Australien, dessen NOK, das Australian Olympic Committee, 1895 gegründet wurde, nahm an allen Sommerspielen teil, wobei 1908 und 1912 australische und neuseeländische Athleten zusammen unter der Bezeichnung Australasien antraten. Bei den Winterspielen war Australien erstmals 1936 vertreten und nimmt seit 1952 immer teil. Australien schickte jugendliche Athleten zu allen bislang ausgetragenen Olympischen Jugendspielen.
Allgemeines mini|Die Olympiamannschaft 1932: stehend (v. l. n. r.): Dennis, Charlton, Wearne, Scarf, unbekannter Funktionär, Baker, Golding, Mealing, Pearce, Bult; sitzend (v. l. n. r.): Quinn (Maler), Hillhouse, Barwick, Gray, Ryan, unbekannter Funktionär mini|Einkleidung der australischen Mannschaft 2016 (v. l. n. r.): Dunkley-Smith, Bawden, McCulloch, Clancy, Edmondson, Jenkins, Fox, Taylor, Dwyer, Caslick, Wallace Seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen nimmt Australien an Olympischen Spielen bei. Erster Olympionike Australiens war Edwin Flack, der sowohl in der Leichtathletik als auch im Tennis antrat. Mit seinen Siegen über 800 und 1500 Meter wurde Flack der erste Olympiasieger Australiens. Die erste Frau bei Olympischen Spielen war 1920 Lily Beaurepaire, die im Schwimmen und im Wasserspringen teilnahm. Die erste Frau Australiens, die eine olympische Medaille gewinnen konnte, war die Schwimmerin Bonnie Mealing, die 1932 Silber über 100 Meter Brust gewann. Zwei Tage später wurde Clare Dennis mit ihrem Sieg über 200 Meter Brust die erste Frau aus Australien, die Olympiasiegerin werden konnte.
Seit 1936 nahm Australien, mit Ausnahme von 1948, an allen folgenden Winterspielen teil. Erster Winterolympionike war 1936 der Eisschnellläufer Kenneth Kennedy. Die ersten Frauen bei Winterspielen waren 1952 die Eiskunstläuferinnen Nancy Burley und Gweneth Molony. Die erste Medaille bei Winterspielen, eine Bronzemedaille, gewann 1994 die Männerstaffel im Short Track. Die erste Medaille in einer Individualsportart im Winter gewann 1998 die Skirennläuferin Zali Steggall im Slalom. Den ersten Olympiasieg bei Winterspielen schaffte Short Tracker Steven Bradbury, der 2002 Gold über 1000 Meter gewann. Die erste Olympiasiegerin bei Winterspielen war zwei Tage später die Freestylerin Alisa Camplin, die im Springen gewann.
1908 und 1912 nahmen australische Sportler als Mitglieder der Mannschaft Australasiens teil, einem Zusammenschluss von Athleten aus Australien und Neuseeland.
Die erfolgreichste Sportart bei Olympischen Spielen ist das Schwimmen. Hier konnten 191 Medaillen gewonnen werden. Unter den zehn erfolgreichsten australischen Olympioniken befinden sich acht Schwimmer. Mit fünf Olympiasiegen, drei Silber- und einer Bronzemedaille ist der Schwimmer Ian Thorpe der erfolgreichste Teilnehmer Australiens. Erfolgreichste Frau mit vier Gold- und vier Silbermedaillen ist die Schwimmerin Dawn Fraser.
Australiens erste Olympiamannschaft umfasste 1896 einen Teilnehmer. Bei den heimischen Sommerspielen 1956 in Melbourne gingen 298 Athleten an den Start, erstmals eine Teilnehmerzahl im dreistelligen Bereich. Vier dieser Athleten waren Reiter, die an den Reiterspielen in Stockholm teilnahmen. Die größte Mannschaft Australiens ging 2000 in Sydney an den Start. Hier nahmen 617 Athleten teil. Die größte Olympiamannschaft außerhalb Australiens umfasste 2004 in Athen 470 Teilnehmer.
Der Athlet mit den meisten Olympiateilnahmen war der Vielseitigkeitsreiter Andrew Hoy. Zwischen 1984 und 2004 sowie noch einmal 2012 ging Hoy bei sieben Olympischen Spielen an den Start. Er wurde drei Mal Olympiasieger und gewann zudem eine weitere Bronzemedaille.
Die erfolgreichsten Spiele in Hinsicht der gewonnenen Medaillen war 2000 in Sydney. Hier wurden 58 Medaillen gewonnen, 16 Gold-, 25 Silber- und 17 Bronzemedaillen. Im Hinblick auf die Anzahl der Olympiasiege war die Teilnahme 2004 in Athen noch erfolgreicher. Hier wurden 17 Goldmedaillen gewonnen. Die erfolgreichsten Winterspiele waren die Spiele 2010 in Vancouver mit zwei Olympiasiegen und einer Silbermedaille.
Bewerbungen und Ausrichtungen der Olympischen Spiele Bewerbungen Für Olympische Sommerspiele wurden vier Bewerbungen eingereicht. Melbourne bewarb sich um die Ausrichtung der 16. Olympischen Spiele 1956 und bekam auf der 43. IOC-Session in Rom den Zuschlag. Melbourne setzte sich im vierten Wahlgang mit einer Stimme Vorsprung gegen Buenos Aires durch. Melbourne bewarb sich auch für die Ausrichtung der 26. Olympischen Spiele 1996, schied jedoch auf der 96. IOC-Session in Tokio im dritten Wahlgang aus. Sydney bewarb sich dann um die Ausrichtung der 27. Olympischen Spiele 2000. Auf der 101. IOC-Session setzte sich Sydney im vierten Wahlgang gegen Peking durch. Brisbane erhielt 2021 den Zuschlag für die Ausrichtung der 34. Olympischen Spiele.
Bislang hat sich keine australische Gemeinde um die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen beworben.
Ausrichtung Die ersten Olympischen Spiele auf australischem Boden waren die Sommerspiele von 1956 in Melbourne. Sie fanden vom 22. November bis zum 8. Dezember 1956 in Melbourne statt. Wegen der strengen Quarantänevorschriften für Pferde mussten die Reitwettbewerbe vorher vom 10. bis zum 17. Juli 1956 in Stockholm ausgetragen werden. Insgesamt nahmen 3314 Sportler, davon 376 Frauen, aus 72 Ländern teil. Das olympische Feuer entzündete der Leichtathlet Ron Clarke, den olympischen Eid sprach der Mittelstreckenläufer John Landy.
Sydney richtete die Sommerspiele 2000 aus. Sie fanden vom 15. September bis zum 1. Oktober 2000 statt. 10651 Athleten, davon 4069 Frauen, aus 199 Ländern gingen an den Start. Das olympische Feuer wurde durch die Leichtathletin Cathy Freeman entzündet. Den olympischen Eid für die Aktiven sprach die Hockeyspielerin Rechelle Hawkes, den Eid für die Kampfrichter der Wasserballschiedsrichter Peter Kerr.
IOC-Mitglieder Australien hat zwei aktiver IOC-Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder. 2001 wurde der Jurist John Coates zum IOC-Mitglied gewählt. 2013 folgte der dreifache Ruderolympiasieger James Tomkins, der ein Jahr zuvor schon in die Athletenkommission des IOC gewählt wurde.
1977 wurde der Sprinter Kevan Gosper zum IOC-Mitglied gewählt. Seine Mitgliedschaft endete 2013, seit 2014 ist er Ehrenmitglied. Der Kanute Phillip Coles wurde 1982 zum IOC-Mitglied gewählt. 2012 endete die Mitgliedschaft, woraufhin er zum Ehrenmitglied wurde.
Übersicht der Teilnahmen Sommerspiele
JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt189611011228190022011235919043302131491908–1912Teilnahme als Mitglieder der Mannschaft Australasiens1920131214261121316192435350394110521312611192818144723151121419193212844111531151019363228435331251113019487566972186486103101265131419528171105631716414106726231191956298inklusive der vier Athleten, die an den Reiterspielen in Stockholm teilgenommen hatten25444129211171887631141526122611991013814353196018916029101171572839492572611410488622519642432034012101871441035314782683211111126210188196812810424452146243973113241122575179197216813929123443164722210431642413311387217619761801463412443315382721273136281231141453219801209228123235352111031621731132259151984242169732425343239303129325933136134481224141988252180722234217432382811710316122713633135365141519922791879221236219432217353165228735137271377911271019964172501678202465811673212236012111945163316157597992341720006173412767242410697321230321421822271411452352181581096112426616251758420044702682026242486933223212164222481452143181547669122671716175042008432233199624459217232131640128124481752171548659269141517466201240422118362442113232620502271214617551326668122610815123582016420208212524443182432716592311232925184811410664269811102910202047922225742444540543631717123186382615371351524841062631371772246620244642052593286212219343531572126106237251044129248396146269181916534Gesamt182192226600
Winterspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt1924–1932nicht teilgenommen193611011948nicht teilgenommen19529723132195687121519603026417621311964532519683301111972440221976853215198095422411984108212232198819172154432199222157223221622199425187242251522112219982315814455121112220022513122751012215200640231714191624391121720104020201711111232382131320146029312641211235411213242018502822441161223611213232022432122222131123611121418Gesamt67619
Zwischenspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt1906440313319Gesamt0033
Jugend-Sommerspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt20101005248242221416217142534382122218138296201489434622221229212021131248242234314211420188841471442222218221132111238511122124841613Gesamt16242666
Jugend-Winterspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt201214861214122122282016178922411224314192020321418666144511212024471631613381241021324Gesamt67619
Übersicht der Sportarten Sommerspiele Badminton links|25px|klasse=skin-invert-image
Seit der Einführung des Badmintons bei Olympischen Spielen 1992 nehmen australische Athleten am Badmintonturnier teil. Anna Lao erreichte im Einzel und zusammen mit Rhonda Cator im Doppel jeweils das Viertelfinale. Erst 2012 in London konnte das Doppel Leanne Choo/Renuga Veeran diesen Erfolg wiederholen.
Baseball links|25px|klasse=skin-invert-image
Die erste australische Baseballmannschaft nahm 1996 in Atlanta teil. Die Mannschaft wurde Siebte von acht Mannschaften. Das gleiche Ergebnis wurde bei den heimischen Sommerspielen 2000 erzielt. 2004 konnte sich Australien für das Halbfinale qualifizieren. Japan wurde mit 1:0 besiegt. Im Finale unterlag Australien Kuba mit 2:6, hatte aber die erste olympische Medaille in dieser Sportart gewonnen. Für das bislang letzte olympische Baseballturnier 2008 konnte sich Australien nicht qualifizieren. Name Spiele Disziplin Anmerkung Nationalmannschaft 2004 Athen erster Medaillengewinn
Basketball links|25px|klasse=skin-invert-image
Erstmals war eine australische Basketballmannschaft 1956 in Melbourne bei Olympischen Spielen vertreten. Die Mannschaft erreichte Platz 12. 1964 in Tokio wurde die Mannschaft Neunte, ebenso 1972 in München. 1976 konnte man sich auf Platz 8 verbessern. Diese Platzierung wurde auch 1980 in Moskau erreicht. 1984 in Los Angeles wurden die Männer Siebte. Erstmals trat auch eine Frauenmannschaft an. Sie wurde Fünfte von sechs Mannschaften.
1988 in Seoul konnten beide Mannschaften bis in die Halbfinals vordringen. Die Männer gewannen drei von fünf Vorrundenspielen und besiegten Spanien im Viertelfinale. Im Halbfinale scheiterte Australien an Jugoslawien. Auch das Spiel um Bronze gegen die USA ging verloren. Die Frauen gewannen zwei von drei Vorrundenspielen. Auch sie scheiterten im Halbfinale an Jugoslawien. Das Spiel um Bronze ging gegen die Sowjetunion verloren.
1992 wurden die Männer Sechste. In Atlanta 1996 gab es dann den bislang größten Erfolg im australischen Basketball zu feiern. Die Männer erreichten nach vier Siegen in fünf Vorrundenspielen das Viertelfinale gegen Kroatien und gewannen das Spiel. Im Halbfinale unterlag man den USA und verlor dann auch das Spiel um Bronze gegen Litauen. Die Frauen gewannen drei ihrer fünf Vorrundenspiele. Im Viertelfinale wurde Russland besiegt, im Halbfinale unterlag man den USA. Mit einem 66:56-Sieg über die Ukraine gewannen die Frauen dann die Bronzemedaille.
2000 in Sydney reichte es für die Männer wieder nur für Platz 4. Das Team gewann drei der fünf Vorrundenspiele und besiegte im Viertelfinale Italien. Im Halbfinale unterlag man Frankreich und verlor das Spiel um Bronze wie schon vier Jahre zuvor gegen Litauen. Die Frauen gewannen alle ihre fünf Vorrundenspiele. Im Viertelfinale besiegten sie Polen und im Halbfinale Brasilien. Das Finale gegen die USA ging mit 54:76 verloren.