Julius Wilhelm Walther (geboren am 25. März 1857 in Köln;Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Zivilstandsregister, Landgerichtsbezirk Köln, Standesamt Köln, Geburten, 1857,1857 Band 2, 482. gestorben am 6. Februar 1917 in GrunewaldLandesarchiv Berlin, Sterberegister, Standesamt Grunewald, Urk. Nr. 13 v. 7. Februar 1917 (online auf Ancestry.com; kostenpflichtig)) war ein deutscher Architekt. Er gilt als ein Hauptvertreter des Eklektizismus.
Leben Walther wurde als Sohn der aus Prüm gebürtigen Eheleute,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Zivilstandsregister, Landgerichtsbezirk Köln, Standesamt Köln, Heiraten, 1856, Band 1, S. 344. des Zivil-Ingenieurs und späteren Fabrikdirektors Wilhelm Heinrich Walther und der Augusta Alwina te Kloot in Köln geboren. Wilhelm Heinrich Walther begründete 1872 gemeinsam mit dem Kaufmann Bernhard Harperath, einem Sohn des ehemaligen Kölner Stadtbaumeisters Wilhelm Harperath, die Dampfkesselfabrik Walther & Cie. in Kalk, später Köln-Dellbrück.
Nach dem Besuch des Städtischen Gymnasiums und Realgymnasiums in der Kreuzgasse, das Walther zu Ostern 1876 mit Ablegung der Reifeprüfung verließ,Städtisches Gymnasium und Realgymnasium in der Kreuzgasse 1828–1928. Festschrift zur Jahrhundertfeier der Anstalt. 13. bis 15. Oktober 1928, Köln 1928, S. 172, Nr. 412. absolvierte er sein Bau-Elevenjahr vermutlich bei dem Kollegen und Nachfolger von Wilhelm Harperath als Kölner Stadtbaumeister, Julius Carl Raschdorff. Im Anschluss wechselt er an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg, an der ab 1878 auch Raschdorff lehrte und dessen Student Walther wurde. 1879 unternahm er eine Studienreise nach Italien, während der er auch Rom besuchte.Palazzo della Cancelleria, Rom (1879). Abgerufen am 6. August 2013. In Berlin legte er auch im Dezember 1880 die Bauführer-Prüfung für das HochbaufachDeutsche Bauzeitung, 14. Jahrgang 1880, Nr. 98 (vom 8. Dezember 1880), S. 530. ab, zu der er einen Entwurf zu einem Jagdschloss ausarbeitete.Jagdschloss (1879). Abgerufen am 6. August 2013. Das zweite Staatsexamen legte Walther im November 1885 mit anschließender Ernennung zum Königlichen Regierungsbaumeister ab.Centralblatt der Bauverwaltung. 5. Jahrgang 1885, Nr. 48 vom 28. November 1885, S. 485. Seiner Militärpflicht nachkommend, bekleidete Walther zuletzt den Rang eines Majors.
Wilhelm Walther zählte zu den vielbeschäftigten Berliner Architekten der Wilhelminischen Zeit. Neben seinen Entwürfen zu Berliner Versicherungspalästen, Industriebauten und Mietvillen, trat er auch im Grunewalder Baugeschäft hervor. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg begann er mit der Errichtung seiner „gigantomanen“ Privatvilla an der Koenigsallee in Grunewald, einem „Lehrstück seiner Architekturauffassung“.
Familie Am 23. Oktober 1886 heiratete Julius Wilhelm Walther in Charlottenburg Elisabeth Wilhelmine Oppermann (geboren am 28. Juli 1862 in Charlottenburg; gestorben am 27. August 1938 in Berlin-WilmersdorfLandesarchiv Berlin, Sterberegister, Standesamt Wilmersdorf, Urk. Nr. 1360 v. 27. August 1938 (online auf Ancestry.com; kostenpflichtig)), eine Tochter des Ingenieurs Wilhelm Carl Eduard Oppermann und dessen Ehefrau Auguste Wilhelmine geborene Löschenkohl.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister, Standesamt Charlottenburg, Urk. Nr. 342 v. 12. Oktober 1886 (online auf Ancestry.com; kostenpflichtig) Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor. So fiel sein Sohn Reinhard Wilhelm Walther (geboren am 10. April 1897 in Grunewald, Wissmannstr. 13Landesarchiv Berlin, Geburtsregister, Standesamt Grunewald, Urk. Nr. 11 v. 12. April 1897 (online auf Ancestry.com; kostenpflichtig)) während des Ersten Weltkriegs als Unterleutnant der 1. Reserve der Pionier Kompagnie des Garde Korps am 12. Februar 1916 an der Aisne (Pasly) in Frankreich, er wohnte zuletzt in Berlin, Köpenickerstr. 12–14.Landesarchiv Berlin, Sterberegister, Standesamt Berlin V B, Urk. Nr. 211 v. 21. März 1918 (online auf Ancestry.com; kostenpflichtig)
Walther starb am 6. Februar 1917 um 23 Uhr in seinem Haus in Grunewald, Wissmannstr. 22.Lt. Ribbe/Schäche starb Walther durch Selbsttötung, die Sterbeurkunde liefert hierzu keinen Beleg/Nachweis. Den Tod zeigte die in seinem haus lebende Stützte Luise Treder nach eigener Kenntnis an.
Auszeichnungen 1908 Rote-Kreuz-Medaille III. KlasseZentralblatt der Bauverwaltung. 28. Jahrgang 1908, Nr. 99 (vom 12. Dezember 1908), S. 657. 1909 Verleihung des Charakters als Königlicher Baurat 1910 Königliche Krone zum Roten Adler-Orden IV. KlasseZentralblatt der Bauverwaltung. 30. Jahrgang 1910, Nr. 31 (vom 16. April 1910), S. 209. 1915 Eisernes Kreuz II. KlasseZentralblatt der Bauverwaltung. 35. Jahrgang 1915, Nr. 65 (vom 14. August 1915), S. 425.
Bauten und Entwürfe Baujahr Ort Adresse Bild Objekt Maßnahme Anmerkungen 1889–1890 Berlin-Mitte Unter den Linden 69 Wohn- und Geschäftshaus Dr. phil. G. A. FreundBerlin und seine Bauten. Berlin 1896.Deutsche Bauzeitung, 27. Jahrgang 1893, Nr. 36 (vom 6. Mai 1893), S. 221 222. Neubau italienische Frührenaissance 1890 Berlin-Neukölln Hasenheide 22–31 Saalbau der Berliner Union Brauerei Neubau 1891–1892 Berlin-Grunewald Wissmannstraße 11 a Villa Wilhelm Walther Neubau Denkmalschutz 1892–1896 Berlin-Grunewald Georg-Wilhelm-Straße 7–11 Landhaus Dr. G. A. Freund Neubau schlossartige Anlage Großen Maßstabs 1893–1894 Berlin-Tiergarten Rauchstraße 22 Wohnhaus Bankier Koppel Neubau 1893–1894 Berlin-Wilmersdorf Durlacher Straße 14 100px Altelierhaus Bieber Neubau 1893–1913 Berlin-Kreuzberg Lindenstraße 20–25 100px Verwaltungsgebäude der Victoria-Versicherung Neubau 1987 u. a. Senator für Stadtentwicklung und UmweltschutzWalther, Wilhelm. In: Wolfgang Ribbe, Wolfgang Schäche (Hrsg.): Baumeister. Architekten. Stadtplaner. Biographien zur baulichen Entwicklung Berlins. Historische Kommission zu Berlin 1987, S. 662. 1894 Berlin-Grunewald Hubertusallee 13–15 Villa HolmgrenVilla Holmgreen, Berlin-Grunewald. (aus: Hermann Rückwardt, Villen-Neubauten der Umgebung von Berlin). Abgerufen am 6. August 2013. Neubau 1895 Berlin-Grunewald Wernerstraße 10/12 100px Villa KemmannCentralblatt der Bauverwaltung, 21. Jahrgang 1901, Nr. 77 (vom 28. September 1901), S. 471 f. Neubau Denkmalschutz; französische Landhausarchitektur (Neobarock) 1895–1896 Berlin-Mitte Friedrichstraße 143–149 Restaurant „Zum Heidelberger“ im Central-Hôtel am Bahnhof Friedrichstraße Ausbau 1895–1896 Berlin-Westend Lindenallee 16 100px Landhaus Neubau Denkmalschutz 1896 (vor) Berlin-Grunewald Kunz-Buntschuh-Straße 6 Landhaus Neubau 1896 (vor) Berlin-Hansaviertel Holsteiner Ufer 27/28 Café Gärtner Neubau Halle 1896–1897 Berlin-Grunewald Baraschstraße, ehemals Wissmannstraße 21, 22 / Winkler Straße 1 100px Mietvillen Neubau Denkmalschutz 1898 Berlin-Lichtenrade Steinstraße 37–41 Mälzereigebäude Neubau Denkmalschutz 1900–1901 Berlin-Wilmersdorf Bundesallee / Prinzregenstraße 15–17 Villa Tietz Neubau abgerissen 1902–1903 Berlin-Grunewald Trabener Straße 21/23 und 25 Mietvillenensemble Neubau Denkmalschutz 1903–1904 Berlin-Tiergarten Potsdamer Straße 10–11 100px Haus Alt-BayernNeue Architektur; eine Auswahl der beachtenswertesten Neubauten moderner Richtung, aus Deutschland und Österreich. III. Serie, Tafeln 28–30 (archive.org). Neubau später Kaufhaus W. Wertheim; 1926 wiedereröffnet als Bayernhof; teilzerstört im Zweiten Weltkrieg, 1973 gesprengt 1903–1904 Berlin-Tiergarten ursprünglich: Potsdamer Straße 10–11 100px weitere Bilder St.-Georg-Brunnen Neubau ursprünglich im Löwenhof von „Alt-Bayern“ / „Bayernhof“; 1973 zerlegt und eingelagert, 1980 zum Hindemithplatz an der Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg transloziert; die zentrale Statue des heiligen Georg ist seit 1945 verschollen 1906 Berlin-Friedrichshain Ehrenbergstraße 19–23 / Naglerstraße 48 / Rotherstraße 20–23 FabrikgebäudeUwe Kieling: Berlin. Bauten und Baumeister. Von der Gotik bis 1945. Berlin Edition, Berlin 2003, ISBN 3-8148-0095-8, S. 160. (Kieling benennt als Architekten irrtümlich Wilhelm Walter.) Neubau 1912 ff. Berlin-Grunewald Koenigsallee 20/20a / Delbrückstraße 2 100px weitere Bilder Villa Wilhelm WaltherWerner Hildebrandt, Peter Lemburg, Jörg Wewel (Bearb.): Bezirk Wilmersdorf, Ortsteil Grunewald. Neubau Denkmalschutz; Rumänisches Kulturinstitut Titu Maiorescu 1917 (vor) Berlin-Tiergarten Am Karlsbad 23 / Schöneberger Ufer 13 Bürogebäude der Wohlfahrt GmbHBerliner Architekturwelt, Heft 2/3, Berlin 1917, S. 81 f. Neubau Das Gebäude wurde zur Nutzung durch das Zentralkomitee des Roten Kreuzes errichtet.
Literatur
Berlin und seine Bauten. 3 Bände, Berlin 1896. (als Faksimile: Verlag Ernst & Sohn, Berlin 1988, ISBN 3-433-02279-8.) Walther, Wilhelm. In: Wolfgang Ribbe, Wolfgang Schäche (Hrsg.): Baumeister. Architekten. Stadtplaner. Biographien zur baulichen Entwicklung Berlins. Stapp Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-87776-210-7, S. 662. Werner Hildebrandt, Peter Lemburg, Jörg Wewel (Bearb.): Bezirk Wilmersdorf, Ortsteil Grunewald. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Berlin.) 1. Auflage, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 1993. 2. Auflage, 1994, ISBN 3-87584-342-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Berlin) Kategorie:Regierungsbaumeister Kategorie:Baurat Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger der Rote Kreuz-Medaille (Preußen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann