Brasilien, dessen NOK, das Comitê Olímpico Brasileiro, 1935 gegründet wurde, nahm erstmals 1920 an Olympischen Spielen teil. Seitdem wurden Athleten, mit Ausnahme der Spiele von 1928, zu sämtlichen Sommerspielen entsandt. Seit 1992 nimmt Brasilien auch an den Winterspielen teil.

Allgemeine Übersicht der Teilnahmen Die erste Teilnahme Brasiliens an Olympischen Spielen fand 1920 in Antwerpen statt. Schon 1900 war mit Adolphe Klingelhoefer ein Brasilianer angetreten. Doch wird er weder vom IOC noch vom brasilianischen NOK als Teilnehmer Brasiliens geführt. Klingelhoefer wurde am 5. Mai 1880 in Paris als Sohn eines brasilianischen Diplomaten geboren. Er war Mitglied des Racing Club de France und trat 1900 in drei Disziplinen der Leichtathletik an. Ein Sporthistoriker konnte 2009 nachweisen, dass Klingelhoefer die brasilianische Staatsangehörigkeit hatte, dennoch wird er als Franzose gelistet.Artikel im Portal Globoesporte vom 8. Mai 2014 (port.) Die ersten offiziellen Olympioniken waren 1920 die Sportschützen Guilherme Parãense, Afrânio da Costa, Sebastião Wolf, Fernando Soledade, Demerval Peixoto, Dario Barbosa und Mário Maurity, die am 2. August 1920 ihre Wettkämpfe bestritten. Die erste Frau aus Brasilien bei Olympischen Spielen war 1932 in Los Angeles die Schwimmerin Maria Lenk, die am 7. August 1932 über 100 Meter Freistil antrat.

Der erste Wintersportler Brasiliens bei Olympischen Winterspielen war am 9. Februar 1992 in Albertville Lothar Munder im Abfahrtslauf. Evelyn Schuler trat am 18. Februar 1992 als erste Frau des Landes bei Winterspielen im Super-G an.

In Antwerpen 1920 konnten die ersten Medaillen gewonnen werden. Erster Medaillengewinner war der Sportschütze Afrânio da Costa, der mit der freien Pistole die Silbermedaille gewann. Erster Olympiasieger wurde sein Teamkamerad Guilherme Parãense, der mit der Militärpistole siegte. Die erste und einzige Medaille gewonnen bei den Olympischen Winterspielen war eine Goldmedaille von Lucas Pinheiro Braathen im Riesenslalom bei den Olympischen Winterspielen 2026, womit er die erste Goldmedaille für Brasilien und die erste Medaille für ein südamerikanisches Land bei Olympischen Winterspielen gewinnen konnte.

Die erste Olympiamannschaft umfasste zwölf Athleten. Die Mannschaftsgröße wuchs immer mehr an und hatte 1952 in Helsinki mit 97 Teilnehmern ihren vorläufigen Höhepunkt.

1980 in Moskau wurden erstmals mehr als 100 Teilnehmer entsandt. 1996 in Atlanta waren es erstmals mehr als 200. 13 Athleten waren 2014 in Sotschi: Teilnehmerrekord Brasiliens bei Winterspielen. Die mit Abstand größte Delegation mit 465 Athleten kam bei den Heimspielen 2016 in Rio de Janeiro zum Einsatz. Die größte Delegation, die außerhalb des Heimatlandes teilnahm, wurde 2020 nach Tokio entsandt. Hier nahmen insgesamt 302 Athleten teil.

Erfolgreichste Teilnehmerin ist die Kunstturnerin Rebeca Andrade, der zwischen 2020 und 2024 zwei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen konnte. Erfolgreichster Mann is der Segler Robert Scheidt, der zwischen 1996 und 2016 zwei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen konnte. Torben Grael, ebenfalls Segler, gewann zwischen 1984 und 2004 ebenfalls fünf Medaillen. Auch er war zwei Mal Olympiasieger, gewann jedoch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Erfolgreichste Mannschaft ist die Volleyballnationalmannschaft der Männer. Seit 1984 gewannen sie drei Gold- und drei Silbermedaillen. Die Frauen steuerten zwei Gold-, eine Silber und drei Bronzemedaillen bei. Erfolgreichste Sportart jedoch ist das Segeln. Insgesamt 19 Medaillen konnten brasilianische Segler gewinnen: acht Gold-, drei Silber- und acht Bronzemedaillen. Die meisten Silbermedaillen gewannen die Beachvolleyballer mit sieben, die meisten Bronzemedaillen mit 19 die Judoka, die zudem auch insgesamt die meisten Medaillen gewannen, nämlich 28.

Die zweiterfolgreichste Teilnahme fand 2016 in Rio de Janeiro statt. Bei den Heimspielen gewannen die brasilianischen Athleten 19 Medaillen, davon sieben Gold-, sechs Silber- und sechs Bronzemedaillen. Die erfolgreichste Teilnahme fand 2021 in Tokio statt. Gesamtleistung der Nation bei den Olympischen Spielen fand bei den Olympischen Sommerspielen 2020 statt. Mit 2016 Spielen in Bezug auf die Anzahl der Goldmedaillen (7) und Silbermedaillen (6), aber mit 2 weiteren Bronzemedaillen (8), wurde Brasilien die zweite Nation, die ihre Medaillenzahl bei den Olympischen Spielen übertraf, unmittelbar nach einer, die sie ausrichtete (die andere einer war Großbritannien bei den Olympischen Spielen 2016). Brasilien brach den Rekord für 21 Medaillen und war auch auf dem Medaillenspiegel auf dem höchsten Platz (12. Platz).

Übersicht der Teilnahmen Sommerspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1896 nicht teilgenommen 1900weder vom IOC noch vom brasilianischen NOK anerkannt 1 1 0 1904–1912 nicht teilgenommen 1920 16 16 0 Afrânio da Costa 1 1 1 3 15 1924 11 11 0 Alfredo Gomes 1928 nicht teilgenommen 1932 50 49 1 Lúcio de Castro 1936 73 67 6 Sylvio Padilha 1948 70 59 11 Sylvio Padilha 1 1 34 1952 97 92 5 Mário Jorge 1 2 3 24 1956 47 46 1 Adhemar da Silva 1 1 24 1960 72 71 1 Adhemar da Silva 2 2 39 1964 61 60 1 Wlamir Marques 1 1 35 1968 76 73 3 João Gonçalves Filho 1 2 3 35 1972 81 78 3 Luiz Cláudio Menon 2 2 41 1976 79 72 7 João Carlos de Oliveira 2 2 36 1980 106 91 15 João Carlos de Oliveira 2 2 4 17 1984 147 126 21 Eduardo de Souza 1 5 2 8 19 1988 160 127 33 Wálter Carmona 1 2 3 6 24 1992 182 132 50 Aurélio Miguel 2 1 3 25 1996 221 156 65 Joaquim Cruz 3 3 9 15 25 2000 198 106 92 Sandra Pires 6 6 12 53 2004 243 124 119 Torben Grael 5 2 3 10 16 2008 268 139 129 Robert Scheidt 3 4 10 17 22 2012 248 131 117 Rodrigo Pessoa 3 5 9 17 22 2016 465 256 209 Yane Marques 7 6 6 19 13 2020 302 160 142 Bruno Rezende und Ketleyn Quadros 7 6 8 21 12 2024 277 123 154 Isaquias Queiroz und Raquel Kochhann 3 7 10 20 20 Gesamt 40 49 81 170 32

Winterspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1924–1988 nicht teilgenommen 1992 7 6 1 Hans Egger 1994 1 1 0 Lothar Munder 1998 1 1 0 Marcelo Apovian 2002 10 8 2 Mirella Arnhold 2006 9 6 3 Isabel Clark Ribeiro 2010 5 2 3 Isabel Clark Ribeiro 2014 13 6 7 Jaqueline Mourão 2018 9 6 3 Edson Bindilatti 2022 10 6 4 Jaqueline MourãoEdson Bindilatti 2026 14 10 4 Lucas Pinheiro BraathenNicole Silveira 1 1 Gesamt 1 0 0 1 -

Bewerbung und Ausrichtung Olympischer Spiele Bewerbungen mini|Jubel bei der brasilianischen Delegation bei der Vergabe der 31. Olympischen Spiele 2016 nach Rio de Janeirov. l. n. r.: Sportminister Orlando Silva, Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Präsident des OK Carlos Arthur Nuzman, Fußballlegende Pelé, Bürgermeister Eduardo Paes, Finanzminister Henrique Meirelles und Sérgio Cabral Filho, ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro

Rio de Janeiro hat sich sechs Mal für die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele beworben. Zudem legte Rio eine Bewerbung für die Reiterspiele 1956 vor, da die Reitwettbewerbe auf Grund der strengen Quarantänebestimmungen für Pferde nicht im australischen Melbourne abgehalten werden konnte.

Rios erste Bewerbung wurde für die Spiele von 1936 eingereicht. Rio bekam im ersten Wahlgang keine einzige Stimme. Das Gleiche war bei der Bewerbung für die Spiele von 1940 der Fall. Ebenfalls im ersten Wahlgang scheiterte man bei der Bewerbung für die Reiterspiele 1956, allerdings erhielt man acht Stimmen. Stimmenlos im ersten Wahlgang schied Rio bei der Bewerbung für die Spiele von 1960 aus. Die Bewerbungen für die Spiele von 2004 und 2012 wurden vom IOC nicht akzeptiert und abgelehnt. Bei der Wahl für die Ausrichtung der Spiele von 2016 siegte Rio im dritten Wahlgang mit 66:32 Stimmen über Madrid.

Eine Bewerbung der brasilianischen Hauptstadt Brasília für die Ausrichtung der Spiele von 2000 wurde zurückgezogen.

Ausrichtung mini|Vanderlei de Lima entzündet das olympische Feuer Als erstes südamerikanisches Land richtete Brasilien die Olympischen Spiele aus. Die Eröffnungsfeier fand am 5. August 2016 in Rio de Janeiro statt. Einzelne Spiele des olympischen Fußballturniers wurden schon am 3. und 4. August ausgetragen. Die olympische Flamme wurde von Vanderlei de Lima, Bronzemedaillengewinner 2004 im Marathonlauf, entzündet. Der olympische Eid wurde für die Aktiven vom Segelsportler Robert Scheidt gesprochen. Den Eid der Kampfrichter legte Martinho Nobre ab, den der Trainer Adriana Santos.

IOC-Mitglieder Brasilien hat zwei IOC-Mitglieder. Carlos Arthur Nuzman, Präsident des brasilianischen NOKs, war von 2000 bis 2013 Mitglied. Seit 2013 ist er Ehrenmitglied. 2013 wurde Bernard Rajzman zum IOC-Mitglied gewählt. Rajzman war 1984 Mannschaftsmitglied der Volleyballmannschaft, die in Los Angeles Silber gewann.

Übersicht der Sportarten Sommerspiele Badminton links|25px|klasse=skin-invert-image

Im olympischen Badminton nahm Brasilien erstmals 2016 teil. Der erste Mann war Ygor Coelho, die erste Frau Lohaynny Vicente. Beide schieden mit jeweils zwei Niederlagen nach der Gruppenphase aus. In Tokio 2020 (ausgetragen im Jahr 2021) wurde Brasilien im Badminton durch Ygor Coelho bei den Herren und Fabiana Silva bei den Damen vertreten. Obwohl beide Athleten engagierte Leistungen zeigten und Coelho sogar ein Gruppenspiel gegen Georges Paul aus Mauritius gewinnen konnte, reichten die Ergebnisse nicht für ein Weiterkommen, sodass beide bereits nach der Gruppenphase vorzeitig aus dem olympischen Turnier ausschieden. Bei den Spielen in Paris 2024 gelang Juliana Viana im Dameneinzel mit einem Zweisatzsieg gegen Lo Sin Yan aus Hongkong der allererste olympische Matchgewinn einer brasilianischen Badmintonspielerin überhaupt; trotz dieses historischen Meilensteins schied sie als Gruppenzweite knapp aus, während Ygor Coelho bei den Herren nach zwei Niederlagen in der Vorrunde ebenfalls die K.-o.-Phase verpasste.

Basketball links|25px|klasse=skin-invert-image

1936 in Berlin nahm erstmals eine brasilianische Mannschaft am olympischen Basketballturnier teil. Mit einem Sieg und drei Niederlagen endete das Turnier für Brasilien auf Platz 9. Doch schon beim nächsten Turnier 1948 in London stellte sich der Erfolg ein. Brasiliens Mannschaft gewann die Bronzemedaille. In der Gruppenphase schaffte Brasilien fünf Siege in fünf Spielen. Im Viertelfinale wurde die Tschechoslowakei mit 28:23 besiegt, im Halbfinale unterlag man Frankreich mit 33:43. Im Spiel um Bronze schlug Brasilien Mexiko mit 52:47.

1952 in Helsinki gab es Niederlagen gegen Argentinien (erste Gruppenphase) sowie die Sowjetunion und die USA (zweite Gruppenphase). Dadurch reichte es für Brasilien nur zu den Platzierungsspielen, bei denen man Platz 6 erreichte. Ebenso enttäuschend verlief das Turnier 1956 in Melbourne. Nach drei Niederlagen im Viertelfinale, das in vier Gruppen durchgeführt wurde, konnte man sich in der Platzierungsrunde wieder nur auf Platz 6 behaupten.

1960 in Rom begann die bis dahin erfolgreichste Zeitspanne für Brasiliens Auswahl. In Rom erreichte Brasilien nach fünf Siegen in fünf Spielen die Finalrunde. Man unterlag zuerst der Sowjetunion (62:64). Der Zweitrundensieg über Italien wurde mit in die Finalrunde übernommen, so blieb als letztes das Spiel gegen die USA. Mit 63:90 wurde das Spiel verloren, es reichte jedoch für die Bronzemedaille. 1964 in Tokio konnte Brasilien wieder Bronze gewinnen. Im Halbfinale unterlag man den USA mit 47:53. Im Spiel um Bronze wurde Puerto Rico mit 76:60 geschlagen. In Mexiko-Stadt 1968 erreichte Brasilien zum dritten Mal in Folge das Halbfinale. Wieder traf man auf die USA, wieder gab es eine Niederlage (63:75). Auch das Spiel um Bronze wurde verloren, diesmal gegen die Sowjetunion (53:70).