Die Global Taxonomy Initiative (GTI) ist ein internationales Netzwerk, das sich mit der Stärkung taxonomischer Expertise und Ressourcen auf nationaler und internationaler Ebene befasst. Hierbei fungieren nationale Kontaktstellen (national focal points) als lokale Anlaufstellen, indem sie taxonomisch relevante Informationen und Ressourcen bündeln und öffentlich zugänglich machen.

Geschichte und Entstehung Die GTI wurde 1998 von den Mitgliedstaaten der Biodiversitätskonvention während der 6. Vertragsstaatenkonferenz (COP VI/8) gegründet,6. Vertragsstaaten-Konferenz der Biodiversitätskonvention, Den Haag – vollständiger Text und Arbeitsprogramm der GTI um einem existierenden Mangel an taxonomischer Expertise in der globalen Biodiversitätsforschung entgegenzusteuern. Obwohl fundierte Artenkenntnisse und Expertenwissen für korrekte und gezielte Schutzmaßnahmen von zentraler Bedeutung sind, sinkt die Zahl der professionell neu ausgebildeten Taxonomen immer weiter ab.Graham, Mark. The Global Taxonomy Initiative. Reprinted from The Canadian Botanical Association Bulletin 38(3): 35–36, 2005, Ke Kung, Kim and Byrne, L. B. Biodiversity loss and the taxonomic bottleneck: emerging biodiversity science. Ecological Research, 21(6), 794–810. , Ziel des Projektes ist die Stärkung der lokalen Forschungslandschaft durch Errichtung nationaler Kontaktstellen (sogenannter national focal points), um durch deren Vernetzung den internationalen Wissensaustausch zu fördern.

Nationale Kontaktstellen Die Nationalen Kontaktstellen werden von den Regierungen der jeweiligen Mitgliedstaaten nominiert und im Plenum abgestimmt. Die Funktion der Nationalen Kontaktstelle ist es, taxonomisch relevante Informationen (in Form von Akteur-Datenbanken, Bildungs- und Fördermöglichkeiten, Workshop- und Terminankündigungen sowie anderen taxonomischen Ressourcen) lokal zu sammeln. Auf internationaler Ebene soll ein globales Netzwerk die Kommunikation zwischen Taxonomen erleichtern.

Insgesamt sind derzeit 210 Nationale Kontaktstellen bei der CBD registriert.Liste der nationalen Kontaktstellen der CBD (PDF; 277 kB) – Stand April 2013 Hiervon verfügen die Länder Argentinien, BelgienWebseite der nationalen Kontaktstelle Belgien, Deutschland – umfangreiche Akronym-Datenbank, Bildungs- und Fördermöglichkeiten, aktuelle Termine, Ansprechpartner und diverse taxonomische Ressourcen, PolenWebseite der nationalen Kontaktstelle Polen und Japan über eine eigene Website. Besonderes Merkmal der GTI-Kontaktstelle Deutschland ist eine umfassende Akronymdatenbank mit rund 3500 Einträgen, die laufend erweitert wird.

Die GTI wird von verschiedenen Partnerprojekten wie Diversitas, Global Biodiversity Information Facility (GBIF) und Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) unterstützt.

Weblinks Homepage der Global Taxonomy Initiative der CBD

Einzelnachweise

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