Gerhard Joseph von Herresdorf (* 16. Dezember 1724 in Köln; † 11. September 1792 in Köln)Heinrich Molitor: Die Verwendung der Amtsbezeichnungen „Generalvikar“ und „Offizial“ bei der Kölner Kurie während des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein (AHVN), Jg. 166 (1964), S. 152–192, hier S. 189. war Priester und Offizial des Erzbischofs von Köln.
Leben Gerhard Joseph von Herresdorf war ein Sohn des Kölner Bürgermeisters Ignatius Franz von Herresdorf und seiner Ehefrau Susanne Gertz geb. von Stoesberg. Am 21. Juni 1739 erhielt er die Tonsur, wurde 1745 zum Lic. jur. promoviert und am 27. Mai 1747 zur Priesterweihe zugelassen. Schon vorher am 10. Dezember 1740 wurde er als Kanoniker am Cassius-Stift in Bonn angenommen. Dieses Kanonikat besaß er bis zum Jahr 1778.
1750 übertrug ihm der Kölner Weihbischof Franz Kaspar von Franken-Siersdorf sein Kanonikat an St. Severin (Köln). Von 1752 bis 1792 war er Dekan dieses Stiftes. Karl Corsten: Die Geschichte des Kollegiatstiftes St. Georg in Köln (1059-1802), in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 146/147 (1948), S. 141. 1754 wurde er von der Residenzpflicht in Köln entbunden. Am 21. Januar 1776 wurde er Domherr zu Köln. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. 1778 lässt er sich als Kanoniker in Münstereifel nachweisen. Bereits unter Erzbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels (1761–1784) zum Geistlichen Konferenzrat aufgestiegen, ernannte ihn Erzbischof Maximilian Franz von Österreich am 31. Dezember 1788 zum Offizial. Zugleich war er auch Hofgerichtspräsident und Sekretär des Geistlichen Rates. Er starb am 11. September 1792.
Herresdorf war ein Anhänger der Aufklärung, besonders hinsichtlich geschichtswissenschaftlicher Fortschritte. Er selbst besaß eine große Urkundensammlung. Als Offizial legte er dem Kölner Erzbischof 1791 eine rechtsgeschichtliche Untersuchung über die Stellung der Bonner Archidiakone hinsichtlich ihrer konkurrierenden geistlichen Gerichtsbarkeit mit der des Erzbischofs vor. In dieser Schrift billigte er den Archidiakonen bestenfalls eine nachgeordnete Gerichtsbarkeit zu.Joseph Janssen, Friedrich Wilhelm Lohmann (Hrsg.): Der Weltklerus in den Kölner Erzbistums-Protokollen. Ein Necrologium Coloniense 1661–1825, Band 2: H – M. Josef Höfer, Köln 1935, S. 595f.
Siehe auch: Liste der Kölner Domherren
Literatur Joseph Janssen, Friedrich Wilhelm Lohmann (Hrsg.): Der Weltklerus in den Kölner Erzbistums-Protokollen. Ein Necrologium Coloniense 1661–1825, Band 2: H – M. Josef Höfer, Köln 1935, S. 595f, Nr. 697. Eduard Hegel: Das Erzbistum Köln zwischen Barock und Aufklärung vom Pfälzischen Krieg bis zum Ende der französischen Zeit 1688–1814 (= Geschichte des Erzbistums Köln, Band 4, in Verbindung mit Wilhelm Janssen, Hansgeorg Molitor und Friedrich Wilhelm Oediger, hrsg. von Eduard Hegel). Bachem, Köln 1979, ISBN 3-7616-0389-4.
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Offizial (Erzbistum Köln) Kategorie:Domherr (Köln) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 17. oder 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1792 Kategorie:Mann