mini|Jonas Lüscher stellt seinen Roman Verzauberte Vorbestimmung auf dem Erlanger Poet*innenfest 2025 vor Jonas Lüscher (* 22. Oktober 1976 in Schlieren) ist ein schweizerisch-deutscher Schriftsteller und Essayist.

Leben Jonas Lüscher wurde 1976 in Schlieren bei Zürich geboren. Er wuchs in Bern auf, wo er auch von 1994 bis 1998 das Evangelische Lehrerseminar Muristalden (heute Campus Muristalden genannt) besuchte (Ausbildung zum Primarlehrer). Nach einigen Jahren als Dramaturg und Stoffentwickler in der Münchner Filmwirtschaft studierte er an der Hochschule für Philosophie München (2005 bis 2009). Nebenbei arbeitete Lüscher als freiberuflicher Lektor.

Sein Studium schloss er 2009 mit der Erlangung eines Magistergrades ab. Anschließend folgten zwei Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut TTN (Technik-Theologie-Naturwissenschaften) an der Ludwig-Maximilians-Universität, gleichzeitig arbeitete er als Ethiklehrer an der Staatlichen Wirtschaftsschule München/Pasing.

2011 wechselte Lüscher an die ETH Zürich. Er schrieb dort bei Michael Hampe an einer Dissertation über die Bedeutung von Narrationen für die Beschreibung sozialer Komplexität vor dem Hintergrund von Richard Rortys Neo-Pragmatismus. 2012/2013 verbrachte er mit einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds neun Monate als Visiting Researcher am Comparative Literature Department der Stanford University. Zum Jahresende 2014 verließ Lüscher die ETH, ohne seine Dissertation abzuschließen.

Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und im PEN Berlin. Seine erste Novelle Frühling der BarbarenInterview und Buchkritik: Jonas Lüscher – »Frühling der Barbaren«, mit Video-Interview, literaturcafe.de, 22. Mai 2013. wurde 2013 für den Deutschen Buchpreis nominiert, ebenso für den Schweizer Buchpreis , 19. September 2013.. Lüscher erhielt mehrere Auszeichnungen; für seinen Roman Kraft wurde ihm 2017 der Schweizer Buchpreis verliehen. 2018 wurde er als ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste (Abteilung Literatur) gewählt. 2021 trat er aus Protest gegen die verständnisvollen Äußerungen des Akademiepräsidenten Winfried Nerdinger zur coronaskeptischen Kunstaktion allesdichtmachen aus der Akademie aus.

Während der COVID-19-Pandemie im März 2020 erkrankte Lüscher an COVID-19. Nach Auftreten einer schweren Lungenentzündung lag er sieben Wochen im Koma auf der Intensivstation, wo er künstlich beatmet wurde.Interview: «Ich bin im Koma an Corona gestorben und wieder auferstanden», Watson, 3. April 2021, abgerufen am 4. April 2021. Nach seiner Genesung kritisierte er neben Verschwörungstheoretikern auch Immunologen, welche die Gefährlichkeit dieser Krankheit für Menschen ohne Vorerkrankungen verharmlosten. Die Pandemie offenbare gesellschaftliche Probleme in aller Deutlichkeit, meinte Lüscher weiter.Interview mit Jonas Lüscher: «Diese Leute sind eine Katastrophe», tagesanzeiger.ch, 8. August 2020, abgerufen am 11. August 2020. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 sagte er, dass für ihn die scheinbare Gewissheit des Friedens schon mit der Annexion der Krim 2014 hinfällig gewesen sei, und man im Übrigen einfach ernst nehmen müsse, was aus Moskau zu hören sei; die angekündigte Zerstörung der Kultur der Ukrainer und deren „Umerziehung“ seien das Programm eines faschistischen Regimes in Moskau.«Es geht nur darum, wer gewinnt», Jonas Lüscher im Interview, Tages-Anzeiger, 12. Mai 2022, S. 27

Lüscher lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin und Regisseurin Ulrike Arnold, seit 2001 in München, er ist schweizerisch-deutscher Doppelbürger.Süddeutsche Zeitung vom 9. April 2013.

Werk mit M. Hampe: Richard Rorty. In: Ralf Konersmann (Hrsg.): Handbuch Kulturphilosophie. Metzler, Stuttgart/Weimar 2012. Jetzt. Libretto zu einer Oper von Mathis Nitschke, uraufgeführt an der Opéra National de Montpellier, 30. November 2012. Frühling der Barbaren. Novelle. C.H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64694-2. Die unanständige Mehrheit. Essay. In: Tages-Anzeiger, 31. Juli 2013. Über Geld. Essay. In: Sprache im technischen Zeitalter. 210, Juni 2014, 52. Jahrgang. An der Quelle. Erzählung. In: Edit. Frühjahr 2015, . Im Geisterhaus. Essay. In: Tages-Anzeiger. 24. April 2015. Kraft. Roman. C.H. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-70531-1. Ins Erzählen flüchten. Poetikvorlesung. C.H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-74886-8. Als Herausgeber gemeinsam mit Michael Zichy: Der populistische Planet. Berichte aus einer Welt in Aufruhr. C.H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76705-0. Verzauberte Vorbestimmung. Roman. Carl Hanser Verlag, München 2025, ISBN 978-3-446-28304-6.

Auszeichnungen 2013: Franz-Hessel-Preis für die Novelle Frühling der BarbarenDie Bundesregierung Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters Meldung vom 18. Februar 2014: Franz-Hessel-Preis. Deutsch-französischer Literaturpreis verliehen, abgerufen am 19. Februar 2014 2013: Literarische Auszeichnung des Kantons Bern 2013: Bayerischer Kunstförderpreis 2016: Hans-Fallada-Preis für die Novelle Frühling der Barbaren In: Neue Luzerner Zeitung online, 23. Oktober 2015. 2017: Nominierung zum Deutschen Buchpreis mit Kraft 2017: Literarische Auszeichnung des Kantons Bern für Kraft 2017: Schweizer Buchpreis für Kraft 2017: Tukan-Preis für Kraft 2022: Max Frisch-Preis der Stadt Zürich 2025: Rheingau Literatur Preis für Verzauberte VorbestimmungRheingau Literatur Preis 2025: 111 Flaschen Riesling für Jonas Lüscher, boersenblatt.net, abgerufen am 5. Mai 2025 2025: Spycher: Literaturpreis Leuk für Verzauberte Vorbestimmung 2025: Longlist des Deutschen Buchpreises mit Verzauberte Vorbestimmung 2025: Shortlist des Schweizer Buchpreises mit Verzauberte Vorbestimmung 2025: Wilhelm Raabe-Literaturpreis für Verzauberte Vorbestimmung 2025: Marieluise-Fleißer-Preis für Verzauberte Vorbestimmung 2026: Schweizer Literaturpreis für Verzauberte VorbestimmungSchweizer Literaturpreise 2026, boersenblatt.net vom 19. Februar 2026, abgerufen am 8. März 2026

Literatur Stefan Hofer-Krucker Valderrama: Die perpetuierte Katastrophe. Globalisierung und ihre Schattenseiten in Jonas Lüschers „Frühling der Barbaren“. Mit einigen literaturdidaktischen Anmerkungen. In: Almut Hille, Sabine Jambon, Marita Meyer (Hrsg.): Globalisierung – Natur – Zukunft erzählen. Aktuelle deutschsprachige Literatur für die Internationale Germanistik und das Fach Deutsch als Fremdsprache. München 2015, S. 39–57. Yvonne Hütter: Ethics and Aesthetics in Jonas Lüscher’s „Barbarian Spring“. In: Primerjalna književnost, No. 40.2, 2017, S. 149–163. Digitalisat

Kathrin Klohs:

Weblinks

, auf Web der Professur (des Lehrstuhls) für Philosophie der ETHZ Ehemalige Mitarbeiter: Jonas Lüscher, M.A., auf Web des ttn-institut.de Jonas Lüscher beim Verlag C. H. Beck Zehnseitenlesung von Frühling der Barbaren bei YouTube Jonas Lüscher. Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Schweiz) Kategorie:Librettist Kategorie:Novelle Kategorie:Erzählung Kategorie:Essay Kategorie:Schriftsteller (München) Kategorie:Träger des Schweizer Buchpreises Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kategorie:Deutscher Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Mann