mini|Logo mini|25. BSPC in Riga, Gruppenbild am 29. August 2016 mini|28. BSPC 2019 in Oslo, Gruppenbild im Storting
Die Ostseeparlamentarierkonferenz (Baltic Sea Parliamentary Conference, Abk. BSPC) ist ein Zusammenschluss nationaler und regionaler Parlamente aus dem Ostseeraum und mit Bezug zum Ostseeraum. Die Konferenz findet jährlich statt und wurde 1991 auf Initiative des finnischen Präsidenten Mauno Koivisto, dem Nachfolger von Urho Kekkonen gegründet. Sie soll eine gemeinsame Identität innerhalb der Ostseeregion durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den nationalen und regionalen Parlamenten fördern.
Mitglieder mini|Karte der Mitgliedsstaaten Derzeit gehören jeweils elf nationale und regionale Parlamente sowie fünf parlamentarische Institutionen aus der Ostseeregion, einschließlich Russland, Norwegen, Island und Grönland, dem Gremium an. Aus Deutschland arbeiten folgende Parlamente in der Ostseeparlamentarierkonferenz mit: der Deutsche Bundestag, die Bremische Bürgerschaft, die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, der Landtag Schleswig-Holstein und der Landtag Mecklenburg-Vorpommern.
Nationale Parlamente Föderationsversammlung () (ausgesetzt seit 2022) Folketing () Bundestag () Riigikogu () Eduskunta () Althing () Saeima () Seimas () Storting () Polnisches Parlament () Reichstag ()
Regionale Parlamente Løgting () Åland () Bremische Bürgerschaft () Hamburgische Bürgerschaft () Landtag Mecklenburg-Vorpommern () Landtag Schleswig-Holstein () Inatsisartut () Kaliningrader Gebietsduma () (ausgesetzt seit 2022) Parlament der Republik Karelien () (ausgesetzt seit 2022) Parlament der Oblast Leningrad () (ausgesetzt seit 2022) Parlament von Sankt Petersburg () (ausgesetzt seit 2022)
Parlamentarische Institutionen Baltische Versammlung Europaparlament Nordischer Rat Parlamentarische Versammlung des Europarates Parlamentarische Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
Ziel Die Konferenz dient der Stärkung der gemeinsamen Identität des Ostseeraumes und fördert die Diskussion und den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Parlamenten sowie mit anderen Gremien und Organisationen auf internationaler und interregionaler Ebene. Ferner nehmen sich die Ostseeparlamentarier gemeinsamer ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Fragestellungen an, leiten entsprechende politische Maßnahmen ein und begleiten diese.
Arbeit Einmal jährlich kommen die Volksvertreter zusammen, um ihre Forderungen gegenüber den eigenen Regierungen, der EU, dem Ostseerat sowie weiteren Akteuren in der Ostseeregion zu formulieren. Der Ständige Ausschuss der BSPC bereitet gemeinsam mit dem jeweiligen Gastgeberland die Konferenz vor und verfolgt die Umsetzung der von den Parlamentariern beschlossenen Resolutionen. Außerdem befassen sich die Volksvertreter mit wechselnden aktuellen Themen in Arbeitsgruppen, deren Erkenntnisse ebenfalls in die Resolutionen eingehen. Die Arbeitsgruppen nehmen in der Regel ihr Mandat für die Dauer von zwei Jahren wahr. Nach Auslauf des Mandats einer Arbeitsgruppe wird vom Ständigen Ausschuss oft ein Berichterstatter bestimmt, der Entwicklungen im von der Arbeitsgruppe behandelten Themenfeld weiter verfolgt und der Ostseeparlamentarierkonferenz darüber regelmäßig Bericht erstattet.
Im Jahr 2002 wurde der Konferenz der Beobachterstatus bei der Umweltorganisation HELCOM zuerkannt, den die Präsidentin des Landtags Mecklenburg-Vorpommern, Sylvia Bretschneider, gemeinsam mit der finnischen Abgeordneten Christina Gestrin für die laufende Versammlungsperiode wahrnimmt und die maßgeblichen Aktivitäten der HELCOM-Gremien verfolgt.
Konferenzen Nr. Ort Land Datum 1 Helsinki 7. bis 9. Januar 1991 2 Oslo 22. bis 24. April 1992 3 Warschau 5. bis 6. Mai 1994 4 Rønne 12. bis 13. September 1995 5 Riga 10. bis 11. September 1996 6 Danzig 15. bis 16. September 1997 7 Lübeck 7. bis 8. September 1998 8 Mariehamn 7. bis 8. September 1999 9 Malmö 4. bis 5. September 2000 10 Greifswald 3. bis 4. September 2001 11 Sankt Petersburg 30. September bis 1. Oktober 2002 12 Oulu 7. bis 9. September 2003 13 Bergen 29. bis 31. August 2004 14 Vilnius 29. bis 30. August 2005 15 Reykjavík 3. bis 5. September 2006 16 Berlin 27. bis 28. August 2007 17 Visby 1. bis 2. September 2008 18 Nyborg 31. August bis 1. September 2009 19 Mariehamn 29. bis 31. August 2010 20 Helsinki 28. bis 30. August 2011 21 Sankt Petersburg 26. bis 28. August 2012 22 Pärnu 25. bis 27. August 2013 23 Olsztyn 24. bis 26. August 2014 24 Rostock 31. August bis 1. September 2015 25 Riga 28. bis 30. August 2016 26 Hamburg 3. bis 5. September 2017 27 Mariehamn 26. bis 28. August 2018 28 Oslo 25. bis 27. August 2019 29 Vilnius 24. August 2020 (digital) 30 Stockholm 29. bis 31. August 2021 (digital) 31 Stockholm 12. bis 14. Juni 2022 32 Berlin 27. bis 29. August 2023 33 Helsingør 25. bis 27. August 2024 34 Mariehamn 22. bis 24. August 2025 35 Lübeck August 2026 36 Reykjavik August 2027 37 Bremen August 2028
Struktur mini|Übergabe der Präsidentschaft von Jānis Vucāns an Carola Veit 2016
Präsidentschaft Die Präsidentschaft liegt jeweils in der Hand des nächsten gastgebenden Parlaments.
Generalsekretariat Das Generalsekretariat der Ostseeparlamentarierkonferenz wurde bis 2025 von der Verwaltung des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Für die Konferenzen ab 2026 liegt die Organisation beim Landtag Schleswig-Holstein.
Weblinks
Offizielle Internetseite der Ostseeparlamentarierkonferenz (englisch) Offizielle Internetseite der HELCOM (englisch) Informationen zur Delegation des Deutschen Bundestages zur Ostseeparlamentarierkonferenz
Literatur Bericht zur 25. Ostseeparlamentarierkonferenz (BSPC) vom 28.-30. August 2016 in Riga auf der Homepage des Landtages Mecklenburg-Vorpommern Bericht der Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider zur Eröffnung der 24. Ostseeparlamentarierkonferenz am 31. August 2015 in Rostock Bericht über die Wahrnehmung des Beobachterstatus der Ostseeparlamentarierkonferenz bei der HELCOM 2010/2011 und 2011/2012 (Drucksache des Landtages Mecklenburg-Vorpommern 6/1405) (PDF; 1,3 MB) Sondermandate des Landtages Mecklenburg-Vorpommern im Zusammenhang mit der Ostseeparlamentarierkonferenz in den Jahren 2011/2012 / [Hrsg.: Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Abt. Parlamentarische Dienste, Sekretariat des Europa- und Rechtsausschusses sowie Internationale Angelegenheiten des Landtages]. - Schwerin, 2013. - 270 S. : Ill., graph. Darst., Text dt. und engl. Maritime Politik im Fokus der Parlamente : gemeinsame Veranstaltung der Parlamente der norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein / [Hrsg.: Bremische Bürgerschaft ... Verantw.: Landtag Mecklenburg-Vorpommern Bodo Bahr ...]. - Schwerin: Landtag Mecklenburg-Vorpommern, 2007. - 138 S. : Ill., graph. Darst., ISBN 3-932447-50-6, Kongress: Ostseeparlamentarierkonferenz ; 16, Berlin : 2007.06.11. Schöning, Jürgen: Die parlamentarische Dimension der Ostseekooperation : der Beitrag der norddeutschen Landtage In: Zeitschrift für Parlamentsfragen ; 36(2005)3, S. 589–599 Maritime Sicherheit im Ostseeraum : Dokumentation der Arbeit des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zum Thema "Maritime Sicherheit" im Rahmen der Ostseeparlamentarierkonferenz / Landtag Mecklenburg-Vorpommern. - Schwerin, Bd. 1. 2001. - 862 S., ISBN 3-932447-15-8, Bd. 2. 2002. - 480 S., ISBN 3-932447-21-2, Bd. 3. 2003. - 440 S., ISBN 3-932447-26-3, Bd. 4. 2004. - 345 S., ISBN 3-932447-32-8 Bahr, Bodo: Projekte, Erfahrungen und Erwartungen einer Zusammenarbeit regionaler und nationaler Parlamente im Ostseeraum In: Zwischen Legitimität und Effektivität - zur Rolle des Parlaments im Bereich des außenpolitischen Handelns. - 2006. - S. 157–172 Final report of the Working Group on Trafficking in Human Beings / Jan Widberg [Bearb.]; Nordic Council. - Copenhagen, 2011, 52 S. [englisch]
Kategorie:Zwischenstaatliche Kooperation in Europa Kategorie:Organisation (Ostsee) Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1991