Friederike Renate Stolz (* 23. Jänner 1913 in Linz; † 14. Juli 1989 in Gallspach) war eine österreichische Keramikerin und Bildhauerin.

Leben Herkunft und Ausbildung mini|Hauptattraktion der Linzer Grottenbahn sind Märchenfiguren mini|hochkant|Brückenheiliger Christophorus in Perg, Hafnerplatz (1950) Friederike Stolz ist die Tochter des Linzer Zoologen und Tierpräparators Bernhard Stolz, der als Bediensteter des Oberösterreichischen Landesmuseums u. a. 1897 bis 1906 die Tiere der Linzer Grottenbahn gestaltete.

Sie erhielt zunächst eine Gesangsausbildung am Konservatorium Linz, bevor sie an der Kunstakademie Wien ihr Studium begann. Ihre Kenntnisse erweiterte sie im Rahmen eines zweijährigen Italien-Aufenthalts, wo Stuckaturarbeiten, Bleiglasfenster und Mosaike entstanden.

Stolz und der Nationalsozialismus Ab 1938 erhielt sie Aufträge für Reliefs, Büsten, Statuen, Brunnen u. a. m., die auch Anerkennung von offizieller Seite des Dritten Reiches fanden und u. a. mit dem Gaukulturpreis Oberdonau 1941 (Anerkennungspreis)Bernd Kreuzer: Reichsgau Oberdonau, Aspekte, Band 1, Linz 2004, S. 173. und mit dem Berufs- und Ehrentitel Professor h.c. honoriert wurden.

Nach dem Bericht einer vom Gemeinderat der Stadt Linz beauftragten Kommission aus Expertinnen und Experten, die alle Linzer Straßennamen einer Überprüfung auf mögliche historische Belastungen unterzogen, wurden auch die auf dem Walk of Fem auf der Ernst-Koref-Promenade geehrten Persönlichkeiten vertieft überprüft. Aufgrund der recherchierten Bekenntnisse von Berta Hackel, Louise Kartousch und Friederike Stolz zum Nationalsozialismus wurde von der Kommission im Dezember 2022 einstimmig empfohlen die Ehrung dieser drei Frauen vom Walk of Fem zu entfernen, was im Frühjahr 2023 erfolgte. Den Rechercheergebnissen von Johannes Kaska (Archiv der Stadt Linz) zufolge wurde Stolz mit Datum 1. Mai 1938 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 6.375.028) aufgenommen. In ihrem eigenhändig ausgefüllten, mit 31. Mai 1938 datierten Antrag auf Aufnahme in die NSDAP gab Stolz ihren erstmaligen Parteibeitritt mit an, der in dem Jahr auf den 14. April fiel, wenige Monate vor dem Verbot der NSDAP-Hitlerbewegung in Österreich im Juni 1933,Verordnung der Bundesregierung vom 19. Juni 1933, womit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (Hitlerbewegung) und dem Steirischen Heimatschutz (Führung Kammerhofer) jede Betätigung in Österreich verboten wird, . wobei sie ihren Angaben zufolge Ende Mai aufgenommen wurde. Kaska zufolge, sei jedoch Johannes Kaska, Archiv der Stadt Linz: Friederike Renate Stolz (1913–1989). Biografie mit Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit. Volltext (PDF; 252 KB) auf der Website der Stadt Linz, 24. Oktober 2022, abgerufen am 11. April 2026. Hierin insb. Kapitel: Stolz und der Nationalsozialismus, S. 2–6.

Nach 1945 Nach der Zerstörung der Linzer Grottenbahn durch eine Fliegerbombe im Frühjahr 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, setzten Bestrebungen zum Wiederaufbau ein. Friederike Stolz, die bereits als Tochter des Tiergestalters der Grottenbahn, Bernhard Stolz, sowie selbst als Bildhauerin und Keramikerin bekannt war, legte den Verantwortlichen Vorschläge und Pläne für eine gänzliche Neugestaltung vor. 1946 wurde sie gemeinsam mit einem Team von acht Keramikerinnen mit deren Ausführung beauftragt und gilt seither als „Mutter der Linzer Grottenbahn“. Im Weiteren führte sie ihr künstlerisches Schaffen mit Kriegerdenkmälern, Bronzestatuen, Kirchenrenovierungen und Keramikarbeiten fort.. In: Upper Austria, ohne Datum, abgerufen am 26. Mai 2013.Grottenbahn: Zwergenreich, Märchenwelt. Festschrift 100 Jahre Grottenbahn 1906–2006 (PDF; 1,2 MB). Österreichisches Pressebüro (oepb.at) – Gernot W. K. Aglas (Hrsg.), 27. Jahrgang, Folge 1/2006, abgerufen am 11. April 2026. Hierin: «Die Grottenbahn lag in Schutt und Trümmern, aber die Erinnerung an diese märchenhafte Welt am Pöstlingberg, die lebte weiter» (S. 14); sowie: «Die Keramikerin und Bildhauerin Friederike Stolz wurde 1913 in Linz geboren» (S. 15).

Auszeichnungen 1987: Anerkennungsurkunde der Stadt Linz 1988: Silbernes Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich Berufstitel Professor h.c.

Werke (Auswahl) Reliefporträt von Adalbert Stifter (1938), Linz, ursprünglich in der Knaben-Hauptschule 1, die 1938 in Adalbert-Stifter-Schule umbenannt worden war, seit 1951 im Akademischen Gymnasium Linz Maskengruppe und zwei Kartuschen für das Bühnenportal im Redoutensaal des Linzer Landestheaters (während des Zweiten Weltkriegs) Christophorus-Statue, Perg, Hafnerplatz (1950) Fries an der Friedenskirche, Linz, Wildenbergstraße (1950) Seelöwe, Linz, Linke Brückenstraße (1970) Pinguine, Linz, Hölderlinstraße (1961) Neugestaltung der durch einen Bombentreffer zerstörten Linzer Grottenbahn auf dem Pöstlingberg (1946 bis 1948)

Ausstellung In der Ausstellung Linz Blick. Stadtbilder in der Kunst 1909 bis 2009 anlässlich von Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas fand das Werk der Künstlerin, insbesondere die Miniatur des Linzer Hauptplatzes in der Linzer Grottenbahn, Erwähnung.

Publikation Mit Gertrude Maleschinski: Die Linzer Grottenbahn, Märchenwelt. Linz AG (Hrsg.) mehrere Auflagen, Linz 1960 und 1980.

Literatur

Johannes Kaska, Archiv der Stadt Linz: Friederike Renate Stolz (1913–1989). Biografie mit Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit. Volltext (PDF; 252 KB) auf der Website der Stadt Linz, 24. Oktober 2022.

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Einzelnachweise

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