Heidenhofen ist ein über 1250 Jahre altes Dorf auf der Baar und heute der kleinste Stadtteil der Großen Kreisstadt Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg. Zusammen mit dem Nachbarort Biesingen ist Heidenhofen die älteste, urkundlich erwähnte Ortschaft des Schwarzwald-Baar-Kreises.Herbert Weiß: Heidenhofen (2010), in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 33. Das Dorf zählt 266 Einwohner (Stand 31. August 2024).

Geographie Heidenhofen liegt bei 47° 59' nördlicher Breite und 8° 34' östlicher Länge auf einer durchschnittlichen Höhe von 742 m über Normalnull. Die Gesamtgröße der Gemarkung beträgt 267 ha, davon sind 185 ha Felder, 23 ha Wiesen, 25 ha Wald, 33 ha nehmen die Siedlungsfläche und Verkehrswege ein und 1 ha sonstige Flächen.Herbert Weiß: Heidenhofen (2010), in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 14. Das geologische Fundament des Ortes bildet der zum Schwarzen Jura zählende Arietenkalk. Da der westliche Nachbarort Aasen noch auf dem weicheren Keuper liegt, lässt sich der Wechsel im Gesteinsuntergrund anhand einer scharfen Geländekante, welche im Laufe von Jahrmillionen durch Erosion entstanden ist, heute mit bloßem Auge zwischen den beiden Ortschaften leicht im Gelände ablesen.Herbert Weiß: Das Fundament des Dorfes, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010, Donaueschingen 2010, S. 20.

Geschichte Frühmittelalter Heidenhofen wurde erstmals 759/60 in einer UrkundeUrkundenbuch der Abtei Sanct Gallen, hrsg. v. Hermann Wartmann, Bd. 1, Zürich 1863, Nr. 25, S. 28f. u. Bd. 2, Zürich 1866, Anhang Nr. 1, S. 381f. des Klosters St. Gallen erwähnt;Die Urkunden zur Ersterwähnung von Dorf, Urmark und Urkirche Heidenhofen aus dem Mittellateinischen von Thomas H. T. Wieners, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen, 44-47, hier S. 44f. es ist damit gemeinsam mit Biesingen der älteste urkundlich erwähnte Ort des Schwarzwald-Baar-Kreises.Thomas H. T. Wieners: „Würdigung der Wörter“. Zur Ersterwähnung der Heidenhofener Urmark und Urkirche in Diplom Nr. 81 König Ludwigs des Deutschen von 857, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 33–43, hier S. 33. Ursprünglich war Heidenhofen der namengebende Vorort einer Urmark, zu deren Gebiet die Orte Aasen und Biesingen gehörten.Thomas H. T. Wieners: „Würdigung der Wörter“. Zur Ersterwähnung der Heidenhofener Urkirche und Urmark in Diplom Nr. 81 König Ludwigs des Deutschen von 857, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 33–43.

Mittelalter Im Jahr 1284 kam Heidenhofen in den Besitz der Edlen von Sunthausen. Im Jahre 1477 erfolgte der Verkauf an die Landgrafen zu Fürstenberg.Herbert Weiß: Heidenhofen – Hof des Alemannen Haido, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 48

Die St.-Josefs-Bruderschaft zum guten Tod wurde im Jahr 1694 auf Betreiben von Pfarrer Michael Greysing gegründet.Tarcisio Stramare: Eine alte St. Josefsbruderschaft in Heidenhofen in Deutschland aus dem Italienischen von Thomas H. T. Wieners, in: ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 155–157, hier S. 155.

Neuzeit Im Jahr 1806 wurde das Fürstentum zu Fürstenberg aufgelöst. Die fürstenbergischen Gebiete und damit auch Heidenhofen fallen an das neu errichtete Großherzogtum Baden.

Am 1. April 1972 wurde Heidenhofen in die Stadt Donaueschingen eingemeindet.

Ortsname Der Name Heidenhofen, im Verlauf der Geschichte auch villa Heidenhouuen und villa Heidinhova, wurde von der bisherigen Forschung im Sinne von ‚Siedlung beim Hof des Haido‘ gedeutet.Herbert Weiß: Heidenhofen – Hof des Alemannen Haido, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 32

Wappen Der grüne Wappenschild mit goldenem Balken ist angelehnt an das Wappen der Herren von Sunthausen, denen Heidenhofen bis 1477 gehörte. In diesem Jahre verkauften die Sunthausener den Ort an die Fürstenberger. Die Zugehörigkeit Heidenhofens zum Fürstentum Fürstenberg wird durch den blausilbernen Wolkenfeh-Schildrand symbolisiert.Herbert Weiß: Beschreibung des Wappens von Heidenhofen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 17. Mit der Eingemeindung am 1. April 1972 ist das Wappen offiziell erloschen.

Sehenswürdigkeiten Kirche St. Hilarius Umgeben vom Friedhof steht die katholische Kirche St. Hilarius im Zentrum von Heidenhofen. Die Heidenhofener Hilariuskirche zählte zu den Urkirchen der Baar und wurde bereits am 28. April 857 in einem DiplomDie Urkunden der deutschen Karolinger, Bd. 1: Die Urkunden Ludwigs des Deutschen, Karlmanns und Ludwigs des Jüngeren (= Monumenta Germaniae historica. Diplomata regum Germaniae ex stirpe Karolinorum, Bd. 1: Ludowici Germanici, Karlomanni, Ludowici Iunioris Diplomata), hrsg. v. Paul Kehr. Berlin 1932–34 (ND 1980), Nr. 81, S. 118f. König Ludwigs des Deutschen erwähnt.Die Urkunden zur Ersterwähnung von Dorf, Urmark und Urkirche Heidenhofen aus dem Mittellateinischen von Thomas H. T. Wieners, ders., Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 44–47, hier S. 45f.

Die Anlage der heutigen Kirche stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Der massive Kirchturm trägt die Jahreszahl 1581 und beherbergt drei Glocken. Das deutlich ältere Langschiff hat barocke Züge, während der Chor im gotischen Stil erbaut wurde.Herbert Weiß: Unsere Kirche, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 158

Die Orgel von St. Hilarius wurde 1733 ursprünglich für die Stadtkirche Donaueschingen erbaut und befindet sich seit 1787 in der Heidenhofener Pfarrkirche.Herbert Weiß: Unsere Kirche, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidenhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 159 Die Orgel von St. Hilarius ist die älteste, noch spielbereite Orgel der Baar.

Dorflinde mini|Winterlinde Heidenhofen Die mächtige Dorflinde vor der Kirche St. Hilarius hat heute einen Umfang von 4,50 m und wurde im Jahre 1959 zum Naturdenkmal erklärt.Herbert Weiß: Die Heidenhofener Dorflinde, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 21 Gepflanzt wurde diese Winterlinde (Talia cordata) um das Jahr 1670. Sie ist damit der älteste Lindenbaum im gesamten Landkreis.Wolf Hockenjos: Die Linden. Baumoriginale im Schwarzwald-Baar-Kreis (Teil 5), in: Almanach 2011. Heimatjahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises. F. 35, S. 256–263, hier S. 260

Backhiesli Gesellschaftlicher Mittelpunkt ist in Heidenhofen das Backhiesli mit angrenzendem Dorfplatz. Das Backhiesli ist ein Veranstaltungsort für bis zu 12 Personen und verfügt über einen traditionellen, holzbefeuerten Backofen, der regelmäßig zum Backen von Brot genutzt wird. Auf dem Dorfplatz finden alljährlich das Backhieslifest und der Weihnachtsmarkt statt.

Politik Liste der Vögte und Bürgermeister (1598–1832) 1598–1619: Jacob Fenus, Vogt und PräfektHermann Frey: Heidenhofen. Eine kleine Heimatkunde (= Schriftenreihe des Landkreises Donaueschingen, Bd. 20), Freiburg i. Br. 1968, S. 85 1646–1657: Michael Pieheler, Vogt 1650–1656: Johannes Egle, Präfekt 1660–?: Martin Bertschin, Vogt 1670–?: Martin Bausch, Präfekt 1680–1696: Michael Bühler, Vogt und Präfekt 1696–1707: Balthasar Wismann, Vogt 1713–1720: Hans Engesser, Vogt 1716–?: Jakob Bori, Bürgermeister 1739–?: Michael Wehinger, Vogt 1752–1754: Ignati Schöndienst, Bürgermeister 1754–1757: Johannes Rottweyler, Bürgermeister 1757–1763: Johannes Engesser Bürgermeister 1763–1767: Josef Engesser, Bürgermeister um 1770: Ignati Höfler, Bürgermeister 1777–1783: Johann Schöndienst, Vogt und Bürgermeister 1772–1775: Christian Bury, Präfekt und Ludimoderator 1784–1809: Anton Reichmann, Vogt 1804: Anton Schwörer, Vogt in Vertretung 1804–1809: Mathias Reichmann, Bürgermeister 1809–1820: Fridolin Schöndienst, Bürgermeister 1810–1818: Mathias Reichmann, Vogt 1818–1828: Johann Reichmann, Vogt 1828–1832: Konrad Höfler, Vogt und Bürgermeister 1832: Johannes Schwörer, Vogtverweser

Liste der Bürgermeister (1833–1972) 1833–1839: Matthäus HeizmannHermann Frey: Heidenhofen. Eine kleine Heimatkunde (= Schriftenreihe des Landkreises Donaueschingen, Bd. 20). Freiburg i. Br. 1968, S. 85f. 1839–1843: Anton Höfler 1843–1845: Josef Müller sen. 1849–1857: Fideli Bury 1858–1868: Josef Müller jun. 1868–1902: Josef Höfler 1902: Silvester Höfler 1903–1908: Friedrich Reichmann 1908–1919: Mathias Schwörer 1919–1923: Johann Müller 1923–1944: Josef Müller 1944–1945: Ernst Höfler 1945–1969: August Engesser 1969–1972: Franz WeißHerbert Weiß: Heidenhofen, ein Stadtteil von Donaueschingen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier. Donaueschingen 2010, S. 17

Liste der Ortsvorsteher (seit 1972) 1972–1975: Franz WeißHerbert Weiß: Heidenhofen, ein Stadtteil von Donaueschingen, in: Thomas H. T. Wieners, Hans Reichmann, Herbert Weiß (Hrsg.): Von „villa Heidinhova“ -759/60- bis Heidenhofen -2010- 1250 Jahre. Geschichte und Geschichten. Ein Lesebuch, gestaltet aus Anlass der 1250-Jahrfeier 2010. Donaueschingen 2010, S. 17. 1976–1988: Franz Bury 1988–2009: Hans Reichmann 2010–2024: Reinhard Merkle seit 2024: Petra Höfler

Sagen Mehrere Sagen umranken das sich auf der Heidenhofener Gemarkung befindliche „Bettelhansenkreuz“.

Literatur Heidenhofen 760-1960. 1200 Jahre. Jubiläumsfeier am 30.,31. Juli und 1. August, o. O. 1960.