mini|308x308px| Carl Woelck (* 21. September 1868 in Rosenberg in Westpreußen; † 23. September 1937 in Berlin)StA Berlin-Zehlendorf Sterberegister Nr. 286/1937 war ein deutscher Verwaltungsjurist. Von 1906 bis April 1920 war er der letzte Bürgermeister der Landgemeinde Weißensee, bevor diese im Oktober 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde.

Leben Ausbildung Nach dem Abitur am Thorner Gymnasium studierte Carl Woelck Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Er wurde im Corps Lusatia Leipzig aktiv.Kösener Corpslisten 1960, 3, 687. Da er wegen eines Lungenleidens nicht auf blanke Waffen Satisfaktion geben konnte, wurde er Corpsschleifenträger.Conventsprotokolle im Archiv des Corps Lusatia 1896 wurde er in Leipzig zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Die Voraussetzungen der Entstehung und rechtlichen Wirksamkeit des Retentionsrechts nach gemeinem Recht.

Stadtrat in Schöneberg

Am 13. Dezember 1899 wurde er vom Magistrat der Stadt Schöneberg zum Magistratsassessor gewählt. Die Stelle trat er am 1. Januar 1900 an. Zuvor war er beim Magistrat von Charlottenburg als Gerichtsassessor tätig.Zweiter Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Schöneberg. 1. April 1899 bis 31. März 1903., S. 87 (Abschnitt: 9. Personalien. a) Höhere Beamte.), abgerufen am 14. August 2021

Bereits ein Jahr später, am 11. März 1901, wurde er von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig zum besoldeten Stadtrat gewählt und am 22. April 1901 in sein Amt eingeführt.Zweiter Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Schöneberg. 1. April 1899 bis 31. März 1903., S. 58, abgerufen am 12. August 2021 In dieser Position war er unter anderem für Gemeindesteuersachen, Grundeigentumssachen, Vollstreckungsangelegenheiten, sowie Angelegenheiten des Armenwesens zuständig.Personal-Nachweisung der Gemeinde-Verwaltung der Stadt Schöneberg. September 1902., S. 19, abgerufen am 12. August 2021Personalnachweisung der Gemeindeverwaltung der Stadt Schöneberg. Dezember 1904., S. 12, abgerufen am 12. August 2021 So war er Vorsitzender des Gemeindesteuerausschusses, stellvertretender Vorsitzender der Armendirektion,Personalnachweisung der Gemeindeverwaltung der Stadt Schöneberg. Dezember 1904., S. 50, abgerufen am 14. August 2021 sowie Mitglied der Grundeigentumsdeputation. Anfangs war er auch stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums für die Volksbücherei.Personal-Nachweisung der Gemeinde-Verwaltung der Stadt Schöneberg. September 1902., S. 53, abgerufen am 14. August 2021Personalnachweisung der Gemeindeverwaltung der Stadt Schöneberg. Dezember 1904., S. 53, abgerufen am 14. August 2021

Darüber hinaus vertrat Woelck die Stadt Schöneberg bei den Verbandsversammlungen Deutscher Gewerbegerichte am 19. September 1900 in Mainz, sowie am 10. und 11. September 1901 in Lübeck.Zweiter Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Schöneberg. 1. April 1899 bis 31. März 1903., S. 401, abgerufen am 15. August 2021 Auch beim 24. ordentlichen Brandenburgischen Städtetag, der am 16. und 17. September 1901 in Luckenwalde stattfand, nahm er als Vertreter der Stadt teil.Zweiter Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Schöneberg. 1. April 1899 bis 31. März 1903., S. 97, abgerufen am 15. August 2021

Am 18. November 1905 legte er sein Amt als Stadtrat aufgrund seiner Wahl zum Amts- und Gemeindevorsteher von Weißensee nieder.Dritter Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Schöneberg. 1. April 1903 bis 31. März 1908., S. 27, abgerufen am 12. August 2021

Gemeindevorsteher von Weißensee

1905 wurden das Dorf Weißensee und Neu-Weißensee zu einer Großgemeinde mit 37.500 Bewohnern zusammengelegt. Woelck wurde am 6. November 1905 zu ihrem Gemeindevorsteher gewählt., abgerufen am 10. Mai 2021Albrecht Molle: Aus der Geschichte des Munizipalviertels in Weißensee. (PDF; 1,5 MB) S. 13 (Momento des Originals vom 5. Juli 2016 im Internet Archive) Seit dem 10. März 1906 führte er die Amtsbezeichnung Bürgermeister.Schöneberg. In: Friedenauer Lokal-Anzeiger. 13. Jahrg., Nr. 59, vom 10. März 1906, S. 3, abgerufen am 16. August 2021 Abgerufen am 10. Mai 2021 Er gewann Carl James Bühring als Stadtbaurat. Mit ihm wollte er aus „dem planlosen Gemenge von dörflichen Anwesen, Äckern, Wegen, Häusern und Fabriken ein vorbildliches Gemeinwesen machen“ und das Stadtrecht erreichen. Mit Otto Pasedag sorgte er für Industrieansiedlungen, den großzügigen Bau von einfachen und exklusiven Wohnungen, das Angebot an Bauland und Projekten mit günstigen Hypothekenbedingungen, die Entwicklung der Verkehrswege und der Energie- und Wasserversorgung sowie für eigene Abwasseranlagen. Bührings neues Ortszentrum – ein Backsteinensemble mit Schule, Stadthalle, Pumpwerk und Wohnhäusern – steht unter Denkmalschutz.Forum. sagen.at (Momento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) Oberregierungsrat Woelck veranlasste den Ankauf des Weißen Sees und die Gestaltung der Uferpromenade als öffentliche Parkanlage. Zu seinen Verdiensten gehört auch die Errichtung des Gemeindeforums zwischen 1908 und 1912 nach Bührings Entwürfen. Am 20. April 1920 trat er von seinem Amt zurück und ging daraufhin in den Ruhestand. Danach war das Amt des Gemeindevorstehers in Weißensee bis zur Eingemeindung nach Berlin im Oktober 1920 unbesetzt.Kleine Mitteilungen. In: Vossische Zeitung. Jahrgang 1920, Nr. 202, vom 20. April 1920, S. 4, abgerufen am 5. März 2022Amtsniederlegung des Weißenseer Bürgermeisters. In: Berliner Morgenpost. 23. Jahrg., Nr. 111, vom 21. April 1920, Erste Beilage. (S. 5), abgerufen am 5. März 2022

Der Bereich östlich des Weißen Sees wird heute durch eine städtische Bebauung geprägt, die im Wesentlichen auf Woelck zurückgeht.

Spätere Tätigkeiten Nach seiner Tätigkeit als Gemeindevorsteher war er als Regierungsrat beim Finanzamt Cosel beschäftigt.Ortsnachrichten für Friedenau und Schöneberg. Das Schiedsgericht für Groß-Berlin. In: Friedenauer Lokal-Anzeiger. Jahrg. 27, Nr. 125, vom 7. Juni 1920, S. 2, abgerufen am 24. Oktober 2021

Am 7. Juni 1920 wurde er vom Kreisausschuss des Kreises Niederbarnim in das Schiedsgericht für Groß-Berlin gewählt, um den Kreis dort zu vertreten. Im Zuge der Bildung Groß-Berlins führte die Stadt Berlin Verhandlungen mit den Kreisen Teltow, Niederbarnim und Osthavelland über Geldentschädigungen für die nach Berlin eingemeindeten Städte und Gemeinden und den Verbleib der Kreis- und Provinzialeinrichtungen. Das Schiedsgericht war dafür zuständig eine Entscheidung zu treffen, wenn bei den Verhandlungen keine Einigung erzielt wird.

Am 23. September 1937 starb Carl Woelck nur zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag in Zehlendorf und wurde auf dem Friedhof Weißensee (Roelckestraße) beigesetzt.

Ehrungen mini|Ehrengrab der Familie Woelck auf dem Friedhof Weißensee Von 1995Vorlage – zur Kenntnisnahme – über die Anerkennung und weitere Erhaltung von Grabstätten namhafter und verdienter Persönlichkeiten als Ehrengrabstätten Berlins, Abschnitt A), Nr. 31 (S. 2) (PDF; 138 KB) Drucksache 12/5696 des Abgeordnetenhauses von Berlin, 23. Mai 1995. bis 2017 war sein Grab als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.Friedhof XV – Weißensee mit Nennung des Ehrengrabes

Seit 1915 trägt die Woelckpromenade seinen Namen.

Familie Sein 14 Jahre jüngerer Bruder Kurt Woelck war der letzte Oberbürgermeister von Spandau.

Weblinks

Bild des Familiengrabes

Einzelnachweise

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