Rates und über die Nichtaufnahme bestimmter Wirkstoffe in Anhang I dieser Richtlinie sowie den Widerruf der Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist kein Präparat mit diesem Wirkstoff zugelassen.
Einzelnachweise
Kategorie:Herbizid Kategorie:Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff) Kategorie:Chloranilid Kategorie:Phenylharnstoff Kategorie:Azolin Kategorie:Lacton Kategorie:Phenylcarbamat Kategorie:N,N-Dialkylamid