mini|hochkant|Caterina Albert i Paradís Caterina Albert i Paradís (* 11. September 1869 in L’Escala, Alt Empordà, Katalonien; † 27. Januar 1966 ebenda) war eine spanische Autorin, bekannt unter ihrem Pseudonym Víctor Català. Sie wird dem bzw. dem (‚Katalanischer Modernismus‘), der kulturell-gesellschaftlichen Erneuerungsbewegung im katalanischsprachigen Raum, zugeordnet.

Leben und Werk mini|hochkant|Grabstelle auf dem Cementiri Vell de l’Escala Caterina Albert wuchs in der ländlichen Gegend von L’Escala auf. Sie schrieb Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Mit ihrem Werk begann die Tradition der von Frauen geschriebenen katalanischen Literatur. Als Pseudonym verwendete sie eine männliche Identität als Víctor Català, wie auch einige ihrer Zeitgenossinnen die wahre Verfasserschaft verstecken mussten. Ihr Werk gliedert sich in drei Schaffensperioden, wobei zur ersten die Werke bis 1907 zählen.

Nachdem ihr Theater-Monolog La infanticida (Die Kindsmörderin), ausgezeichnet 1898 mit dem Jocs Florals d’Olot, einen Skandal hervorgerufen hatte, wandte sie sich dem Schreiben von Erzählungen zu und erreichte einen gewissen Bekanntheitsgrad mit ihrem Sammelband Drames rurals (Ländliche Dramen, 1902), der einer ganzen Bewegung den Namen verlieh und voll Enthusiasmus aufgenommen wurde. La infanticida beinhaltet in naturalistischer Weise die Kindstötung eines aus einer Verführung entstandenen Kindes und die daraus entstandene Seelenlage. Das Skandalöse war, dass dies von einer Frau geschrieben worden war zur Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert, in der solche Themen im katholischen konservativen Spanien tabuisiert waren. Hier setzte sie sich mit der Frage nach den „künstlerischen thematischen Grenzen einer Autorin“ auseinander.Tomàs Garcés: Conversa amb Victor Català. In: Víctor Català: Obras completes. Selecta, Barcelona 1951, S. 1748. Auch in den Drames rurals zeigt sie die eigentliche Realität auf, die im Gegensatz zur sonst vorherrschenden romantisierenden Verklärung des katalanisch-ländlichen Lebens stand. Es folgten die Reculls d’ombrívoles (Schattenreiche, 1904) und Caires vius (Scharfe Kanten, 1907) mit Erzählungen, die von Gewalt, Tod und Wahnsinn geprägt sind.

1905 veröffentlichte sie den Roman Solitud, der als Meisterwerk betrachtet und fast gleich darauf in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurde, in das Deutsche unter dem Titel Sankt PonsKatalanische Literatur, Website der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, abgerufen am 21. Mai 2013. (1909). In diesem Roman, der zu den Klassikern der katalanischen Literatur zählt, wird anhand der Geschichte einer freien und unabhängigen Existenz der Weg in die Emanzipation einer Frau beschrieben. Ihre Werke waren prägend für eine Reihe anderer Schriftstellerinnen, z. B. Mercè Rodoreda.

Nach einer Periode ohne literarisches Schaffen in der Zeit des Noucentisme nahm das Werk von Caterina Albert neue Formen an: 1926 entstand Un film (3.000 metres) (Ein Film (3.000 Meter)), in dem sie mit Kinotechniken arbeitete. Weitere Erzählungen folgten in den Sammelbänden La mare balena (Die Walmutter, 1920) und Contrallums (Gegenlicht, 1930), die einige ihrer besten Erzählungen beinhalten.

Nach dem Kriegsende folgte eine dritte Schaffensperiode mit den Werken Vida mòlta (Gemahlenes Leben, 1950) und Jubileu (Jubiläum, 1951), deren Geschichten schon die veränderten gesellschaftlichen Umstände in Spanien reflektierten. In dem Band Mosaic (III) (1946) veröffentlichte sie ab 1903 verfasste Artikel mit autobiografischen Zügen.

Werke Eine Gesamtausgabe ihrer Werke erschien zuletzt unter dem Titel Obras completes bei der Ed. Selecta in Barcelona 1972. Zeit des Modernisme 1901: El cant dels mesos, Gedichte 1901: Quatre monòlegs 1902: Drames rurals, Erzählungen 1904: Ombrívoles, Erzählungen 1905: Llibre Blanc-Policromi-Tríptic, Gedichte 1905: Solitud, Roman Deutsche Ausgabe: Sankt Pons. Roman. S. Fischer, Berlin 1909. Übersetzer: Eberhard Vogel. Neue Übersetzung: Solitud. Roman. Mit einem Nachwort von Jordi Puntí. Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann. SchirmerGraf, München 2007, ISBN 978-3-86555-042-2 (Taschenbuch 2009: ISBN 978-3-492-25251-5) 1907: Caires Vius, Erzählungen Ab 1907 1920: La Mare-Balena, Erzählungen 1926: Un film 3.000 metres, Roman 1928: Marines, Anthologie 1930: Contrallums, Erzählungen Ab 1944 1944: Retablo, Erzählungen, spanisch 1946: Mosaic 1950: Vida mòlta, Erzählungen 1951: Jubileu, Erzählungen 1951: Obres Completes, Gesamtausgabe

Nach der 1909 erschienenen deutschen Ausgabe von Solitud und der Neuübersetzung rund 100 Jahre nach der Erstausgabe, wurde nur eine einzige Kurzgeschichte von Catarina Albert in das Deutsche übersetzt:Ferran Robles i Sabater: Bibliografia de la literatura catalana en versió alemanya - narrativa, poesia, teatre. (= Biblioteca Catalànica Germànica. Beihefte zur Zeitschrift für Katalanistik. Band 1). Shaker Verlag, Aachen 2005, ISBN 3-8322-3361-X, S. 45, uni-frankfurt.de (PDF; 1,82 MB). Fasching. In: Katalanische Erzähler. Manesse, Zürich 1978, S. 42–58. Originaltitel Carnestoltes aus dem Band Caires Vius, übersetzt von Johannes Hösle.

Auszeichnungen

1898: Jocs Florals d’Olot für La infanticida 1903: Jocs Florals für Marines Jocs Florals de Barcelona für Solitud

Sie war seit 1917 Mitglied der Acadèmia de la Llengua Catalana und seit 1923 Mitglied der Acadèmia de Bones Lletres de Barcelona.

Literatur

Víctor Català, Joan Oller i Rabassa: Quincalla. Mil adagis per aprendre vocabulari. Edicions 62, Barcelona 2005, ISBN 84-297-5605-1 (). Jordi Castellanos: Victor Català. In: Riquer, Comas, Molas: Història de la literatura catalana. Band 8. Ed. Ariel, Barcelona 1985, S. 579–623. Jordi Castellanos: Victor Català, escriptora. In: Literatura, vides, ciutats. (= Universitària. 6). Edicions 62, Barcelona 1997, S. 51–110. Jordi Castellanos: „Solitud“, novel·la modernista. In: Els Marges. Barcelona, Nr. 25, 1982, S. 45–70.

Núria Nardi: Víctor Català. In: Joaquim Amat-Piniella: K. L. Reich. (= Història de la Literatura Catalana. 2). Edicions 62, Barcelona 1984, ISBN 84-7530-577-6, S. 93–104.

Tagungen

Weblinks

Víctor Català (Caterina Albert) auf der Website lletrA, Catalan literature online Biografie auf der Website escriptors.cat (auch deutsch) VÍCTOR CATALÀ (Caterina Albert) auf der Website Magisteri Teatre - Mag Poesia Víctor Català, ihr Leben als Comicstrip von Joan Vilamala und Carles Roman Video Víctor Català auf edu3.cat Jordi Castellanos: Víctor Català auf visat des Pen Català (katalanisch, englisch, französisch)

Einzelnachweise

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