mini|Blick auf Dittwar vom Grasberg (2013) mini|Blick vom Kirchenberg auf die Ortsmitte (2017) mini|Blick vom Geißberg (2021) Dittwar ist einer von sieben Stadtteilen von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis mit 693 Einwohnern.Stadt Tauberbischofsheim: Start >> Stadt & Politik >> Unser TBB >> Stadtteile >> Dittwar. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 27. April 2019.
Geographie mini|Gemarkung von Dittwar, 1907 Geographische Lage mini|Dittwar mit seinen Nachbargemeinden
Dittwar liegt etwa sechs Kilometer südwestlich von Tauberbischofsheim entfernt im Muckbachtal, einem Seitental des Mittleren Taubertals der naturräumlichen Einheit Taubergrund. Zum Stadtteil Dittwar gehören das Dorf Dittwar (), die Wohnplätze Lerchenrain ()LEO-BW.de: Lerchenrain – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 31. Juli 2018. und Siedlung Heidenkessel ()LEO-BW.de: Siedlung Heidenkessel – Wohnplatz auf der Website leo-bw.de. Abgerufen am 31. Juli 2018. sowie die abgegangene Ortschaft Willenzheim.LEO-BW.de: Willenzheim – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 31. Juli 2018. Der mit höchste Punkt befindet sich an der „Hussenbacher Höhe“, der mit tiefste in den „Rohrwiesen“. Dittwar wird ringsum von Hügeln begrenzt, seine Häuser stehen in der Form eines langgestreckten und locker bebauten Haufendorfes eingebettet inmitten einer weiten Talsohle, die von zwei Hauptbächen durchzogen wird, welche die gesamte Gemarkung entwässern.Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Manfred Maninger – Chronik der Gemeinde Dittwar, 1968. online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 14. Oktober 2014.LEO-BW.de.: Dittwar, Altgemeinde/Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 14. März 2017. In Dittwar mündet der Ölbach, der selbst vom Reißberg-, Straßen- und Eisgrundgraben mit Wasser gespeist wird, von links in den Muckbach. Ebenfalls im Ortsbereich münden zuvor der SteigegrabenIm Dittwarer Ortsdialekt auch als „Staach“ bezeichnet, für die Steige bzw. den Steigweg, der am Rand des Grabens aus Richtung Oberlauda herabführt., der kurze Teichabfluss Weiherbach des Dittwarer Weihers und knapp nach dem Ortsende der Bach aus der Lerchenklinge in den Muckbach. Dieser wiederum fließt am Bahnhof Dittwar von rechts in den Brehmbach ein, einen linken Zufluss der unteren Tauber bei Tauberbischofsheim.
Nachbargemeinden Jenseits des Dorfes grenzen im Norden Tauberbischofsheim mit dem Dittwarer Bahnhof an, im Nordosten Dittigheim mit Hof Steinbach, im Osten Hof Steinbach und Distelhausen, im Südosten Oberlauda, im Süden Heckfeld, im Westen Gissigheim und im Nordwesten Königheim.
Schutzgebiete und Naturdenkmale Auf der Dittwarer Gemarkung gibt es folgende Schutzgebiete und Naturdenkmale (siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Tauberbischofsheim): Naturdenkmal 1 Linde Dittwar Obere Seegärten (Schutzgebiets-Nr. 81281150014); Einzelgebilde; eine Linde; Gissigheimer Straße, an der Abzweigung in den Eisgrundgraben; seit dem 10. März 1992.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150014 1 Linde Dittwar Obere Seegärten. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 29. Juli 2016. Naturdenkmal Steinriegel Dittwar Burghelle (Schutzgebiets-Nr. 81281150013); 1,2 ha; flächenhaftes Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150013 Steinriegel Dittwar Burghelle. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 29. Juli 2016. Wasserschutzgebiet Dittwar/Königheim/Gissigheim/Heckfeld/Oberlauda (WSG-Nr. 128208); 5986,90 ha; seit dem 22. Juli 1994.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 29. Juli 2016. Es ist damit eines der größten Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis.
Klima Dittwar's Klima wird als warm und gemäßigt klassifiziert. Der Jahresniederschlag beträgt 662 mm. Es gibt ganzjährig deutliche Niederschläge, wobei selbst der trockenste Monat März noch vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen aufweist. Am meisten regnet es im Juni. In Dittwar herrscht im Jahresdurchschnitt eine Temperatur von 9,6 °C. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken im Jahresverlauf um 18,6 °C zwischen dem wärmsten Monat im Juli (mit durchschnittlich 18,5 °C) und dem kältesten im Januar (mit durchschnittlich -0,1 °C).
Geschichte Frühzeit Prähistorische Funde, unter anderem ein Opferstein am Heidenkessel, deuten darauf hin, dass das heutige Dittwarer Siedlungsgebiet bereits in der Zeit v. Chr. besiedelt war. Am „Wetterkreuz“ trafen sich die beiden Keltenfernstraßen Main-Neckar und Spessart-Hohenlohe. Auch der Opferstein am Heidenkessel ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs.
Mittelalter Um das Jahr 1100 wurde Dittwar erstmals urkundlich erwähnt als „Tieteburen“. Noch vor dem Jahre 900 wird eine Besiedelung des Ortes als Ausbauort auf Kosten des abgegangenen Willenzheim angenommen. Im Jahre 1169 folgte eine weitere urkundliche Erwähnung, als Henricus de Luden sein Castrum „Dietebure“ dem Fürstbischof Herold zu Würzburg vermachte und wieder als Lehen zurückbekam. In der Folge durfte das Kloster Gerlachsheim Abgaben von den Dittwarer Bürgern verlangen. Die längste Zeit seiner nachweisbaren Geschichte gehörte Dittwar den Fürstbischöfen von Würzburg und später von Mainz. Die Burg hatte innerhalb der bischöflichen Oberhoheit verschiedene Herren. 1197 mussten die Einwohner Dittwars auf Anordnung der Herren von Rineck, die Erben und Nachfahren der de Luden waren, bedeutende Sachwerte an das Kloster Gerlachsheim abliefern. Ab 1222 wurde die Gemeinde als selbständige Pfarrei genannt. 1245 wurde Conradus zu Tieteburen als erster Ortsadeliger genannt. 1369 wurde die Dittwarer Burg „Helle“ im Besitz des Münch aufgeführt, bevor diese 1371 von den Herren von Riedern übernommen wurde.
Der Ortsname entwickelte sich von „Ditebure“ (dit (mhd) = Volk, Leute, gemein, gewöhnlich; bure (mhd) = Bauer, Nachbar)Findebuch zum mittelhochdeutschen Wortschatz von Kurt Gärtner, Christoph Gerhardt, Jürgen Jaehrling, Ralf Plate, Walter Röll, Erika Timm. Datenverarbeitung: Gerhard Hanrieder. Mit einem rückläufigen Index. Stuttgart: S. Hirzel 1992. über „Dydebuor“, „Dytbuer“, „Dietbur“, „Dytewure“, „Dietwar“ zu „Dittwar“. Ein zweiter Deutungsansatz für bure weist auf das mittelhochdeutsche Wort burc hin. Da die Erstnennung Dittwars im Zusammenhang mit der Schenkung des Castrum Dietebure von Graf Henricus de Luden an den Fürstbischof von Würzburg steht, könnte damit auch eine einfache Burg gemeint sein. Im 12. Jahrhundert waren dies meist einfache Holz- oder Steintürme auf natürlichen oder künstlichen Erhöhungen. Für Dittwar ist eine solche Burg auf dem Gewann Losenhof, der Anhöhe zwischen Dittwar und Hof Steinbach, nachgewiesen. Von dort konnte der Eingang zum Muckbachtal und damit der Zugang nach Oberlauda und Heckfeld überwacht werden. In der umgangssprachlichen Ortsbezeichnung „Dibba“ sind die mittelhochdeutschen Wurzeln noch erkennbar. In den folgenden Schreibweisen wurde Dittwar im Laufe der Geschichte urkundlich erwähnt:
Neuzeit Im Jahre 1502 wurde Willetzheim (manchmal auch Willenzheim oder Wieletzheim genannt) – eine alte, vermutlich frühmittelalterliche Siedlung auf der historischen Gemarkung von Dittwar – beim Amt Grünsfeld urkundlich erwähnt. 1560 wurde das vor der Gebietsreform in Baden-Württemberg auf der Dittwarer Gemarkung liegende Dorf Willetzheim erneut urkundlich erwähnt. Als der Ort in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts oder der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wohl aufgegeben wurde, blieb er nur noch als Flurname zwischen Dittwar und Dittigheim erhalten.Franz Gehrig, Hermann Müller: Tauberbischofsheim. Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e. V., Tauberbischofsheim 1997, S. 20–23 (Abgegangene Siedlungen: Willetzheim und Farental).Benachbarte Orte. Willetzheim und andere verschwundene Siedlungen. (…) Wieletzheim Zinsen auf Martini (1502). Veröffentlicht in: 300 Jahre Kreuzkapelle, Lauda, StieberDruck 1983.
1581 wurde ein Kauf „der Mühlen und des zugehörigen Güterstandes“ in Dittwar urkundlich erwähnt. 1591 erlangte das Fürstbistum Mainz die Oberhoheit über Dittwar bis zu dessen Säkularisation 1803. 1631 wurde die Dittwarer Burg „Helle“ zerstört. 1660 wurden zwei Figuren am Kreuzhölzlein aufgefunden, welche die spätere Wallfahrt zum Kreuzhölzle Dittwar begründeten. 1668 kam es zur ältesten bekannten Volkszählung. 1803 erhielt der Fürst zu Leiningen auf Grund des Napoleonischen Entschädigungsvertrages unter anderem Dittwar mit seiner Gemarkung. Nach Auflösung des Fürstentums durch die Rheinbundakte gehörte Dittwar ab 1806 dann zum neuen Großherzogtum Baden und ab 1919 zum Land Baden, das aus dem Großherzogtum Baden hervorging, bevor der Ort ab 1871 zum Deutschen Reich gehörte. Als es 1952 zur Gründung des Südweststaates kam, löst sich Baden in seiner Selbständigkeit auf und Dittwar gehörte fortan zum neu geschaffenen Bundesland Baden-Württemberg.
In der Nachkriegszeit wurden im Ort neue Wohngebiete in den Gewannen Mühläcker (im Jahr 1950) und Kirchenberg (im Jahr 1963) geschaffen. Im Bereich Dittwar-Oberlauda fand von 1969 bis 1989 die Flurbereinigung durch das Amt für Flurneuordnung und Landentwicklung Tauberbischofsheim statt.Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Flurbereinigung Dittwar-Oberlauda von 1969–1989. online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
Ab 1813 gehörte der Ort zum Bezirksamt Tauberbischofsheim, das wiederum im Landkreis Tauberbischofsheim und 1973 im Main-Tauber-Kreis aufging. Am 1. Januar 1975 wurde die zuvor selbstständige Gemeinde Dittwar gemeinsam mit Distelhausen und Dittigheim während der Gebietsreform in Baden-Württemberg nach Tauberbischofsheim eingemeindet.
Am 21. Juni 1984 zerstörte ein Jahrhunderthochwasser, die Fronleichnamsflut, große Teile des Dittwarer Ortskernes und der umliegenden Gemeinden, insbesondere in Königheim.Harald Fingerhut: Welle wälzt sich mit Wucht durch Weinort. Die Fronleichnamsflut am 21. Juni 1984 richtete vor allem in Königheim, aber auch in Kupprichhausen und Dittwar enorme Schäden an. In: Fränkische Nachrichten. 22. Juli 2016. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 20. November 2016. Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth besuchte Dittwar, einen der am schwersten betroffenen Orte im Katastrophengebiet, am 23. Juni 1984.Landratsamt des Main-Tauber-Kreises (1984): Dokumentation der Unwetterkatastrophe im Main-Tauber-Kreis, S. 4. Daraufhin erfolgte eine große, mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg geförderte Sanierung.
Vom 19. bis 21. Juli 2019 wird im Rahmen des Dorffestes das 850-jährige Bestehen von Dittwar gefeiert.Fränkische Nachrichten: 850 Jahre Dittwar. Vorbereitungen für das Festwochenende vom 19. bis 21. Juli laufen auf Hochtouren. 30. März 2019. Online unter www.fnweb.de. Abgerufen am 17. Juli 2019. Diesbezüglich plant der Heimat- und Kulturverein Dittwar eine neue Ortschronik vorzustellen, die sich mit der Zeit ab 1960 beschäftigen wird.
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