mini|Eingang zum Kulturpfad "Steine ohne Grenzen" Hobrechtsfelde mini|Ansicht von der Skulpturenlinie Hobrechtsfelde Steine ohne Grenzen – für Frieden und Menschlichkeit – ist ein internationales Bildhauersymposion, das das erste Mal im Sommer 2001 in Gedenken an Otto Freundlich in Berlin-Buch stattfand. Freundlich, deutscher Maler und Bildhauer sowie Autor kunsttheoretisch-philosophischer Schriften, war einer der ersten Vertreter der abstrakten Kunst. Er starb 1943 im deutschen Konzentrationslager Sobibor. Von Freundlich stammt die Idee einer völkerverbindenden „Straße der Skulpturen Paris-Moskau“: une voie de la fraternité humaine, une voie de la solidarité humaine en souvenir de la libération – „Weg der menschlichen Brüderlichkeit, Weg der menschlichen Solidarität in Erinnerung an die Befreiung“. Die meist auf Symposien entstandenen Werke werden in der Landschaft sowie im urbanen Raum bzw. Wohn- und Arbeitsbereichen aufgestellt, so dass inzwischen eine Reihe von Einzelstandorten und Skulpturenwegen in Berlin und um Berlin herum in Brandenburg entstanden sind, u. a. in den Rieselfeldern von Hobrechtsfelde, in Teltow, in Berlin-Buch Hobrechtsfelde zum Barnim, Berlin-Buch Ortsmitte, Panketal, Berlin-Mitte, in Brück am Rathaus und Belzig (Skulpturenpark am Kreiskrankenhaus) sowie in Bernau im Stadtpark. Insgesamt sind bislang 120 Skulpturen aus Stein und Holz entstanden, einige davon temporär angelegt, gestaltet von über 100 Künstlern aus 30 Nationen.Bildhauersymposion Steine ohne Grenzen – Konzept
Begründer und Initiatoren des internationalen Bildhauersymposions Steine ohne Grenzen für Frieden und Menschlichkeit sind die Berliner Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Christine Fohrer,Homepage Silvia Christine Fohrer sie haben die Symposien auch organisiert und durchführt.
Seit 24. Januar 2012 ist Steine ohne Grenzen offizielles Mitglied der Europäischen Straße des Friedens,Schreiben der Europäischen Skulpturenstraße des Friedens / Otto-Freundlich-Gesellschaft e.V., St. Wendel, an Steine ohne Grenzen vom 7. September 2012, in dem die Mitgliedschaft bestätigt wird. die dem von den Nationalsozialisten ermordeten deutsch-jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich gewidmet ist.
Am 3. April 2017 gründete sich der Verein Steine ohne Grenzen e.V.; Für seinen Beitrag zu einer quer durch Europa verlaufenden Skulpturenstraße als Zeichen gegen Krieg und für Völkerverständigung sowie für seine damit verbundenen Aktionen wurde der Verein im Mai 2018 anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 vom Land Berlin und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland mit dem Europapreis "Blauer Bär" ausgezeichnet.Berliner Europapreis Blauer Bär (berlin.de)
Konzept Das Symposium schafft ein Forum für internationale Begegnungen zwischen Künstlern mit Schwerpunkt Skulptur und Dialog im öffentlichen Raum. Steine ohne Grenzen richtet sich dabei gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit und für Frieden und Menschlichkeit. Besucher können während des Symposions den Künstlern bei der Arbeit zuschauen, Begegnung im politischen sowie kulturellen Kontext ist den teilnehmenden Künstlern wichtig. Begleitende Veranstaltungen und öffentliche Diskussionen thematisieren „Völkerverständigung sowie die Stärkung der Gemeinschaft für Frieden und Demokratie“.
Jugendskulptur 2021 Veranstaltungsort: Kulturzentrum Bad Belzig Im September 2021 wurde unter dem Motto „Bad Belzig - ein Ort von Steine ohne Grenzen - Straße des Friedens“ zusammen mit den Schulen Krause-Tschetschog-Oberschule sowie Fläming-Gymnasium, Bad Belzig, und unterstützt durch die Firma REXGRANIT, Brück/Linthe, ein Projekt Jugendskulptur 2021 durchgeführt. Im Rahmen des Unterrichts wurde das Projekt thematisch vorbereitet, umgesetzt wurde es über zwei Wochen hinweg von den Schülern unter Anleitung der Bildhauer Silvia Fohrer und Rudolf Kaltenbach. Vier Steine wurden neben dem Kulturzentrum der Stadt Bad Belzig (einstmals die Geschwister-Scholl-Schule) aufgestellt und dort vor Ort bearbeitet. Die Sandsteine wurden mit selbst gewählten Motiven gestaltet; außerdem gab es eine Steinstaubaktion auf dem Gelände des KZ-Außenlagers Roederhof sowie auf dem Weg dorthin. In zwei der Steine arbeiteten die Schüler vier Rosen der Auferstehung – Résurrection ein. Auf diese Weise entstand eine gedankliche Verbindung zur Gedenkstätte für das KZ Roederhof, Bad Belzig, ein Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück: dort und in allen Außenlagern des KZ erinnern seit 2015 jedes Jahr blühende „Rosen der Auferstehung“ an die Menschen, die im Lager starben, und an all diejenigen, die das Martyrium überlebten. Bereits im Lager selbst nutzten Häftlinge die Rose als Zeichen der Freundschaft und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Noch vor Gründung der Gedenkstätte Ravensbrück bepflanzten Überlebende aus Lidice das Massengrab an der Lagermauer mit Rosen. Rosen wurden so zu einem verbindenden Symbol der Trauer und des Gedenkens.Die Rosen von Ravensbrück. Ein Beitrag zur Geschichte des Gedenkens. Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück, Stiftung Brandenburgische GedenkstättenBärbel Kraemer: Bad Belzig wird “Ort von Steine ohne Grenzen – Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa”. Fläming 365 - Die Bürgerzeitung, 28. Oktober 2021
Einem weiteren Sandstein gravierten die Schüler Fußabdrücke ein, die die tägliche unsagbare Tortur der Menschen auf dem Weg durch Bad Belzig zur Zwangsarbeit in der Munitionsfabrik und zurück versinnbildlichen sollen. Der Stein Krieg und Frieden zeigt auf einer Seite die vernichtenden Geschosse, auf der anderen Seite zwei sich begegnende Friedenstauben als Symbol für Liebe und Frieden auf der Welt. Eine weitere Projektgruppe meißelte einen Satz von Otto Freundlich in Stein:
Der Verein Belziger Forum e.V. unterstützte die Jugendlichen während der Projektdurchführung mit Zelt, Tischen und Verpflegung.Bad Belzig - ein Ort von Steine ohne Grenzen - Straße des Friedens - Straße der Skulpturen in Europa"Schicksale", Teil 5, Erinnerung und Dokumente über das Lager Roederhof in Belzig, Aussenlager vom KZ-Ravensbrück. ISBN 978-3-947674-54-1
Denkmäler für Otto Freundlich (2018) Veranstaltungsort: Hobrechtsfelde sowie Słupsk (Polen) Am 23. Juni 2018 stellten Silvia Fohrer und Rudolf Kaltenbach zusammen mit einigen weiteren Teilnehmern im Rahmen des Projektes „Steine ohne Grenzen“ eine partizipative Skulptur zum 75. Todestag (genaues Datum nicht bekannt, vermutlich 9.–10. März 1943) von Otto Freundlich in den Rieselfeldern um Hobrechtsfelde (nahe Berlin-Buch) auf.Verein Steine ohne Grenzen feiert Einweihung: Otto-Freundlich-Denkmal. ODF - Fernsehen für Ostbrandenburg, 25. Juni 2018 Im Otto-Freundlich-Park am Rathaus Słupsk (Polen) wurde anlässlich des 140. Geburtstags von Otto Freundlich am 10. Juli 2018 die Skulptur Kosmos und Welt von Silvia Fohrer und Rudolf J. Kaltenbach offiziell durch den Bürgermeister der Stadt, Robert Biedron, eingeweiht. Neben dieser Skulptur wurden japanische Kirschbäume gepflanzt als Symbol für die Überwindung der Grenzen und für ein friedvolles gemeinschaftliches Europa. Das Denkmal korrespondiert so nach dem Wunsch der Künstler mit dem Denkmal in Berlin-Buch und den darin verarbeiteten Baumstämmen. Damit wurde ein neuer Standort der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen in Polen geschaffen.Gedenkkultur: Spur der Friedenssteine, Märkische Onlinezeitung (MOZ.de), von Kerstin Ewald, 20. Juli 2018W 140. rocznicę urodzin Otto Freundlicha, odsłonięto pomnik w słupskim parku. gp24.pl
Steine ohne Grenzen XII (2017) Veranstaltungsort: Berlin-Marzahn Dauer: Frühjahr bis Ende Oktober 2017 Das 12. Internationale Symposion „Steine ohne Grenzen“ für Frieden und Menschlichkeit findet in fünf parkähnlichen Innenhöfen der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in Berlin-Marzahn statt. Es steht unter dem Motto „Wir leben Vielfalt - Gärten der Kunst“. Eine Begleitausstellung vom 4. bis 28. September 2017 im Foyer der HOWOGE-Zentrale in Alt-Hohenschönhausen zeigt ausgewählte Werke der teilnehmenden Künstler.Steine ohne Grenzen 12 in Marzahn 2017
Steine ohne Grenzen XI (2015) Veranstaltungsort: Bucher Forst und Barnim Dauer: 1. bis 27. September 2015
Das XI. Internationale BildhauersymposionSteine ohne Grenzen 11 – Internationales Bildhauersymposion in Berlin-Buch (2015) fand im Forst von Berlin-Buch statt. Begleitet wurde das Symposion durch eine Gruppenausstellung der Künstler in den Ateliers und Projekträumen von BB-EWERKultur, Berlin-Buch, die Arbeiten aus dem bisherigen Œuvre der Künstler zeigte. Das Symposion endete mit der Einweihung eines neuen Teilstücks der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen auf der Bernauer Heerstraße. Dem Symposion vorgeschaltet war ein gemeinsames Bildhauerprojekt mit Bildhauer Kaltenbach und Flüchtlingen im Refugium Berlin-Buch zum Thema Ich, als Teil des GanzenChronik Pankow 2015 (2016 in der Flüchtlingsunterkunft „Refugium“, Berlin-Buch, weitergeführt).
Steine ohne Grenzen X (2013) Veranstaltungsort: Berlin-Buch Dauer: 12. August bis 13. Oktober 2013
Das X. Internationale BildhauersymposionSteine ohne Grenzen X in Berlin-Buch (2013) fand 2013 in Zusammenarbeit mit Berliner Schulen statt. Fünf Plätze in den parkähnlichen Wohnhöfen der HOWOGE wurden durch die Künstler des Symposions sowie einer Projektgemeinschaft Bucher Schulen gestaltet.
Steine ohne Grenzen IX (2012) Veranstaltungsort: Forst Berlin, Berlin-Buch Dauer: 3. bis 30. September 2012 Die Künstler erinnerten mit diesem Symposion, das den Titel verboten – verfolgt – „entartet“ trug, an die Propagandaschau „Entartete Kunst“ durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937, in der moderne Kunst diffamiert wurde. Der neue Abschnitt der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen wurde am 30. September 2012 eingeweiht.
TeilnehmerSteine ohne Grenzen 2012 verboten – verfolgt – „entartet“ 1937
Bernd-Heiner Berge, Deutschland • Inge Bröderbauer, Österreich – Deutschland • Achim Borsdorf, Deutschland • Caroline Creutzer, Schweden – Deutschland • Dr. Dirk Ehrhardt und Sabine Ehrhardt, Deutschland • Marlies Felkel, Deutschland • Silvia Christine Fohrer, Deutschland • Winfried Gehrmann, Deutschland • Thierry Godet, Frankreich – Deutschland • Andreas Hedrich, Deutschland • Andreas Hetke, Deutschland • Wassily Heuschober, Ukraine – Deutschland • Rudolf J. Kaltenbach, Deutschland • Alla Krasnitski, Russland – Deutschland • Nikoloz Meliva, Georgien • Günther Muchalla, Deutschland • Eva Claudia Nuovia, Deutschland • Roswitha Schaab, Deutschland • Deborah Stoll, Deutschland • Matthias Trott, Deutschland • Barbara Wolters, USA – Deutschland
Begleitend war vom 24. September bis 14. Oktober 2012 eine Ausstellung von 20 Künstlern im Marmorfoyer der Urania Berlin zu besichtigen.Steine ohne Grenzen IX, Urania Berlin
Steine ohne Grenzen VIII (2011)
Veranstaltungsort: Stadtpark Bernau Dauer: 1. bis 30. Oktober 2011 Schirmherr: Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg Die künstlerische Leitung des Internationalen Bildhauersymposiums Steine Ohne Grenzen in Bernau 2011 oblag Rudolf J. Kaltenbach. Die Skulpturenlinie „Steine ohne Grenzen Bernau“ mit den während des Symposiums entstandenen Werken wurde am Sonntag, 30. Oktober 2011, im Stadtpark Bernau feierlich eingeweiht. Die Begleitausstellung fand im Bauhaus-Ensemble von Hannes Meyer und Hans Wittwer Baudenkmal Bernau zur Symposionszeit statt.
TeilnehmerBildhauersymposion Steine ohne Grenzen 2011
Bob Budd, Großbritannien • Valentina Dusavitskaya, Russland • Silvia Fohrer, Deutschland • Dominika Griesgraber, Polen/Frankreich • Kassian Erhart, Österreich • Rudolf J. Kaltenbach, Deutschland • Emerita Pansowová, Deutschland/Slowakei
Darüber hinaus meißelten sechs Bernauer Schüler vom Paulus-Praetorius- und vom Barnim-Gymnasium eine achte Skulptur aus einem Sandsteinblock.
Steine ohne Grenzen VII (2005) Veranstaltungsort: Bucher Forst und Barnim Dauer: Juni und Juli 2005 Schirmherr: Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Thierse, MdB