mini|Kirche der Heiligen Apostel Haupteingang Luisenstraße Die Kirche der Heiligen Apostel zu Dortmund () ist eine Gemeinde der Griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland. Sie betreut die Mitglieder vornehmlich des östlichen Ruhrgebiets.

Geschichte Wenngleich griechisch-orthodoxe Gottesdienste in Deutschland schon seit dem Jahr 1700 belegt sind, steht die Präsenz von Griechen im Ruhrgebiet mit dem Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Griechenland vom 30. März 1960 in Kontext.

Die Präsenz von Griechen in Dortmund führte 1960 zur Eröffnung eines griechischen Konsulats (welches um 2000 im Zuge einer Einsparmaßnahme geschlossen wurde). 1961 wurde unter dem Archimandriten Ánthimos Drakonákis der Beschluss gefasst, eine griechisch-orthodoxe Gemeinde in Dortmund zu gründen. Es handelt sich somit vermutlich um die erste Gründung einer griechisch-orthodoxen Gemeinde, die im Zusammenhang mit dem Anwerben von Gastarbeitern steht. Bis dahin hatte es nur dort Gemeinden gegeben, wo Griechen seit über 200 Jahre als Kaufleute sesshaft waren.

Eine an der Kirche der Heiligen Apostel am 7. Juli 1963 geschlossene Ehe wurde 1970 Gegenstand einer juristischen Auseinandersetzung. Der Richter vertrat die Meinung, dass eine Ehe nach deutschem Recht nur dann zustande gekommen war, wenn der Geistliche zu Eheschließungen vom griechischen Staat dazu ermächtigt worden sei. Tatsächlich fand die formelle Ernennung erst kurze Zeit später statt, und die Scheidungsklage wurde abgewiesen, da die Ehe als nicht abgeschlossen betrachtet wurde.Carl Joseph Hering: Entscheidungen in Kirchensachen seit 1946. S. 165 f., books.google.de

Der damalige griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland Polyeuktos (Finfinis) () wies den neu gegründeten griechisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland ihren jeweiligen Amtsbezirk zu. Dem frisch geweihten Presbyter Tilémachos (Margarítis) übergab er Ende des Jahres 1965 die Kirchengemeinde Dortmund und damit die seelsorgerliche Verantwortung für die orthodoxen Christen des östlichen Ruhrgebiets. Tilemachos hatte dieses Amt bis zum Oktober 2006 inne. Ihm folgte der Archimandrit Dr. Filótheos.

Organisation und Statistik Seit dem 5. Februar 1963 untersteht die Gemeinde der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland () und dem Exarchat von Zentraleuropa (). Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, momentan unter der Leitung des Metropoliten Avgoustínos (), untersteht wiederum dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel ().

Neben der Stadt Dortmund, die die stärkste griechisch-orthodoxe Gruppe aufweist, betreut die Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ die Städte Bochum, Witten, Holzwickede und Menden. Die Mendener Kirchenmitglieder wurden erst 2009 dem Dortmunder Gemeindebezirk zugeordnet. Die in Castrop-Rauxel wohnhaften Mitglieder werden seit dieser Zeit von der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Herten betreut.

Um die Anzahl der griechisch-orthodoxen Christen, die der Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ angehören, schätzen zu können, bedarf es zunächst einer Definition, welche Kriterien bestimmen, ob jemand der Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ angehört (oder nicht). Im Übrigen können folgende Daten und Überlegungen dienen: In Dortmund lebten im Jahre 2025 3700 Einwohner mit griechischer Staatsangehörigkeit.Bevölkerung in Zahlen 2025, statistikportal.dortmund.de, abgerufen am 4. September 2026. In Bochum lebten im Jahre 2025 1151 Einwohner mit griechischer Staatsangehörigkeit.Svenja Hense, Ariane Groh, Caroline Müller (Bearb.): Demografiebericht 2026. Demografische Entwicklung und Bevölkerungsstruktur in Bochum – Berichtsjahr 2025. Stadt Bochum, Bochum 2026, S. 66. In Witten lebten im Jahre 2025 403 Einwohner mit griechischer Staatsangehörigkeit.Statistisches Jahrbuch 2025. Stadt Witten, Witten 2026, S. 20. Menden: „Die griechisch-orthodoxe Gemeinde Menden zählt mehr als 1000 Mitglieder.“ (Stand 2013)

Addiert man die Angaben der drei städtischen Statistiken für das Jahr 2025 und zwölf Jahre ältere Angabe im Artikel der Westfalenpost, kommt man auf gut 6000 Einwohner mit griechischer Staatsangehörigkeit bzw. Gemeindemitglieder. Zu beachten sind folgende Gesichtspunkte: Für die Stadt Holzwickede fehlen Angaben; die Holzwickeder Gemeindemitglieder wären hinzuzurechnen. Zur Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ können auch Zypern-Griechen, Nordepirus-Griechen oder jene gehören, die aus griechischen Minderheiten in weiteren Ländern stammen und die aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit durch die statistischen Ämter nicht als Griechen erfasst werden. Abzuziehen sind die Griechen, die anderen christlichen Kirchen angehören oder anderen Religionen sowie Konfessionslose, Agnostiker und Atheisten.

In den 2000er Jahren hatte die Gemeinde ihre Mitgliederzahl mit mehr als 20.000 angeben.

Priesterliste Ánthimos Drakonákis (Archimandrit) (), Amtszeit 1961–1964 Tilémachos Margarítis (), Amtszeit Ende 1964–2006 Filótheos Maroúdas (Archimandrit, Dr.) (), Amtszeit seit Oktober 2006

Kirchengebäude mini|Griechisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Apostel Die Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ ist nicht in Besitz eigener Räumlichkeiten. Seit 1968 nutzt sie in Dortmund das im Eigentum der evangelischen Kirche befindliche Zentrum an der Luisenstraße 17. Die dortigen Räume wurden im Innern im Laufe der Jahre mit byzantinischen Ikonografien ausgemalt. Die Bestuhlung weist ebenfalls byzantinische Symbolik-Gestaltung auf. Dazu gehört der doppelköpfige Adler, ein Symbol der Palaiologen und auch das Christogramm.

Im Januar 2009 wurde vor dem Eingang des Allerheiligsten () ein Mosaik platziert, die Kopie eines Mosaiks aus dem Palast von Konstantinopel, die den Kampf eines Adlers mit einer Schlange darstellt. Dem Äußeren des Gotteshauses, welches bis dahin weitgehend einfach gehalten war, wurde im Frühjahr 2013 ein historisierender orthodoxer Charakter verliehen. Die Arbeiten begannen am 23. Dezember 2011Blog-Griechen in Dortmund: Kirchengemeinde „Heilige Apostel“ Dortmund, Datum: 24. Juni 2013 und wurden feierlich am 9. Mai 2013,Die 24h Kirchennachrichtenzeitung. Romfea, 24. Juni 2013 mit der sogenannten Feier der () („Die Toröffnung“) abgeschlossen.

In der umgestalteten Kirche wurden ein Kreuz sowie die Kirchenglocken angebracht. Der Haupteingang wurde vom Norden des Kirchengebäudes zur Ostseite der Kirche verlegt und über dem Eingangsbereich eine Christusikone angebracht. Die Fenster wurden durch Halbrundbogen geschmückt.

In Menden stand der Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde „Heiliger Georgios“ () Datum: 26. Juni 2013 die römisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche (An der Heilig-Kreuz-Kirche 9) zur Verfügung. Mittlerweile untersteht Menden kirchlich der Griechisch-Orthodoxen Kirchengemeinde Heiliger Nikolaos zu Iserlohn.

Griechisch-Orthodoxe Gottesdienste in Bochum

Seit dem 6. Mai 2023 finden in der historischen Pauluskirche im Bochumer Zentrum regelmäßig griechisch-orthodoxe Gottesdienste statt. Die Gottesdienste werden im Halbjahresrhythmus gefeiert. Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum, die die Pauluskirche für die orthodoxen Liturgien zur Verfügung stellt, sowie mit der griechischen Gemeinde Bochum, die die Organisation der Gottesdienste übernimmt. Die griechisch-orthodoxe beziehungsweise griechische Gemeinde in Bochum geht auf die Arbeitsmigration aus Griechenland in den 1960er Jahren zurück. Viele Gemeindemitglieder waren im Bergbau, in der Metallindustrie sowie insbesondere in den Bochumer Opel-Werken beschäftigt. Im Rahmen der Gottesdienste werden im Mai Artoklasien zu Ehren des Heiligen Christophorus und im Dezember zu Ehren der Heiligen Barbara gefeiert. Aufgrund der langjährigen Tätigkeit zahlreicher Gemeindemitglieder in den Bochumer Opel-Werken gilt der Heilige Christophorus, der als Schutzpatron der Reisenden und Autofahrer verehrt wird, innerhalb der griechischen Gemeinde in Bochum als besonderer Schutzpatron.

Literatur Tilemachos Margaritis, Georgios Galanis, Dimitrios Georgiou, Konstantinos Mitsialos, Spyros Papaspyrou, Ioannis Verigos (Text), Axel M. Mosler (Gestaltung): 25 Jahre Orthodoxie in Dortmund. Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde ‚Die Hll. Apostel in Dortmund‘ 1964–1989. Herausgegeben von der Griechisch-Orthodoxen Kirchengemeinde „Die Hll. Apostel“ in Dortmund, Text in deutscher und griechischer Sprache, deutsche Übersetzung: Anna Zimmermann, Emmanuel Margaritis, Christodoulus Margaritis, gedruckt in Griechenland, 48 Seiten.

Weblinks Orthodoxie-Net: Dortmund; eingesehen am 31. Juli 2013

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude in der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Heilige Apostel Kategorie:Apostelkirche (Patrozinium)