Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2013 (Eigenschreibweise: 41. ADAC Zurich 24h Rennen) war die 41. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring und fand vom 17. bis 20. Mai 2013 statt.
Wegen Regen und Nebel musste das Rennen für 9:33 Stunden unterbrochen werden. Sieger des Rennens wurden Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim auf einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 des Teams Black Falcon mit 88 zurückgelegten Runden.
Hintergrund Das Rennen fand erstmals an Pfingsten statt und wurde nicht am Samstag, sondern am Sonntag um 17 Uhr gestartet; Schluss war am Montag zur gleichen Uhrzeit.
Die DTM absolvierte parallel zum 24-Stunden-Rennen ein Rennen im britischen Brands Hatch, sodass die DTM-Piloten erst im Laufe des Rennens in das Geschehen eingreifen konnten, Gleiches galt für die WTCC-Fahrer, die ein Rennen auf dem Salzburgring fuhren. Die BMW-Fahrer Augusto Farfus und Martin Tomczyk sowie Audi-Pilot Mike Rockenfeller reisten während des Rennens aus Brands Hatch an, Vorjahressieger Marc Basseng aus Salzburg. Farfus kam jedoch gar nicht zum Einsatz, da sein Fahrzeug, der BMW Z4 GT3 mit der Startnummer 19, zum Zeitpunkt seiner Ankunft am Nürburgring bereits ausgeschieden war.
Neu im Reglement verankert waren sogenannte Code-60-Zonen, in denen doppelt Gelbe Flaggen geschwenkt wurden und ein Tempolimit von 60 km/h galt. Mithilfe von GPS wurde die Einhaltung der Tempolimits in Code-60-Zonen überwacht.
Balance of Performance Die Balance of Performance () dient der Herstellung von Chancengleichheit zwischen den verschiedenen GT-Fahrzeugen. Von Seiten des DMSB können mehrere Parameter für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring angepasst werden. Hierzu zählen für GT4-Fahrzeuge das Mindestgewicht, der Tankinhalt sowie im Vorfeld des Rennens die maximale Leistung auf einem Rollenprüfstand. Für GT3-Fahrzeuge kommen noch der Durchmesser des Luftmengenbegrenzers, die Leistung auf einem Motorprüfstand und bei Fahrzeugen mit aufgeladenen Motoren der maximale Ladedruck hinzu.
Für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2013 wurden die Fahrzeuge in den Klassen SP 9 (GT3-Fahrzeuge) und SP 10 (GT4-Fahrzeuge) wie folgt eingestuft:
Klasse SP 10 Hersteller Modell Mindestgewichtin kg Tankinhaltin Liter Luftmengenbegrenzer max. Leistung(Motor-Prüfstand) max. Leistung(Rollen-Prüfstand) SonstigesAston Martin V8 Vantage N24 1350 100 – – 420 PS –GT4 2012 4.7 1375 455 PSGT4 2012 4.7 EVO 1400BMW M3 GT4 1395 435 PSPorsche 997 CUP GT4 1330 85 405 PSLotus Evora GT 4 1280 90 400 PSGinetta G50 GT4 2011 3.5 1060 85 320 PSG50 GT4 2012 3.7 1100 88 330 PS Klasse SP 9 Hersteller Modell Mindestgewichtin kg Tankinhaltin Liter Luftmengenbegrenzer max. Leistung(Motor-Prüfstand) max. Leistung(Rollen-Prüfstand) SonstigesAudi R8 LMS ultra 1325 / 1335 120 2 × 43,5 mm 538 PS 559 PS –Aston Martin V12 Vantage GT3 125 2 × 35,0 mm 530 PS 551 PSBMW Z4 GT3 1300 110 / 115 1 × 70,0 mm 500 PS 520 PSFord GT 1275 110 1 × 54,5 mm 523 PS 544 PSMcLaren MP4-12C 1325 125 2 × 35,0 mm 532 PS 553 PS LadedruckbegrenzungMercedes-Benz SLS AMG GT3 120 / 123 2 × 34,8 mm 525 PS 546 PS –Nissan GT-R 1335 125 2 × 40,0 mm 530 PS 551 PS LadedruckbegrenzungPorsche GT3R 1300 / 1290 110 1 × 50,0 mm 504 PS 525 PS –GT3 Cup S 1250 100 1 × 72,3 mm – –GT3 Cup 1150 90 –
Zusätzlich wurden für Fahrzeuge der Klassen SP 6, SP 7, SP 8, SP 8T, SP 9, E1-XP1 und E1-XP2 Mindestboxenzeiten festgelegt, da die Teams im Vorjahr versucht hatten, die Tankrestriktoren, die das Benzin nur mit einer festgelegten Geschwindigkeit in die Tanks füllen ließen, zu umgehen. Die Mindestboxenzeiten vergrößerten sich mit zunehmender Anzahl der gefahrenen Runden des Rennabschnitts, welcher mit dem Start des Rennens beziehungsweise des letzten Verlassens der Boxengasse begonnen und mit der Einfahrt in die Boxengasse beendet wurde. Die Mindestboxenzeiten wurden zwischen der Boxeneinfahrtslinie und der Boxenausfahrtslinie gemessen. Für die letzten 90 Minuten des Rennens wurde diese Regel außer Kraft gesetzt, um ein kurzes Anhalten zum Nachtanken (Splash and Dash) zu ermöglichen.
Mindestboxenzeiten in s Gefahrene Runden für 1. Boxenstopp nach Rennstart ab 2. Boxenstopp nach Rennstart 1 57 49 2 74 66 3 91 83 4 108 100 5 125 117 6 142 134 7 159 151 8 176 168 9 193 185 10 211 203 11 228 220
Fahrzeugklassen Das 24-Stunden-Rennen war für folgende Fahrzeugklassen ausgeschrieben:
Klasse Fahrzeugart, Hubraum 24h-Spezial und E1-XP SP 2T über 1350 cm³, bis 1600 cm³, mit Turbolader SP 3 über 1750 cm³, bis 2000 cm³ SP 3T über 1600 cm³, bis 2000 cm³, mit Turbolader SP 4 über 2000 cm³, bis 2500 cm³ SP 4T über 2000 cm³, bis 2600 cm³, mit Turbolader SP 5 über 2500 cm³, bis 3000 cm³ SP 6 über 3000 cm³, bis 3500 cm³ SP 7 über 3500 cm³, bis 4000 cm³ SP 8 über 4000 cm³, bis 6250 cm³ SP 8T über 2500 cm³, bis 4000 cm³, mit Turbolader SP 9 GT3-Fahrzeuge SP 10 GT4-Fahrzeuge D1T Dieselfahrzeuge, über 1750 cm³, bis 2000 cm³ D2T Dieselfahrzeuge, über 2000 cm³, bis 2500 cm³ D3T Dieselfahrzeuge, über 2500 cm³, bis 3000 cm³ D4T Dieselfahrzeuge, über 3000 cm³, bis 6250 cm³ AT Gas- und Biodieselfahrzeuge E1-XP1 Sonderfahrzeuge, über 1750 cm³, bis 3000 cm³ E1-XP2 Sonderfahrzeuge, über 3000 cm³, bis 6250 cm³ E1-XP Hybrid Sonderfahrzeuge, Hybridantrieb, über 1.750 cm³, bis 6.250 cm³ VLN-Serienwagen V 2 über 1750 cm³, bis 1800 cm³ V 3 über 1800 cm³, bis 2000 cm³ V 4 über 2000 cm³, bis 2500 cm³ V 5 über 2500 cm³, bis 3000 cm³ V 6 über 3000 cm³, bis 3500 cm³ Gruppe N-Fahrzeuge N 2 Gruppe N, über 1750 cm³, bis 2000 cm³ N 3 Gruppe N, über 2000 cm³, bis 2500 cm³ N 4 Gruppe N, über 2500 cm³, bis 3000 cm³ N 5 Gruppe N, über 3000 cm³, bis 6250 cm³ Cup-Fahrzeuge Cup 1 Opel-Astra-OPC-Cup-Fahrzeuge
Freies Training Das freie Training sollte am Freitag um 14:25 Uhr stattfinden und 90 Minuten dauern. Infolge dichten Nebels musste das Training jedoch um 30 Minuten verschoben und auf 60 Minuten verkürzt werden.
Schnellster war der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 mit der Startnummer 23 von Rowe Racing mit einer Rundenzeit von 10:18,667 Minuten, gefolgt vom Audi R8 LMS ultra mit der Startnummer 29 und dem Porsche 997 GT3 R von FALKEN Motorsports. Insgesamt erzielten nur 133 Fahrzeuge eine gezeitete Runde.
Qualifikationstraining Die Qualifyings wurden am Freitag um 19:35 Uhr und am Samstag um 11:20 Uhr gestartet. Während das erste Training knapp vier Stunden dauern sollte, war das samstägliche Training auf eine Dauer von zwei Stunden angesetzt.
Das erste Qualifikationstraining fand bei Nässe statt, gegen Ende des Trainings begann die Strecke jedoch abzutrocknen. Schnellster war mit einer Rundenzeit von 8:39,989 Minuten die Startnummer 10, der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 vom Team Black Falcon, 1,178 Sekunden vor dem Nissan GT-R von Schulze Motorsport mit der Startnummer 123. Dahinter folgte bereits mit mehr als 11 Sekunden Rückstand der Audi R8 LMS ultra vom Team Mamerow mit der Startnummer 2.
Beim zweiten Qualifying war die Strecke trocken, daher konnten die Fahrer ihre Rundenzeiten aus dem ersten Training deutlich verbessern. Auch hier war der Wagen mit der Startnummer 10 mit einer Rundenzeit von 8:23,181 Minuten der Schnellste, gefolgt von drei Audi R8 LMS ultra mit den Startnummern 29, 4 und 2 sowie einem weiteren Mercedes-Benz von Rowe Racing. Die Rückstand des Fünftplatzierten betrug hierbei weniger als 2 Sekunden.
Das Training musste eine Minute vor Ablauf der Zeit abgebrochen werden, da der Toyota GT86 des Teams Gazoo Racing im Bereich Breidscheid von der Fahrbahn abgekommen und in die Leitplanken geprallt war.
Top-40-Qualifying Das im Vorjahr eingeführte Top-40-Qualifying wurde am Samstag um 17:50 Uhr gestartet.
Teilnahmeberechtigt zum Top-40-Qualifying waren die jeweils zehn bestplatzierten Fahrzeuge aus den Zeittrainings der VLN-Langstreckenmeisterschaft-Nürburgring-Veranstaltungen im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens und die 30 schnellsten Fahrzeuge der beiden Qualifyings. Die Fahrzeuge wurden an Start und Ziel aufgestellt, der Start der Fahrzeuge erfolgte im Abstand von zehn Sekunden. Nach einer Aufwärmrunde auf der Nordschleife starteten die Teilnehmer fliegend in zwei Qualifying-Runden.
Dominiert wurde das Top-40-Qualifying von den Fahrzeugen der Klasse SP 9, die die ersten 18 Plätze belegten. Die schnellsten zehn Fahrzeuge lagen innerhalb von nur 5 Sekunden. Von der Pole-Position startete mit einer Zeit von 8:17,212 Minuten der Audi R8 LMS ultra von Phoenix Racing mit der Startnummer 4. Es folgte mit 1,150 Sekunden Abstand der Werks-Aston Martin Vantage GT3 mit Startnummer 7 sowie ein Audi R8 LMS ultra des Team Mamerow mit Startnummer 2, dessen Rückstand 1,861 Sekunden betrug. Schnellstes Fahrzeug einer anderen Klasse war der Porsche 911 GT3 RSR von Manthey Racing mit der Startnummer 18, der in der Klasse SP 7 antrat und eine Rundenzeit von 8:23,990 Minuten erreichte.
Lediglich 39 der 40 qualifizierten Teams nahmen am abschließenden Entscheid für die Startaufstellung teil. Der Porsche 997 GT3 R von Timbuli Racing mit der Startnummer 35 konnte nach einem Unfall nicht teilnehmen. Dem Team gelang es ebenfalls nicht, das Fahrzeug für die Teilnahme am Rennen zu reparieren. Der McLaren MP4-12C mit der Startnummer 69 von Dörr Motorsport verlor in der Aufwärmrunde durch einen Felgendefekt ein Rad, sodass er keine gezeitete Runde fahren konnte und von Startplatz 39 ins Rennen gehen musste.
Rennverlauf Das Rennen wurde um 17:00 Uhr gestartet. Nachdem das Wetter am Sonntagvormittag noch sonnig gewesen war, fielen kurz vor dem Start erste Regentropfen, es blieb zunächst jedoch trocken.
Bereits in der Einführungsrunde erlitt der McLaren MP4-12C mit der Startnummer 69 einen Motorschaden und konnte nicht zum Rennen starten.
Beim Start ging der Audi R8 LMS ultra mit der Startnummer 4 in Führung, vor dem Aston Martin Vantage mit Startnummer 7 und dem Audi R8 LMS ultra mit Startnummer 1. Beim viertplatzierten Audi R8 LMS ultra mit Startnummer 2 brach am Ende der ersten Runde auf der Döttinger Höhe der Frontspoiler. Der Wagen musste zweimal zur Reparatur die Box ansteuern und konnte mit knapp zwei Runden Rückstand das Rennen fortsetzen.
Ebenfalls weit zurück fiel der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 mit der Startnummer 10 vom Team Black Falcon, bei dem auf der Nordschleife nach einer Berührung durch einen anderen Teilnehmer die linke Hinterradaufhängung gebrochen und eine Rückkehr in die Box nur in langsamer Fahrt möglich war. Die anschließende Reparatur dauerte mehr als eine Stunde.
Auch in den Startgruppen zwei und drei gab es schon zu Beginn des Rennens mehrere Kontakte zwischen den Fahrzeugen, teilweise bereits auf der Grand-Prix-Strecke.
In Runde sechs gab es am Schwedenkreuz eine Code-60-Zone, die Fahrzeuge mussten an dieser Stelle auf 60 km/h abbremsen. Dies führte zu einem Rückstau, der genau hinter einer schwer einsehbaren Passage endete. Uwe Alzen fuhr im BMW Z4 GT3 mit der Startnummer 19 an das Stauende heran und sah das letzte Fahrzeug der Kette so spät, dass er eine Kollision nicht mehr vermeiden konnte. Hierbei handelte es sich um den BMW Z4 seiner Teamkollegen mit der Startnummer 20, der beim anschließenden Boxenstopp ungefähr eine Runde auf die Spitze verlor. Das Fahrzeug mit Startnummer 19 musste später zurückgezogen werden.
Nach der ersten Stunde führten zwei Audi R8 (Startnummern 4 und 1) das Feld an, auf Platz drei lag der Aston Martin mit Startnummer 7.
Nach drei Stunden führte der Aston Martin mit Startnummer 7, nachdem er in einem kilometerlangen Rad-an-Rad-Duell auf der Döttinger Höhe am Audi mit der Startnummer 4 vorbeigegangen war. Dahinter lag der Audi mit Startnummer 1, gefolgt vom BMW Z4 mit Startnummer 26, dem Manthey-Porsche mit Startnummer 50 und dem bestplatzierten Mercedes-Benz, dem Wagen mit Startnummer 22 von Rowe Racing.