Das Friedensgutachten ist ein gemeinsames jährliches Gutachten der vier führenden deutschen Institute für Friedens- und Konfliktforschung, dem Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC), dem Peace Research Institute Frankfurt – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) und dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Es analysiert aktuelle Gewaltkonflikte, zeigt Trends der internationalen Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik auf und gibt Empfehlungen für die Politik.
Geschichte Seit 1987 veröffentlichen die deutschen Friedensforschungsinstitute das Friedensgutachten als zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik. Mit seinen klaren Empfehlungen transferiert das Friedensgutachten wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Handlungsanweisungen. Interdisziplinäre Autorenteams aus der Friedens- und Konfliktforschung, den Internationalen Beziehungen, Politikwissenschaft, Soziologie, Ethnologie und Regionalwissenschaften arbeiten gemeinsam an den Kapiteln und bringen dabei verschiedene Blickwinkel ein. Auf die Analysen stützt sich die gemeinsame Stellungnahme der Herausgeber. Sie zieht Bilanz, pointiert die Ergebnisse und formuliert konkrete Empfehlungen für die Friedens- und Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa.
Die Themen gliedern sich in die fünf jährlich wiederkehrenden Themenfelder „Bewaffnete Konflikte“, „Nachhaltiger Frieden“, „Rüstungsdynamiken“, „Institutionelle Friedenssicherung“ und „Transnationale Sicherheitsrisiken“. Im zusätzlichen Kapitel, „Fokus“, wird ein Thema des aktuellen Konfliktgeschehens tiefergehend beleuchtet.
Das Friedensgutachten wird jährlich in Berlin vor der Bundespressekonferenz vorgestellt. Im Anschluss erörtern und diskutieren die Institute ihre Befunde und Empfehlungen mit Ministerien und interessierten Fraktionen der Parteien in Berlin. Zu ausgewählten Themen, insbesondere dem Fokusthema, finden in Berlin und bundesweit öffentliche Veranstaltungen statt. Insgesamt versteht sich das Friedensgutachten mit seinen Handlungsempfehlungen als Instrument der Politikberatung. Es findet medial starke Beachtung.
Das Gutachten erschien bis 2019 im LIT Verlag Berlin. Seit 2020 erscheint es im Transcript Verlag. Es ist im Buchhandel erhältlich und ist darüber hinaus auf den Websites des Projekts und des Verlags seit 2018 kostenlos im Open Access verfügbar.
Das Friedensgutachten wird von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) gefördert.
Themen und Titel seit 2000 2000: Friedensmacht Europa? 2001: Krisenregion Naher Osten 2002: Folgen des 11. September 2001 2003: Die neue Weltordnung verträgt keine Militarisierung 2004: Frieden zu schaffen ist schwieriger als Krieg zu führen 2005: Friedensprozesse brauchen einen langen Atem 2006: Zentralen Herausforderungen für Frieden und Sicherheit 2007: Militäreinsätze auf dem Prüfstand 2008: Die neue Hochrüstung sprengt alle Dimensionen 2009: Möglichkeiten, Wege und Grenzen, Kriege und Gewaltkonflikte zu beenden 2010: Kritische Bilanz des Afghanistankrieges 2011: Umbrüche, Krieg und Intervention im arabischen Raum 2012: Globale Machtverschiebungen verlangen nach gemeinsamer Sicherheit und Kooperationsmacht 2013: Neue Kriege, neue Rüstung, neue Rüstungsmärkte 2014: Europa: Friedensprojekt am Ende? 2015: Mehr Verantwortung übernehmen 2016: Fluchtursachen in den Fokus: Verantwortung übernehmen 2017: Wie lässt sich Gewalt bändigen, wenn die kooperative Weltordnung zerfällt? 2018: Kriege ohne Ende. Mehr Diplomatie – weniger Rüstungsexporte 2019: Vorwärts in die Vergangenheit? Frieden braucht Partner 2020: Im Schatten der Pandemie: letzte Chance für Europa 2021: Europa kann mehr! 2022: Friedensfähig in Kriegszeiten 2023: Noch lange kein Frieden 2024: Welt ohne KompassDeutsche Stiftung Friedensforschung: Friedensgutachten 2024 2025: Frieden rettenzdfheute.de 2. Juni 2025: Frieden: Europa muss für sich selbst einstehen. Linkliste auf friedensgutachten.de
Weblinks
Offizielle Webpräsenz Friedensgutachten beim Transcript Verlag (Open Access)
Einzelnachweise
Kategorie:Deutschsprachiges Jahrbuch Kategorie:Friedensforschung Kategorie:Ersterscheinen 1987