mini|Stolperstein für Helene Aronheim. Verlegt im Mai 2013 vor ihrem letzten Wohnsitz Inselwall 4. Michaele Helene Aronheim, geb. Oppenheimer, auch MicheleHans-Jürgen Derda: Aronheim. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 19. und 20. Jahrhundert. S. 32. (geboren am 20. April 1858 in Braunschweig; gestorben Ende MärzReinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. S. 373. 1943 im Ghetto Theresienstadt) war eine deutsche Wohltäterin jüdischen Glaubens, die von den Nationalsozialisten in einem KZ ermordet wurde.
Leben mini|Weitere Stolpersteine für Helene Aronheims Sohn Walter (1886–1950) und dessen 2. Ehefrau Lily (1895–1971), geb. Frey, denen die Flucht nach Mittelamerika gelang. Helene Aronheim war eine der fünf Töchter des Bankiers Albert Oppenheimer (1814–1897) und dessen Ehefrau Rosalie, geb. Levin (1824–1911). Eine ihrer Schwestern war Bertha Magnus. Sie heiratete den Rechtsanwalt und Unternehmer Max Aronheim, Sohn des Juristen und Politikers Adolf Aronheim und damit in eine der ältesten Anwaltsfamilien Deutschlands ein. Mit Max Aronheim hatte sie vier Kinder:
Hedwig (1878–1945), verh. Helle. Hedwig war Konvertitin und mit dem Christen Karl Helle, Inhaber der Firma „v. Dollfs und Helle“ verheiratet. Kurz vor ihrer Deportation in ein KZ beging sie am 19. Februar 1945 Suizid in ihrer Wohnung Rosental 10.Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. S. 374. Das zweite Kind war Adolf (1881–1943). Er war, wie seine Schwester Hedwig, Konvertit. Als Ingenieur und Soldat nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1915 wurde er an der Ostfront schwer verwundet.Verlustliste vom 28. August 1915. auf java.genealogy.net Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse, des Braunschweigischen Kriegsverdienstkreuzes und des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer.Bert Bilzer, Richard Moderhack (Hrsg.): BRUNSVICENSIA JUDAICA. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braunschweig 1933–1945. In: Braunschweiger Werkstücke. Band 35, Braunschweig 1966, S. 154. Er war mit der Christin Ida, geb. Miehe, verheiratet.Reinhard Bein: Ewiges Haus – Jüdische Friedhöfe in Stadt und Land Braunschweig. S. 206. 1938 wurde er kurzzeitig im KZ Buchenwald inhaftiert. Adolf Aronheim wohnte, wie seine Mutter, Inselwall 4. Kurz vor seiner Deportation vergiftete er sich am 4. Mai 1943 und wurde auf dem evangelischen Hauptfriedhof Braunschweig bestattet. Das dritte Kind war Walter (1886–1950). Nach dem Abitur am Martino-Katharineum studierte er wie sein Vater und sein Großvater vor ihm Jura. Er arbeitete als Rechtsanwalt und Notar, lebte nach 1933 in Berlin, flüchtete dann aber zusammen mit seiner Frau Lily (1895–1971), geb. Frey,Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. S. 431. nach Mittelamerika und starb 1950 in Guatemala.Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. S. 206. Das jüngste Kind hieß Gertrud, verh. Lotz (1893).
Nachdem Helene Aronheims Ehemann bereits 1905 verstorben war, engagierte sie sich während des Ersten Weltkrieges sehr stark im Nationalen Frauendienst, wofür ihr das Kriegsverdienstkreuz für Frauen des Herzogtums Braunschweig verliehen wurde.
Bis zu ihrer Deportation am 16. März 1943 in das Ghetto Theresienstadt wohnte sie in ihrem Haus Inselwall 4. Das Gebäude wurde später im Krieg durch Bombentreffer zerstört. Im Mai 2013 wurde vor ihrem letzten Wohnsitz am Inselwall 4 je ein Stolperstein für Helene, Walter, Lily und Adolf Aronheim verlegt sowie unweit davon vor dem Haus Rosental 10 für Hedwig Aronheim. auf ratsinfo.braunschweig.de
Literatur Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. Biografische Notizen zu den in Braunschweig bestatteten Juden (1797 bis 1983). In: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Braunschweig. Nr. 1, Döring Druck, Braunschweig 2009, ISBN 978-3-925268-30-4. Bert Bilzer, Richard Moderhack (Hrsg.): BRUNSVICENSIA JUDAICA. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braunschweig 1933–1945. In: Braunschweiger Werkstücke. Band 35, Braunschweig 1966. Hans-Jürgen Derda: Aronheim, Michele Helene. In:
Weblinks Seite über Helene Aronheim bei yadvashem.org
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Judentum, Braunschweig) Kategorie:Ehepartner einer berühmten Person Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Todesopfer im Ghetto Theresienstadt Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Deutscher Kategorie:Frau Kategorie:Person, für die in Braunschweig ein Stolperstein verlegt wurde