Die Rallye-Weltmeisterschaft 2013 war die 41. FIA-Rallye-Weltmeisterschaft. Sie wurde am 20. Januar in Monte Carlo gestartet und dauerte bis zum 17. November in Großbritannien. Es wurden 13 Wertungsläufe ausgetragen. Volkswagen Motorsport griff mit dem Volkswagen Polo R WRC in die Rallye-Geschichte ein und gewann bereits den zweiten WM-Lauf in Schweden. Der amtierende neunfache Weltmeister Sébastien Loeb fuhr für Citroën nur noch vier ausgewählte Weltmeisterschaftsläufe (Monte Carlo, Schweden, Argentinien und Frankreich).

Reglement

Fahrzeuge

Die World Rallye Cars sind Rennwagen, die stark an die Straßenautos angelehnt sind. Von den Straßenversionen dieser Autos müssen auf dem Weltmarkt mindestens 25.000 Stück verkauft worden sein, damit sie in der Rallye-Weltmeisterschaft eingesetzt werden dürfen. Die Autos sind mit 1,6 Liter-Turbomotoren bestückt die rund 300 PS leisten. Zusätzlich wird ein Überrollkäfig in das Rallye-Auto eingebaut, welcher Fahrer und Beifahrer bei Unfällen schützt. Die Rallye-Autos sind mit weiteren Extras ausgerüstet wie Unterbodenschutz, Renngetriebe, Aerodynamikkomponenten, Sicherheitssitzen und Gurten, Kohlefaserbremsen und speziellen Reifen für Schotter, Asphalt und Spikes für Eis und Schnee. Wie die Straßenautos müssen auch die Rallye-Fahrzeuge einen Katalysator haben. Es dürfen keine Fahrhilfen eingebaut werden wie ABS, ASR und ESP. Ein World Rallye Car muss mindestens 1200 kg wiegen, inklusive Reserverad, exklusive Fahrer und Beifahrer (mit 1350 kg).motorsport-total.com – Internetseite: wrc.com – Internetseite:

Ablauf

mini|Die Fahrer- und Teampräsentation in Köln zur Rallye Deutschland

Die Rallye-Woche beginnt in der Regel am Dienstag und Mittwoch. An diesen zwei Tagen können Fahrer und Beifahrer die Wertungsprüfungen besichtigen und den Aufschrieb erstellen. Am Mittwoch findet die technische Abnahme der Fahrzeuge durch die FIA statt. Am Donnerstag findet ein „Shakedown“ statt. Die Fahrer, Beifahrer und Fahrzeuge werden in einer Veranstaltung den Zuschauern präsentiert und die ersten Kilometer werden gefahren. Am Freitag, Samstag und Sonntag werden zwischen 15 und 25 Wertungsprüfungen absolviert. Es wird nach festgelegten Zeitintervallen in die Wertungsprüfungen gestartet. Die Autos fahren nicht gegeneinander auf der Straße, sondern gegen die Zeit. Der Fahrer mit der schnellsten Durchschnittszeit aller Wertungsprüfungen hat die Rallye gewonnen. Eine Rallye muss an einem Samstag oder Sonntag zu Ende gehen und kann auch nur 2 oder 3 Tage lang dauern.

Punktesystem / Power-Stage

Das Punktesystem für die ersten 10 Fahrer ist 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Die Punktevergabe für die drei schnellsten Crews der Power-Stage lautet 3-2-1 Bonuspunkte. Die Power-Stage ist meist eine kürzere, möglichst publikumsfreundlich ausgetragene, in der Regel als Anfang oder zum Abschluss der Rallye stattfindende, einmal ausgeführte Wertungsprüfung.

Rallye-2-Reglement

Fahrzeuge, die an einem Tag der Rallye wegen technischem Defekt oder Unfall ausscheiden, aber repariert werden können, dürfen am nächsten Tag mit einer Zeitstrafe von fünf Minuten für jede verpasste Wertungsprüfung wieder starten. Sie sind weiterhin berechtigt, Weltmeisterschaftspunkte herauszufahren.

Testfahrten

Die WRC-Teams müssen der FIA eine eigene Teststrecke benennen, auf der sie uneingeschränkt testen dürfen. Testfahrten außerhalb dieser benannten Strecke sind nur in Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien erlaubt. In anderen Ländern sind Testfahrten verboten, ebenso auf Wertungsprüfungen von Rallye-Weltmeisterschaftsläufen. Für Testfahrten außerhalb der eigenen Teststrecke dürfen maximal zehn Tests an 42 Tagen pro Kalenderjahr absolviert werden.

Teams und Fahrer Team Hersteller Auto Start Nr. Fahrer Beifahrer Rallyes Citroën Total Abu Dhabi World Rally Team Citroën Citroën DS3 WRC 1 Sébastien Loeb Daniel Elena 1–2, 5, 11 2 Mikko Hirvonen Jarmo Lehtinen Alle 3 Daniel Sordo Carlos del Barrio 3–4, 6–9, 12–13 Kris Meeke Chris Patterson 10 Abu Dhabi Citroën Total World Rally Team 10 Daniel Sordo Carlos del Barrio 1, 5, 11 Khalid Al-Qassimi Scott Martin 2, 4, 6–7, 9–10, 12 Chris Atkinson Stéphane Prévot 3 Kris Meeke Chris Patterson 8 Robert Kubica Michele Ferrara 13 14 Daniel Sordo Carlos del Barrio 2 Citroën Racing 14 Benito Guerra Borja Rozada 2–3 22 Bryan Bouffier Xavier Panseri 1 122 Tomáš Kostka Miroslav Houšť 11 Qatar M-Sport World Rally Team Ford Ford Fiesta RS WRC 4 Mads Østberg Jonas Andersson Alle 5 Jewgeni Nowikow Ilka Minor Alle 22 Hayden Paddon John Kennard 12 Michał Sołowow Chris Patterson 13 Qatar World Rally Team 6 Juho Hänninen Tomi Tuominen 1 Matthew Wilson Giovanni Bernacchini 2 Nasser Al-Attiyah 3–4, 6, 9, 12–13 Elfyn Evans 7 11 Thierry Neuville Nicolas Gilsoul Alle 15 Juho Hänninen Tomi Tuominen 2 Dennis Kuipers Robin Buysmans 4 24 Gabriel Pozzo Daniel Stillo 5–6 Lotos Team WRC 12 Michał Kościuszko Maciek Szczepaniak 7, 9 M-Sport 16 Henning Solberg Stéphane Prévot 2 22 Romain Dumas Denis Giraudet 11 24 Juho Hänninen Tomi Tuominen 8 Jipocar Czech National Team 21 Martin Prokop Michal Ernst 1–9, 11–13 Team Tatab Hyrliftar 22 Pontus Tidemand Ola Fløene 2 27 Hasse Gustafsson Mikael Johansson 2 AT Rally Team 22 Emil Axelsson 7–9 28 Oleksij Tamrasow Pavlo Cherepin 2 Stohl Racing 23 Daniel Oliveira Carlos Magalhães 5, 7 Seashore Qatar Rally Team 23 Abdulaziz Al-Kuwari Killian Duffy 12 Autotek Motorsport 25 Jari Ketomaa Kaj Lindström 2 Hoonigan Racing Division 43 Ken Block Alex Gelsomino 3 Team Emap Yacco 120 Julien Maurin Nicolas Klinger 1, 11 BDS Racing 121 Lionel Baud Alex Chioso 11 Volkswagen Motorsport Volkswagen Volkswagen Polo R WRC 7 Jari-Matti Latvala Miikka Anttila Alle 8 Sébastien Ogier Julien Ingrassia Alle Volkswagen Motorsport II 9 Andreas Mikkelsen Mikko Markkula 4–9, 12–13 Paul Nagle 10–11 Lotos Team WRC Mini Mini John Cooper Works WRC 12 Michał Kościuszko Maciek Szczepaniak 1–6 Prodrive WRC Team 22 Jarkko Nikara Jarkko Kalliolepo 2, 8 Motorsport Italia 22 Nathan Quinn Glenn MacNeall 10 ST Motors Oy 25 Riku Tahko Markus Soininen 8

Verlauf der Saison 81. Rallye Monte Carlo

Der Saisonauftakt war für die Fahrer und deren Teams wegen teils starken Schneefällen und vereisten Fahrbahnen äußert schwierig. Zwei Sonderprüfungen mussten wegen schlechten Wetter und zu vielen Zuschauern abgesagt werden. Der neunfache Weltmeister Sébastien Loeb absolvierte die 16 Sonderprüfungen mit dem Citroën DS3 am schnellsten. Sébastien Ogier fuhr beim VW-Debüt in der Rallye-WM auf den zweiten Platz. Ogier gewann mit dem Polo R WRC die erste Etappe. Weniger Glück hatte Teamkollege Jari-Matti Latvala, er rutschte auf der 4. Etappe von der Straße und schied aus. Dani Sordo schaffte mit einer soliden Leistung und wegen eines Unfalls des vor ihm liegenden Jewgeni Nowikow den dritten Platz.motorsport-magazin.com – Internetseite:

61. Rallye Schweden

Sébastien Ogier sicherte sich und dem Volkswagen-Team den ersten Sieg und gewann in Schweden mit 40 Sekunden Vorsprung auf Sébastien Loeb. Ogier übernahm die Führung der Rallye bereits am ersten Tag. Zwar kam Loeb nochmals bis auf rund 10 Sekunden an Ogier heran, machte dann aber einen seiner wenigen Fehler und fuhr gegen einen Schneehaufen. Loeb und Citroën entschieden sich, den Angriff auf Ogier abzubrechen und Platz 2 zu sichern. Jari-Matti Latvala gewann die beiden Power-Stages und bekam somit zusätzlich drei WM-Punkte zum vierten Platz. Er übernahm die Führung in der Weltmeisterschaft. Mads Østberg kommt als Dritter auf das Podium. Mikko Hirvonen verlor 20 Minuten bei einem Unfall am ersten Tag und wurde schließlich am Ende Siebzehnter. Jewgeni Nowikow hatte am letzten Tag technische Probleme und fiel vom fünften auf den neunten Gesamtrang zurück.

27. Rallye Mexiko Die ersten Etappen der Rallye Mexiko 2013 wurden von einem Dreikampf zwischen Thierry Neuville, Sébastien Ogier und Mads Østberg geprägt. Mads Østberg fiel, wegen technischer Probleme, am ersten Tag aus. Am nächsten Tag konnte er dank der Rallye-2-Regelung, mit einer Fünfminutenstrafe, wieder in die Rallye starten und wurde in der Endwertung Elfter, gewann aber noch zwei WM-Punkte wegen eines Sieges bei der Power-Stage. Ogier fuhr der Konkurrenz davon und gewann die Rallye Mexiko vor Hirvonen und Neuville. Dani Sordo belegte am Steuer des Citroën DS3, aus dem Werksteam in der Abwesenheit von Loeb, den vierten Platz. Nasser Al-Attiyah, Chris Atkinson und Ken Block kamen mit dem fünften, sechsten und siebten Platz zurück in die Rallye-WM nach einer Pause.

47. Rallye Portugal

mini|Jewgeni Nowikow / Ilka Minor im Ford Fiesta RS WRC bei der Rallye Portugal Sébastien Ogier gewann seine dritte Rallye in der Saison 2013. Zu Beginn konnte Mads Østberg mit dem Ford Fiesta RS WRC noch mithalten. Wegen eines falschen Aufschriebs geriet er aber von der Straße und belegte im Schlussklassement den achten Rang. Dani Sordo übernahm Platz zwei, fiel aber in der sechsten Wertungsprüfung wegen technischer Probleme aus. Die Volkswagenfahrer Ogier und Latvala übernahmen am letzten Tag die Plätze eins und zwei. Ogier bekam technische Probleme und verlor in einer Etappe 30 Sekunden und auch Latvalas Auto funktionierte zum Schluss der Rallye nicht mehr richtig. Mikko Hirvonen übernahm Platz zwei. Die Volkswagen hielten durch, Ogier gewann und Latvala wurde Dritter, dahinter belegte Jewgeni Nowikow Platz vier.

33. Rallye Argentinien

Nachdem Sébastien Loeb die Rallye Mexiko und Portugal ausgelassen hatte, fuhr er in Argentinien zum Sieg. Nach einem Fahrfehler von Ogier ging Loeb in Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Um den dritten Platz fuhren Latvala, Hirvonen und Nowikow. Nachdem Hirvonen Elektrikprobleme bekommen hatte, fuhr Latvala einige schnelle Wertungsprüfungen und wurde Dritter. Jewgeni Nowikow fuhr, wie schon in Portugal, auf Rang vier und Thierry Neuville wurde Fünfter vor Hirvonen.

59. Akropolis Rallye (Griechenland)

Jari-Matti Latvala gewann seine erste Rallye für Volkswagen in Griechenland. Die Eröffnungsetappe ging über 47 Kilometer und erwies sich als schwierig. Mads Østberg musste nach nur rund 500 Metern bereits ein Rad wechseln, er hatte ein Betonteil auf der Straße getroffen, dies hatte einen Felgenbruch zur Folge. Ogier hatte Probleme mit der Benzinpumpe und fiel zurück. Nach dem ersten Tag führte Jewgeni Nowikow das Gesamtklassement an. Am zweiten Tag hatte Nowikow einen Reifenschaden und fiel zurück. Latvala übernahm die Führung und gab sie nicht mehr ab. Er gewann vor Dani Sordo und Thierry Neuville, welche in der laufenden Saison, zum zweiten Mal auf dem Podest standen. In der Weltmeisterschaft führte, zu diesem Zeitpunkt, Sébastien Ogier vor seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala.

10. Sardinien Rallye (Italien)

Nach drei Etappen führte Sébastien Ogier vor Mikko Hirvonen und Mats Østberg mit über 20 Sekunden. Nach rund acht Kilometern hatte Jari-Matti Latvala einen Reifenschaden und verlor viel Zeit. Jewgeni Nowikow beschädigte beim Ford Fiesta zuerst das Heck und in der zweiten Wertungsprüfung schied er nach einem Überschlag endgültig aus. Am zweiten Tag kämpften Mikko Hirvonen, Mads Østberg und Thierry Neuville um die Podestplätze. Østberg drehte sich und Hirvonen hatte Reifenprobleme, während Thierry Neuville immer näher an Hirvonen herankam. Nach einem Fahrfehler landete Hirvonen im Straßengraben, was Neuville auf den zweiten Platz spülte. Trotz Reifenschaden fuhr Jari-Matti Latvala auf den dritten Platz. Auch bei den beiden Power-Stages hieß die Reihenfolge Ogier vor Neuville und Latvala.

63. Rallye Finnland