Hundsheim ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Geografie Lage Hundsheim gehört zum niederösterreichischen Industrieviertel, ist aber agrarisch und durch seine Lage am Südhang des Hundsheimer Berges (480 m) geprägt. Die Fläche der Gemeinde umfasst 13,42 Quadratkilometer. Ein Drittel der Fläche ist bewaldet, fast sechzig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

Die tektonisch vielfältige Geologie zwischen Hundsheimer- und Spitzerberg, wo sich ein Segelflugzentrum befindet, wird durch einige Steinbrüche wirtschaftlich genützt. An den sanften Südhängen wird etwas Weinbau betrieben, die daran grenzenden Felder werden von Windschutzstreifen gegen die Erosion geschützt.

Gemeindegliederung

Der Ort hat die Form zweier kompakter, leicht ansteigender Häuserzeilen, in deren Mitte die kleine Kirche steht. Am Ostende beginnt der Wanderweg zum Weißen Kreuz und auf den Hundsheimerberg. In den Klippen über dem Dorf befindet sich ein Fliegerdenkmal und die Günterhöhle.Günther Schlesinger: Die „Günther-Höhle“ bei Hundsheim. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Jahrgang 26, 1936, S. 25–35 (). 1 km westlich entstand am Fuße des Hexenberges der Ortsteil Neue Siedlung und ein Sportzentrum. Im Osten von Hundsheim liegt unter dem Teichberg die Streusiedlung Teichtal.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Hundsheim (oben rechts) und seine Umgebung um 1873 im Aufnahmeblatt der Landesaufnahme Im Gebiet wurden Funde aus dem Altpaläolithikum gemacht, nämlich etwa 800.000 Jahre alte Geröllgeräte-Steinwerkzeuge des Homo erectus.Archaeologia-Austriaca. Band 88/2004.

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonien.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1123, wo ein Regenhart de Hundesheim als Zeuge genannt wird. Von den ursprünglich fünf Wehrtürmen aus dem 13. Jahrhundert sind zwei noch heute erhalten.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Hundsheim zwei Bäcker, ein Fellhändler, zwei Fleischer, drei Gastwirte, fünf Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Milchhändler, eine Milchgenossenschaft, ein Rohproduktehändler, ein Schmied, vier Schuster, zwei Trafikanten, drei Tischler, zwei Wagner und einige Landwirte ansässig. Außerhalb des Ortes gab es ein Kalkwerk der Schottergenossenschaft Hundsheim.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 298 (PDF).

Einwohnerentwicklung In den letzten Jahrzehnten war die Geburtenbilanz negativ, die Wanderungsbilanz meist positiv.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Hundsheim mini|Meierhof

Katholische Pfarrkirche Hundsheim hl. Dreifaltigkeit Meierhof Naturschutzgebiet Hundsheimer Berg

Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 12, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 34. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 238. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,48 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 80.

Öffentliche Einrichtungen In Hundsheim befindet sich ein Kindergarten.

Sport SV Hundsheim

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ und 4 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 3 ÖVP und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 3 ÖVP und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 3 ÖVP und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ und 7 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ und 6 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ und 5 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ und 6 ÖVP.

Bürgermeister

1975–1999 Hubert Math (SPÖ) 1999–2008 Robert Morent (SPÖ) 2008–2010 Margreth Buxer (SPÖ) seit 2010 Gerhard Math (SPÖ)

Wappen Der Gemeinde wurde 1987 ein Gemeindewappen verliehen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Georg Pischitz (1861–1940), Eisenbahner, Abgeordneter zum Oö. Landtag und Abgeordneter zum Nationalrat Johann Sanitzer (1904–1957), leitender Beamter der Geheimen Staatspolizei Wien während der Zeit des Nationalsozialismus. Jaromír Krejcar (1895–1950), tschechischer Architekt

Siehe auch Hundsheimer Nashorn

Literatur

Wilhelm Freudenberg: Die Fauna von Hundsheim in Niederösterreich. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 58, 1908, S. 197–222 (). Helmuth Zapfe: Die altplistozänen Bären von Hundsheim in Niederösterreich. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 91, 1946, S. 95–164 (). Erich Thenius: Fischotter und Bisamspitzmaus aus dem Altquartär von Hundsheim in Niederösterreich. In: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Band 157, 1948, S. 187–202 (). Gernot Rabeder: Die Insectivoren und Chiropteren (Mammalia) aus dem Altpleistozän von Hundsheim (Niederösterreich). In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien. Band 76, 1972, S. 375–474 (). Dénes Jánossy: Die mittelpleistozäne Vogelfauna von Hundsheim (Niederösterreich). In: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Band 182, 1974, S. 211–257 ().

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Hundsheimer Berge