Concerto for Group and Orchestra ist ein Concerto, das von Jon Lord mit Texten von Ian Gillan geschrieben wurde und erstmals 1969 von der englischen Rockband Deep Purple aufgeführt und aufgenommen wurde. Es erschien im Dezember 1969 als erstes Livealbum der Band bei Tetragrammaton Records (USA) bzw. Harvest Records in Großbritannien. Da die Partituren verlorengegangen waren, wurde es 1999 mit rekonstruierter Partitur erneut aufgeführt.
Die Aufführung von 1969 gehörte, allerdings nach Ars Longa Vita Brevis von The Nice (1968), zu den ersten Kombinationen von Rockmusik mit einem großen Orchester und war wegweisend für weitere Rock-/Orchester-Aufführungen wie Procol Harum Live in Concert with the Edmonton Symphony Orchestra (1972) und Rick Wakemans Journey to the Centre of the Earth (1974).
Geschichte Das Concerto wurde erstmals 24. September 1969 von Deep Purple mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Malcolm Arnold in der Royal Albert Hall aufgeführt. Am 25. August 1970 wurde das Concerto ein weiteres Mal mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Lawrence Foster in der Hollywood Bowl aufgeführt – im Anschluss daran gingen die Partituren verloren. Am 25. und 26. September 1999 folgte die Wiederaufführung mit rekonstruierter Partitur, erneut in der Royal Albert Hall mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Paul Mann.https://www.thehighwaystar.com/rosas/jouni/discos/live06.html Für diese Wiederaufführung nahm Jon Lord einige kompositorische Anpassungen des Werks vor. Beispielsweise fügte er dem zweiten Satz eine zusätzliche Strophe hinzu. Am 6. Mai 2003 erschien ein Musikvideo/DVD einer TV-Ausstrahlung aus dem Jahr 1970. 2012 erschien eine Studioversion des Concertos mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.
Musikalische Form Das Concerto ist in drei Sätze gegliedert und weist Ähnlichkeiten mit dem Concerto grosso, der Sinfonia concertante und dem Orchesterkonzert auf. Im ersten Satz Moderato-Allegro arbeiten die Band und das Orchester nach einer ausgedehnten orchestralen Einführung als individuelle Einheiten, die jeweils die Dominanz über das Hauptthema zu erlangen versuchen und wie Antagonisten zueinander agieren. Der zweite Satz Andante basiert auf zwei Themen, die vom Orchester und der Gruppe einzeln und gemeinsam in verschiedenen Arrangements gespielt werden. Mit dem Gesang von Ian Gillan integriert sich die Band zunehmend in den Orchesterklang. Im dritten Satz Vivace-Presto verweben sich die Klänge von Band und Orchester enger und die Unterschiede zwischen beiden verschwinden fast vollständig. Abgesehen von einem Schlagzeugsolo von Ian Paice wird dieser Satz wechselnd im 6/8 und 2/4-Takt gespielt.
Titelliste Originalaufführung Symphony No. 6, Op. 95 (Malcolm Arnold) – The Royal Philharmonic Orchestra (25:13) 1st Movement: Energico (9:19) 2nd Movement: Lento (8:52) 3rd Movement: Con Fuoco (7:02) Hush (Joe South) – Deep Purple (4:42) Wring That Neck (Ritchie Blackmore, Nick Simper, Jon Lord, Ian Paice) – Deep Purple (13:23) Child in Time (Blackmore, Ian Gillan, Roger Glover, Lord, Paice) – Deep Purple (12:06) Concerto for Group and Orchestra (Jon Lord, mit Text von Ian Gillan) – Deep Purple mit dem Royal Philharmonic Orchestra (51:43) First Movement: Moderato-Allegro (19:23) Second Movement: Andante (19:11) Third Movement: Vivace-Presto (13:09) Parts of the Concerto’s Third Movement (Zugabe) (5:53)
Auf dem Album von 1969 wurde nur das Concerto for Group and Orchestra veröffentlicht.Concerto for Group and Orchestra bei discogs Die Aufnahmen von Hush, Wring That Neck und Child in Time aus der Royal Albert Hall finden sich auf der 1977 erschienenen Kompilation Powerhouse.Powerhouse bei discogs
Bewertungen In einem Interview für das Krankenhausradio in Huddersfield im Jahr 1970, kurz nach der Aufführung in der Royal Albert Hall, äußerte sich Arnold positiv über diese Erfahrung:
Wohingegen Ritchie Blackmores rückblickende Betrachtung 1979 in einem Interview mit der Zeitschrift Sounds weniger positiv ausfiel:Sounds, 15. Dezember 1979.
Trivia Einige Takte des dritten Satzes des Concerto for Group and Orchestra werden in der 91. Tatort-Folge aus dem Jahr 1978 als Hintergrundmusik verwendet.
Das Cover der Konzert-DVD In Live Concert At The Royal Albert Hall der schwedischen Metal-Band Opeth ähnelt absichtlich dem Cover von Deep Purples Concerto for Group and Orchestra in Layout, Farbgebung und Motiv. Damit möchte Opeth ihre langjährige Liebe zur Band und ihre Prog-Rock-Wurzeln zum Ausdruck bringen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Historisches Konzert Kategorie:Deep-Purple-Album Kategorie:Album (Progressive Rock) Kategorie:Album (Rock) Kategorie:Album 1969 Kategorie:Album 2003 Kategorie:Livealbum Kategorie:Royal Albert Hall Kategorie:Royal Philharmonic Orchestra