mini|Schloss Christiansburg von Norden, Luftaufnahme (2011) mini|Schloss Christiansburg mit Schlosskirche St. Trinitatis von Nordosten Das Schloss Christiansburg befindet sich in der Stadt Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen.

Lage Südlich der (heutigen) Altstadt auf einer nach Süden stärker abfallenden Erhöhung befindet sich das Schloss in der Nähe der Gabelung der Bundesstraße 7 mit weiteren Verkehrsanbindungen auf die umliegenden Orte.

Geschichte Burg und Renaissanceschloss Eisenberg Als die tiefer liegende (ursprüngliche) „Altstadt“ trotz Stadtmauer bei einer Belagerung 1189 im Widerstreit zwischen Markgraf Otto dem Reichen und seinem Sohn Albrecht dem Stolzen Schaden nimmt, gibt der Markgraf die alte Siedlung auf und verlegt die Stadt auf die heutige Lage in größerer Höhe, die besser zu verteidigen ist. Die neue Stadt erhielt den Namen Eisenberg.

Bereits seit dem 12. Jahrhundert ist an dieser Stelle eine Burg nachgewiesen. Sie war strategisch wichtig für die damaligen Handelsstraßen. Sie war mit einer Mauer und einem Graben umgeben. Die ältesten urkundlichen Erwähnungen von Stadt und/oder Burg lauten „Isenberc“ (1171, alter Ort, untere Stadt) sowie „Ysinberc“ (1196, Stadt auf dem Berge, neue Stadt, obere Stadt). Der Name deutet auf Eisenabbau hin, wofür man in Eisenberg 1925 in der „Altstadt“ archäologische Belege fand. Um 1219 stand der Stadt ein vom Landesherrn eingesetzter Beamter, der „villicus“ vor. Er dürfte auf der Burg gesessen haben. Im Jahre 1274 ist offenbar Markgraf Albrecht der Entartete im Besitz von Eisenberg, denn er ernennt einen Schultheiß für die Stadt Eisenberg.Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda, VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Geschichte Eisenbergs S. 7–8.

Die Burg wurde öfter umgebaut. 1589 errichtete man die „Neue Küche“. Von der mittelalterlichen Burg und dem Renaissanceschloss ist bis heute nur noch der Westflügel erhalten.

Von der alten Burganlage zeugt ein Stein neben dem Schloßdurchgang mit der Jahreszahl „1589“ und den Anfangsbuchstaben des lateinischen Wahlspruches „Verbum Domini manet in aeternum“ (VDIMIAE) = „Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit“ des Schmalkaldischen BundesAutorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Schloss Christiansburg in Eisenberg S. 16.

Barockschloss Christiansburg mit Schloßkirche mini|Allianzwappen des Herzogspaars in der Schlosskirche 1677–1692Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Eisenberger Schloss Christiansburg S. 16 ließ Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg das Bauensemble verändern. Er war der einzige Herzog dieser sächsischen Linie. Zu seinem Herzogtum, das von 1680 bis 1707 existierte, gehörten auch die Ämter Camburg und Roda (heute: Stadtroda) mit dem Schloss Stadtroda.Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Geschichte von Eisenberg S. 8

Das Eisenberger Schloss wurde in seinem Auftrag durch Baumeister Wilhelm Gundermann aus Altenburg 1677–1692 zu einer barocken Dreiflügelanlage umgestaltet. 1679–1692 wurde am Ostrand die Schlosskirche St. Trinitatis angebaut.Webseite des Schlosses

Herzog Christian ließ auch den barocken Schlossgarten anlegenAutorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Geschichte von Eisenberg S. 9.

Anlage Die Fronten des wirkungsvollen Gebäudes sind einfach gehalten. Die Schaufront weist als einzigen Schmuck das Portal aus rotem Sandstein auf, über dem sich – von korinthischen Säulen getragen – ein Balkon erhebt. Roter Sandstein wurde auch für die Fenstergewände verwendet. Die Räume des Schlosses zeigen schönen, von italienischen Meistern gefertigten DeckenschmuckAutorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Schloss Christiansburg in Eisenberg S. 16. Der Kaisersaal wurde 1993/1994 wiederhergestellt.Werner Herrmann: Von Eisenberg nach Stadtroda. Verlagshaus Thüringen, 1992, ISBN 3-86087-036-X, S. 1–96

Nutzung Bereits in der DDR-Zeit dienten Schloss und Nebengebäude als Sitz der Kreisverwaltung (Rat des Kreises). Heute (2025) befinden sich im Schloss Büros des Landratsamtes des Saale-Holzland-KreisesRadwander- und Wanderkarte: Gera, Bad Klosterlausnitz, Eisenberg, Hermsdorf und Umgebung. 1:35000, Verlag Dr. Barthel, Borsdorf bei Leipzig, 5. Auflage, o. J., ISBN 978-3-89591-100-2 (Beschreibung von Eisenberg im Textteil).

Schlossgarten Am Schloss befinden sich zwei getrennte Parks mit Bogengarten, das Labor sowie der Küchengarten mit Pavillon. Nahe dem Ostausgang des Parks befinden sich Tulpenbäume und Platanen.Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. S. 17

Mohrensage mini|Stadtwappen Die Eisenberger Mohrensage und der Mohrenbrunnen, der sich neben der Eisenberger Stadtkirche befindet, haben einen Bezug zur hiesigen ehemaligen Burg.

Der 1727 errichtete Mohrenbrunnen erinnert den Betrachter an das Eisenberger Stadtwappen, das den Kopf eines Mohren-Pagen mit einer Binde über den Augen zeigt. Die Sage berichtet, dass ein von einem Eisenberger Grafen von einem Kreuzzug mitgebrachter Afrikaner hingerichtet werden sollte, da man ihn für das Verschwinden eines wertvollen Schmuckstückes verantwortlich machte. Er entging nur durch Zufall dem Tode, da sich seine Unschuld kurz vor der Hinrichtung zweifelsfrei erwies.Autorenkollektiv (u. a. Hans-Joachim Drafehn u. Studienrat i.R. Erich Krumbholz): Brockhaus-Wanderheft (Heft 89): "Eisenberg-Mühltal-Bad Klosterlausnitz-Stadtroda", VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1970. Eisenberger Mohrenbrunnen S. 13–14

Siehe auch Schlosskirche (Eisenberg) Herzogtum Sachsen-Eisenberg

Weblinks

Schloss Christiansburg im thüringischen Eisenberg Schloss Christiansburg in Eisenberg

Einzelnachweise

Eisenberg Kategorie:Bauwerk in Eisenberg (Thüringen) Christiansburg Kategorie:Kulturdenkmal in Eisenberg (Thüringen)