Bernhard Meyer (* 9. März 1962 in Augsburg) ist ein deutscher Mediziner und hat seit 2006 den Lehrstuhl für Neurochirurgie der Technischen Universität München inne. Außerdem ist er Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am TUM Klinikum Rechts der Isar.

Werdegang Bernhard Meyer wurde im März 1962 in Augsburg geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1981 am Gymnasium bei St. Stephan leistete er bis 1982 seinen Grundwehrdienst. Von 1983 bis 1989 studierte er Humanmedizin an der Universität Padua und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ebenfalls 1989 promovierte Meyer am Institut für Humangenetik der Universität Erlangen-Nürnberg. Bis 1990 war er Arzt im Praktikum an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Tübingen. 1991 begann er als Assistenzarzt mit seiner Weiterbildung zum Neurochirurgen an der Klinik der Städtischen Kliniken Duisburg und wechselte 1993 an die Universitätsklinik Bonn. Er wurde 1995 Facharzt für Neurochirurgie und zum Oberarzt ernannt. Ab 1998 war er leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor. Im Jahr 1999 habilitierte er schließlich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit venia legendi für das Fach Neurochirurgie und wurde 2001 auf eine Professur berufen. Im März 2006 wurde Meyer auf den Lehrstuhl für Neurochirurgie der Technischen Universität München berufen und übernahm als Direktor die Leitung der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am TUM Klinikum Rechts der Isar.

Meyer war von 2010 bis 2019 Vorsitzender der Wirbelsäulensektion der European Association of Neurosurgical Societies (EANS) sowie von 2015 bis 2019 Vorsitzender des Education and Fellowship Committee von Eurospine. Von 2014 bis 2018 war er Präsident der International Group for Advancement of Spinal Science, 2015 Präsident der Deutschen Akademie für Neurochirurgie und 2019 Präsident der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft.

Er gilt als Ausnahme-Operateur und international renommierter Spezialist für schwierige Eingriffe am Gehirn und an der Wirbelsäule.

Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist die Entwicklung und klinische Erprobung von Hirn-Computer-Schnittstellen. 2022 war Meyer an der Implantation einer solchen Schnittstelle bei einer Patientin mit schwerer Sprachstörung nach einem Schlaganfall beteiligt. 2025 implantierte ein Team um Meyer in München erstmals in Europa eine Hirn-Computer-Schnittstelle bei einem Patienten mit hoher Querschnittlähmung. Die Schnittstelle verfügt über 256 Mikroelektroden und soll unter anderem die Steuerung von Geräten durch Hirnsignale ermöglichen.

2025 wurde ihm in Wien der EANS Lifetime Achievement Award der European Association of Neurosurgical Societies (EANS) für sein Lebenswerk verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

Bernhard Meyer auf der Website der Technischen Universität München

Einzelnachweise

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