Agno (italienisch: [], deutsch veraltet Eng; in einheimischer Mundart: []) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin, Hauptort des Kreises Agno des Bezirks Lugano in der Region Malcantone.

Geographie Das Dorf am Luganersee ist die wichtigste Ortschaft im Malcantone und umfasst die Ortsteile «Cassina d’Agno», «Mondonico» und «Serocca». Nachbargemeinden sind Magliaso, Bioggio, Neggio, Vernate, Collina d’Oro und Muzzano.

Geschichte mini|Agno. Luftbild von Werner Friedli (1963) mini|Kollegiatkirche Santi Giovanni Battista und Provino mini|Flugplatz Lugano-Agno mini|Flugplatz Lugano-Agno. Luftbild von Werner Friedli (1964) mini|x230px|Romanischer Sarkophag mini|Golf von Agno

Im Jahr 735 wird erstmals ein cl. basilice Sci. Iohannis Aniasce‚ Geistlicher der Kirche des heiligen Johannes von Agno erwähnt, 874 ein Gundoaldus notarius de vico Amni. Der Ortsname wird zurückgeführt auf vulgärlateinisches amnius, eine Ableitung zu Latein amnis für Wasserlauf, Fluss, und verweist wohl auf den Vedeggio, der bei Agno in den Luganersee mündet.

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage am Luganersee und an der Strasse von Ponte Tresa zum Monte Ceneri war Agno möglicherweise Mittelpunkt eines römischen Pagus (archäologische Funde im örtlichen Museo plebano). Mehrere Marktprivilegien belegen die Rolle Agnos als altes Handelszentrum und noch immer wird der Jahrmarkt Fiera di San Provino am zweiten Montag im März abgehalten.

Zum Besitz des Erzbischofs von Mailand gehörte im Mittelalter auch ein Fischereirecht, das später an den Bischof von Como, dann in lokalen Privatbesitz überging und schliesslich 1843 durch die kantonalen Behörden aufgehoben wurde.

Die Pfarrei reicht in das 6. oder 7. Jahrhundert zurück und bestand ohne Zweifel im 9. Jahrhundert. Eine Überlieferung, die noch bei der Pfarrvisitation von 1684 bestand, behauptet, dass das Chorherrenstift von Kaiser Otto II. (973–983) bei seinem Zuge nach Italien gegründet und dotiert worden sei. Die Stiftskirche San Giovanni Battista, in der Reliquien des Schutzpatrons San Provino – des zweiten Bischofs von Como – aufbewahrt werden, steht auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaus. Das erste Dokument, welches das Stiftskapitel erwähnt, ist von 1192. Der erste Propst, dessen Name bekannt ist, war Guglielmo da Marchirolo (1288–1301). 1591 umfasste die Pfarrei noch Magliaso, Neggio, Bioggio und Pura.

Am Fuss der Kirche lag der älteste Dorfkern, der sich später gegen den Hügel und vor allem in der Ebene und entlang der Strassenachsen ausdehnte. Durch die Korrektur des Flusses Vedeggio 1906 und die Trockenlegung der Ebene von Agno, mit der schon im 19. Jahrhundert begonnen worden war, vergrösserte die Gemeinde ihre nutzbare Fläche beträchtlich, die anfänglich vor allem als Agrarland diente. Die rasche Ausbreitung von Industrie und Gewerbe nach dem Zweiten Weltkrieg und des Tourismus als Wirtschaftsfaktor widerspiegelten sich ab 1960 im Bevölkerungswachstum. Der Flugplatz von Agno fertigt seit 1980 Linienflüge ab und steigerte seine Bedeutung aufgrund des Tourismus und des wachsenden Finanzplatzes in Lugano, bis er sich mit grösseren finanziellen Problemen konfrontiert sah.

Bevölkerungsentwicklung

Verkehr mini|Stationsgebäude Agno, Strassenseite (2007) Agno liegt an der Strasse von Ponte Tresa nach Lugano und wird durch die Schmalspurbahn Lugano–Ponte-Tresa erschlossen. Der internationale Flughafen Lugano liegt auf Gemeindegebiet. Wegen der schönen Lage am See verfügt die Gemeinde über mehrere Camping-Plätze.

Sehenswürdigkeiten

Kollegiatkirche Santi Giovanni Battista und Provino, schon erwähnt im Jahr 735 Museo plebano bei der KollegiatkircheMuseo plebano auf portal.dnb.de (abgerufen am: 26. Mai 2016.) Gemeindehaus Natale Vicari Palazzo Quadri Casa Fossati Grosser öffentlich zugänglicher Park am See

Veranstaltungen Agno Open Air Festival

Unternehmungen Die Firma Mikron

Sport FC Malcantone Agno

Persönlichkeiten

Literatur Giovanni Boffa: Ecclesia collegiata amniensis (La Collegiata di Agno), (Übersetzung von Jan Lubomirski), Agno 1981. Virgilio Chiesa: Agno. In: Lineamenti storici del Malcantone. Tipografia Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.

Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 400–401. Fabrizio Panzera (Hrsg.): Piano del Vedeggio. Dalla strada Regina all’Aeroporto. Salvioni, Bellinzona 2008. Giovanni Maria Staffieri: Agno. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 16–21, 101, 103. Celestino Trezzini: Agno In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Affo – Alther, Attinger, Neuenburg 1921, S. 174 (Digitalisat), (abgerufen am 3. Juli 2017).

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Agno Amt für Statistik des Kantons Tessin: Agno (italienisch) Agno: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise Barbara Meroni: Agno TI (Lugano). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 78.

Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 400–401.

Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 818