Die Bouveault-Aldehyd-Synthese (oder auch Bouveault-Reaktion genannt) ist eine Reaktion aus dem Bereich der Organischen Chemie. Sie wurde 1896 von Louis BouveaultL. Bouveault: Modes de formation et de préparation des aldéhydes saturées de la série grasse. In: Bulletin de la Société chimique de Paris. XXXI, 1904, S. 1306–1322 ().L. Bouveault: Nouvelle méthode générale synthétique de préparation des aldéhydes. In: Bulletin de la Société chimique de Paris. XXXI, 1904, S. 1322–1327 (). entdeckt und nach ihm benannt. Es handelt sich bei dieser Reaktion um eine Aldehyd-Synthese. Dazu wird ein N,N-disubstituiertes Formamid mit einem Grignard-Reagenz oder einer lithiumorganischen Verbindung umgesetzt.Z. Wang (Hrsg.): Comprehensive Organic Name Reactions and Reagents, 3 Volume Set. John Wiley & Sons, Hoboken, New Jersey 2009, ISBN 978-0-471-70450-8, S. 490–491. Eine ähnliche Reaktion ist die Bodroux-Tschitschibabin-Aldehydsynthese.
Übersichtsreaktion
Die Bouveault-Reaktion ist eine Methode zur Herstellung von Aldehyden aus einem Formamid (R = Methyl, Ethyl, Phenyl) und einer Grignard-Verbindung (R = Methyl, Ethyl, Phenyl; X = Cl, Br oder I):
450px|Synthese von Aldehyden aus Formamiden; R = Methyl, Ethyl, Phenyl; X = Cl, Br oder I
Es ist wichtig, dass ein N,N-disubstituiertes Formamid verwendet wird, da unsubstituierte Formamide keine Aldehyde liefern. Welches disubstituierte Formamid zur Umsetzung verwendet wird, spielt keine Rolle, die Ausbeute an Aldehyden entspricht bei dieser Synthese ca. 40–80 %.H. Krauch, W. Kunz: Namensreaktionen der organischen Chemie. Dr. Alfred Hüthig, Heidelberg 1961, S. 67.
Mechanismus
Die Bouveault-Reaktion ist sehr kompliziert. Daher funktioniert sie nur in bestimmten Fällen. Manchmal entstehen tertiäre Amine und Kohlenwasserstoffe als Nebenprodukte. Wird ein N,N-disubstituiertes Formamid mit einer Grignard-Verbindung im Verhältnis 1:3 umgesetzt, entsteht als Hauptprodukt ein tertiäres Amin anstatt des gewünschten Aldehyds. Bei der Umsetzung eines Methylformamids mit einer Grignard-Verbindung im Verhältnis 1:1 entsteht als Hauptprodukt der gewünschte Aldehyd. Bei Verwendung von Diethylformamid entsteht nur der Aldehyd. Es wurde herausgefunden, dass mit wachsendem organischen Rest der Grignardverbindung die Ausbeute an Aldehyd zunimmt.
600px|Mechanismus zur Herstellung von Aldehyden; R = Methyl, Ethyl, Phenyl; X = Cl, Br oder I
Zuerst greift die Grignard-Verbindung (R = Methyl, Ethyl, Phenyl; X = Cl, Br oder I) am Kohlenstoffatom der Carbonylverbindung (R = Methyl, Ethyl, Phenyl) an. Über zwei Zwischenprodukte entsteht dann der Aldehyd.
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Homologisierungsreaktion Kategorie:Formylierung