Au am Leithaberge (kroatisch: Cundrava) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich (Österreich).
Geographie Au am Leithaberge liegt im niederösterreichischen Industrieviertel am Westrand des Leithagebirges. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst Quadratkilometer. 35,81 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Es gibt nur die Katastralgemeinde Au am Leithagebirge.
Nachbargemeinden
Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonien.
Am Abhang des Leithagebirges wurden spätestens 2012 zwei keltische Gräberfelder freigelegt. Das Gräberfeld „Kleine Hutweide“ liegt auf einem nordwestlichen Ausläufer des Gebirges. 28 latènezeitliche Bestattungen wurden zwischen 1926 und 1931 ergraben, darunter das Grab eines Schmiedes mit Funden von Amboss, Eisenmeißeln und einem Hammerkopf. Eine Pferdetrense, Schwerter, Lanzenspitzen und diverse Keramik waren ebenfalls in einigen Gräbern beigegeben. Im Gräberfeld „Mühlbachäcker“ wurden 1933 bis 1937 und 1970 insgesamt 17 Grabstellen freigelegt, die ebenfalls in die La-Tène-Zeit einzuordnen sind. Wie im Gräberfeld „Kleine Hutweide“ sind auch hier die Gräber mit Trockensteinmauern umfasst und die Wege dazwischen teilweise mit Steinpflasterung versehen. Bei einigen Grabstellen sind Nach- oder Mehrfachbelegung feststellbar.Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 90 f.
Im Zuge des Baus eines Windparks mit 5 Windrädern haben Archäologen Funde und Spuren von jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Siedlungen gemacht, u. a. ein Hügelgrab (ca. 1600 vor Chr.). Das Gebiet im Bereich des Windparks ist seit dem 6. Jahrtausend vor Christus durchgehend besiedelt.Urzeitliches Hügelgrab bei Au entdeckt rf.at, 22. Juli 2018, abgerufen am 22. Juli 2018.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Markt mit 120 Häusern genannt, der über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Scharfenegg besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Au drei Bäcker, ein Binder, ein Fleischer, zwei Friseure, drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Holzhändler, vier Landesproduktehändler, ein Maurermeister, ein Müller, ein Schlosser, ein Schmied, zwei Schneider und eine Schneiderin, zwei Schuster, eine Sodawassererzeuger, zwei Tischler, ein Viktualienhändler, ein Wagner und mehrere Landwirte ansässig. Weiters ab es im Ort eine Milchgenossenschaft und mehrere Steinbrüche.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 199
Einwohnerentwicklung
Ethnographie Der Ort ist Teil der kroatischen Sprachinsel am Leithagebirge. Eine weitere niederösterreichische kroatische Sprachinsel befand sich im Marchfeld.Karl Freiherr von Czoernig: Ethnographie der österreichischen Monarchie. 1 Band, k.k. Staatstruckerei, Wien 1857, S. 138 Im Falle von Au am Leithagebirge (auf Kroatisch: Cundrava) gilt der Sprechereranteil kroatischer Einwohnerinnen und Einwohnern als ausgestorben, ähnlich wie im Marchfeld. Im Zuge des Europäischen Tages der Sprachen 2025 hat die kroatische ORF-Fernsehsendung "Dobar dan Hrvati" einen Archiv-Beitrag aus 1992 hervorgeholt, in welchem noch wenige sehr alte Sprecherinnen des Kroatischen zu sehen waren.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Au am Leithaberge
Katholische Pfarrkirche Au am Leithaberge hl. Nikolaus Ehemalige Edelmühle, die erstmals im Jahre 1375 erwähnt wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 31, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 39. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 412. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,2 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 1.
Bildung In der Gemeinde befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.
Politik mini|Gemeindeamt am Hauptplatz in Au Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 2 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 3 SPÖ, 2 Bürgerliste Kuso und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 SPÖ, 1 FPÖ und 1 Bürgerliste Kuso. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 2 Bürgerliste Kuso und 2 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 2 SPÖ, 2 Bürgerliste Kuso und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 Zukunftsbündnis Mihaly (ZUM) und 7 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 Zukunftsbündnis Mihaly (ZUM), 6 ÖVP und 1 SPÖ. Nach der außertourlichen Gemeinderatswahl am 30. Jänner 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 ÖVP, 6 ZUM, 1 BL, 1 ABU. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 (Bürgermeisterin Fekete) ÖVP, 4 (Miteinander für Au, ÖVP) MFA und 4 FPÖ.
Bürgermeister
bis 2010 Josef Jandrinitsch (ÖVP) 2010–2022 Herbert Mihaly (ÖVP, ab 2015 Zukunftsbündnis Mihaly (ZUM)) seit 2022 Reka Fekete (ÖVP) mini|250px|Au am Leithaberge (rechts oben) um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Literatur
Wolfgang Neubauer: Neu entdeckt ‒ Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Au am Leithaberge. 2015.https://www.academia.edu/40203462/Neu_entdeckt_Die_mittelneolithische_Kreisgrabenanlage_von_Au_am_Leithaberge
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niederösterreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa