mini|Kameido-Schrein mini|hochkant|Der Schreinam Ostrand der Stadtteilkarte Honjo (1855) mini|hochkant|Utagawa Hiroshige Der Kameido-Schrein (, Kameido Tenjinsha) im Bezirk Kōtō in Tokyo ist Sugawara no Michizane, dem Beschützer der Gelehrten geweiht.

Geschichte und Bedeutung Michizane (854–903), einer der großen Gelehrten der Heian-Zeit, starb während einer Art Verbannung in Dazaifu und wurde dort in einem groß angelegten Schrein verehrt.Nach dem ihm postum verliehenen Namen Tenman tenjin () werden Schreine nach ihm auch als Tenmangū () bezeichnet. Der Schrein in Edo/Tokyo wird auch als Dazaifu Tenman-gū des Ostens bezeichnet. In der Mitte des 17. Jahrhunderts bemühte sich der Oberpriester des Dazaifu-Schreins, Ōtorii Nobusuke, auch in dem aufblühenden Edo neben dem bereits existierenden Yushima Tenman-gū einen angemessen großen Schrein zu errichten. Er erhielt im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem großen Meireki-Großbrand 1657 im Jahre 1661 ein Gelände neben einem Pflaumen-GartenDas war der Garten mit den Pflaumenbäumen, die Vincent van Gogh nach einem Druck von Hiroshige gemalt hat. in Kameido am Ostrand der Stadt, was gut zur Pflaumenblüte im Wappen der Sugawara passte.Sugawara no Michizane gewidmete Schreine zeigen immer das Pflaumenblüten-Wappen am Giebel. Nach dem Vorbild von Dazaifu wurde vor dem Schrein ein Teich in HerzformDie Herzform von Teichen entsteht durch das in einem Zug gezeichnete Schriftzeichen für Herz: . angelegt, über den zwei Trommelbrücken (, Taiko-bashi) gebaut wurden. Die äußere, größere wird „Männer-Brücke“ (, Otoko-bashi), die innere, kleinere „Frauen-Brücke“ (, Onna-bashi) genannt. Am Teich wurden Spaliere mit Wisterien angelegt.

Der Hof förderte den Schrein. So soll Gomizunoo-tennō die Namenstafel und Reigen-tennō Gedichte zu Tenman tenjin für den Schrein geschrieben haben. 1777 besuchte Shogun Tokugawa Ietsuna den Schrein. 1873 erhielt der Schrein als Stadtschrein (, fusha) die Bezeichnung Kameido-jinja (), 1878 die Bezeichnung Kameido tenjin-sha.

Als Besonderheit des auf Nordsüd ausgerichteten Schreins waren die Ecken des Daches des Eingangstors mit den Shijin () geschmückt. Das sind die vier Tiere in charakteristischen Farben, die in der chinesischen Mythologie den vier Himmelsrichtungen zugeordnet sind. Diese Vorstellung gelangte schon im 8. Jahrhundert nach Japan, wie die Ausmalung des Takamatsuzuka-Grabes (, Takamatsuzuka kofun) in der Präfektur Nara belegt. Der Osten ist durch den Blauen Drachen (Seiryū) gekennzeichnet, der Süden durch den Roten Vogel (Shujaku). Im Westen steht der Weiße Tiger (Byakko), im Norden die Schwarze Schildkröte (Genbu).

Der Schrein brannte im Zweiten Weltkrieg ab. Beim Wiederaufbau verzichtete man auf das Torhaus im Rōmon ()-Stil.

Jedes Jahr am 24. und 25. Januar wird – ähnlich wie in Dazaifu am 7. Januar – das usokae-Ritual (, usokae shinji) durchgeführt. Das ist ein Wortspiel mit uso (), einem Vogel, und uso (), der Lüge. Man hofft durch das Austauschen von hölzernen Uso-Vögeln, Lügen des letzten Jahres mögen sich doch noch in etwas Gutes verwandeln. Da Sugawara no Michizane der Helfer in der Wissenschaft ist, wird der Schrein zur Zeit der Aufnahmeprüfungen für die Universitäten im Januar und Februar häufig aufgesucht, um dort eine Bitt-Tafel (Ema) anzubringen. Im Frühsommer wird eine Woche gefeiert, wenn die Wisterien in voller Blüte stehen. Die im Eingangsbereich mit Würzmehl bestäubten Reisbällchen (, kuzumochi) werden seit 1805 vom Geschäft Funabashiya verkauft.

Der populäre Schrein wurde schon bald zu einem beliebten Ausflugsziel und wurde oft abgebildet. Am bekanntesten ist das Blatt von Hiroshige mit der großen Trommelbrücke, aber es gibt noch weitere Blätter von ihm, die mehr von der Schrein-Anlage zeigen. Bei seiner Darstellung im Winter fehlen allerdings wichtige Details des Torhauses.Hier hat sich wohl Hiroshige, wie auch sonst gelegentlich, an ungenauen Vorlagen orientiert, bevor er sich später selbst auf den Weg dorthin machte und korrekt das Torhaus zeichnete.

Bilder

Anmerkungen

Literatur Kameido Jinja. In: Encyclopedia Nipponica 2001. Shogakukan, Tokio 1996. ISBN 4-09-526125-0 (japanisch). Kameido jinja. In: Tōkyō rekishi no sanpo – jō. Yamakawa, Tokio 1988, ISBN 4-634-29130-4.

Weblinks

Kameido Tenjin-sha

Kategorie:Schrein in der Präfektur Tokio Kategorie:Bauwerk in Kōtō