Kamenskoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Tschernjachowsk und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk.

Geographische Lage Kamenskoje liegt 18 Kilometer westlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) an einer Nebenstraße, die von Meschduretschje (Norkitten) an der russischen Fernstraße A 229 (frühere deutsche Reichsstraße 1, heute auch Europastraße 28) über Schaworonkowo (Wirbeln) bis nach Dalneje (Groß Schirrau) an der Fernstraße A 216 (ehemals Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) führt. In Kamenskoje endet eine von Dowatorowka (Zwion und Leipeningken, 1928–1946 Georgental) über Derschawino (Groß Lascheningken/Groß Laschnicken, 1938–1946 Laschnicken) kommende Fahrstraße. Die nächste Bahnstation ist Meschduretschje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode), einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn zur Weiterfahrt nach Litauen und ins russische Kernland.

Geschichte Das Gebiet von Saalau kam um 1275 in die Hand des Deutschen Ordens und bei der Landaufteilung 1352 an das samländische DomkapitelKamenskoje - Saalau bei ostpreussen.net. Hier wurde eine Befestigungsanlage errichtet, wohl an der Stelle, an der zu prußischer Zeit die Burg Wostopole gelegen hat. Am 3. Mai 1353 verlieh der samländische Bischof Johann II. von Bludau zwei Brüderpaaren zehn Hufen im Gebiet Salow. Ende des 14. Jahrhunderts wurde in Saalau eine Kirche gegründet.

SaalauD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Saalau wurde 1874 namensgebender Ort eines neu gebildeten AmtsbezirksRolf Jehke, Amtsbezirk Saalau, der bis 1945 bestand und zum Landkreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 1. Dezember 1910 waren im Dorf Saalau 474 und im Gutsbezirk Saalau 238 Einwohner registriert.

Am 30. September 1928 schlossen sich die Landgemeinde Saalau und der Gutsbezirk Saalau mit den Nachbarorten Klein Pruskehmen (1938–1946 Preußendorf) und Rudlacken (1938–1946 Jägersruh, russisch: Prigljadnaja – beide Orte sind nicht mehr existent) zur neuen Landgemeinde Saalau zusammen, in der 1933 bereits 750 und 1939 noch 725 Einwohner gezählt wurden.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Saalau 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Kamenskoje“.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Tschernjachowsk. Von 2008 bis 2015 war Kamenskoje Sitz einer Landgemeinde. Seit 2016 gehört der Ort zum Stadtkreis Tschernjachowsk.

Amtsbezirk Saalau (1874–1945) Der Amtsbezirk Saalau wurde 1874 mit anfangs acht eingegliederten Landgemeinden (LG) bzw. Gutsbezirken (GB) gebildet: Name Russischer Name Bemerkungen Auer (GB) 1928 in die Landgemeinde Schönwiese eingegliedert Groß Pruskehmen (LG) wohl vor 1892 in die Landgemeinde Saalau eingegliedert Klein Pruskehmen (LG),1938–1946: Preußendorf 1928 in die Landgemeinde Saalau eingegliedert Rudlacken (LG),1938–1946: Jägersruh Prigljadnaja 1928 in die Landgemeinde Saalau eingegliedert Saalau (LG) Kamenskoje Saalau, Domäne/Gut (GB) Kamenskoje 1928 mit der Landgemeinde Saalau vereinigt Schönwiese (LG) Poddubnoje 1939 in den Amtsbezirk Norkitten umgegliedert Siemohnen (LG) Sirenewka 1939 in den Amtsbezirk Norkitten umgegliedert vor 1892 eingegliedert:(vorher zum Amtsbezirk Laßeningken zugehörig) Groß Laßeningken (LG),1936–1939: Groß Lascheningken, ab 1939 Laschnicken Derschawino Klein Laßeningken (LG),1936–1939: Klein Lascheningken,1939–1946: Kleinlaschnicken Sablino 1939 eingegliedert: Albrechtshöfen 1939 nach Wirbeln eingegliedert Gnottau Ganino Schmackerlauken,1938–1946 Schmackerau Wachruschewo Wirbeln Schaworonkowo Am 1. Januar 1945 bestand der Amtsbezirk Saalau aufgrund der mannigfachen Umstruktierungen noch aus fünf Gemeinden: Gnottau, Laschnicken, Saalau, Schmackerau und Wirbeln.

Kamenski selski Sowet/okrug 1947–2008 Der Dorfsowjet Kamenski selski Sowet (ru. Каменский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Kamenski selski okrug (ru. Каменский сельский округ). Im Jahr 2008 wurde der Dorfbezirk Kamenski in die Landgemeinde Kamenskoje selskoje posselenije umgewandelt.

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Belinskoje (Белинское) Warnienhof Der Ort wurde 1950 umbenannt und 1997 aus dem Ortsregister gestrichen.Nachdem er schon im Ortsverzeichnis mit Stand von 1988 nicht mehr auftauchte. Bobruiskoje (Бобруйское) Neu Ilischken Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Derschawino (Державино) Groß Laßeningken/Groß Lascheningken, 1938–1945: „(Groß) Laschnicken“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Doroschny (Дорожный) (Groß) Papuschienen, 1938–1945: „Grauden“ Der Ort wurde 1950 zunächst in Romaschowo umbenannt. Er wurde 1997 aus dem Ortsregister gestrichen. Ganino (Ганино) Gnottau Der Ort wurde 1950 umbenannt. Gluschkowo (Глушково) Plibischken Der Ort wurde 1947 umbenannt. Jakowlewo (Яковлево) Jakobsdorf Der Ort wurde 1947 umbenannt. Jelniki (Ельники) Weidlacken Der Ort wurde 1950 umbenannt. Kabanowo (Кабаново) Pelkeninken Der Ort wurde 1950 umbenannt. Kamenskoje (Каменское) Saalau Verwaltungssitz Krasnooktjabrskoje (Краснооктябрьское) Groß Ponnau Der Ort wurde 1947 umbenannt. Kudrjawzewo (Кудрявцево) Kuglacken Der Ort wurde 1947 umbenannt. Kurortnoje (Курортное) Groß Budlacken Der Ort wurde 1947 umbenannt. Nowo-Kamenskoje (Ново-Каменское) Kathrinlacken Außer dem ehemaligen Vorwerk Kathrinlacken umfasst der Ort auch einige neue Gebäude etwa einen Kilometer südlich von Kamenskoje. Okunjowo (Окунёво) Kekorischken, 1938–1945: „Auerbach“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Orechowo (Орехово) Neu Löbkojen, 1938–1945: „Neulepkau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Partisanskoje (Партизанское) Obszerninken/Obscherninken, 1938–1945: „Dachsrode“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Poddubnoje (Поддубное) Schönwiese Der Ort wurde 1947 umbenannt. Polikarpowo (Поликарпово) Wirtkallen, 1938–1945: „Wirtberg“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Rajewskoje (Раевское) Plompen Der Ort wurde 1947 umbenannt. Rjabinowoje (Рябиновое) Kallehnen Der Ort wurde 1947 umbenannt. Rostowskoje (Ростовское) Tölteninken Der Ort wurde 1950 umbenannt. Sablino (Саблино) Klein Laßeningken/Klein Lascheningken, 1938–1945: „Kleinlaschnicken“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und 1997 aus dem Ortsregister gestrichen. Saltykowo (Салтыково) Kerulaten, 1938–1945: „Kerlaten“, Klein Budlacken und Muplacken, 1938–1945: „Moptau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Schaworonkowo (Жаворонково) Wirbeln Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sirenewka (Сиреневка) Siemohnen Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sobolewo (Соболево) Warnien Der Ort wurde 1950 umbenannt. Wachruschewo (Вахрушево) Schmackerlauken, 1938–1945: „Schmackerau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1988 verlassen. Wolchowskoje (Волховское) bei Kekorischken, 1938–1945: „Auerbach“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen.

Im Jahr 1997 gelangten auch die Orte Dowatorowka, Gremjatschje, Krasnaja Gorka, Ostrogorki und Sowchosnoje aus dem Majowski selski okrug in den Kamenski selski okrug.

Kamenskoje selskoje posselenije 2008–2015 mini|rechts|250px|Die Lage der ehemaligen Landgemeinde Kamenskoje selskoje posselenije im Nordwesten des Rajon Tschernjachowsk Die Landgemeinde Kamenskoje selskoje posselenije (ru. Каменское сельское поселение) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 262 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Черняховский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 262: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Tschernjachowsk") Sie umfasste 27 jeweils „Siedlung“ (russisch: possjolok) genannte Ortschaften, die vorher den Dorfbezirk Kamenski selski okrug bildeten. Die 2.711 Einwohner lebten auf einer Fläche von 156 km² (Stand 2010). Im Süden bildete der Pregel (russisch: Pregolja) die natürliche Grenze, im Westen reichte das Gemeindegebiet bis an die Föderalstraße A 216. Im Jahr 2016 ging die Gemeinde im neu gebildeten Stadtkreis Tschernjachowsk auf.

Zur Kamenskoje selskoje posselenije gehören neben dem Zentralort noch folgende 26 Siedlungen: Ortsname deutscher Name Ortsname deutscher Name Derschawino (Державино) Groß Laßeningken/Laschnicken Okunjowo (Окунёво) Kekorischken/Auerbach Dowatorowka (Доваторовка) Zwion und Leipeningken/Georgental Orechowo (Орехово) Alt Löbkojen/Altlepkau Ganino (Ганино) Gnottau Ostrogorki (Острогорки) Groß Schunkern Gluschkowo (Глушково) Plibischken Partisanskoje (Партизанское) Obszerninken/Dachsrode Gremjatschje (Гремячье) Groß Berschkallen/Birken Poddubnoje (Поддубное) Schönwiese Jakowlewo (Яковлево) Jakobsdorf Rajewskoje (Раевское) Plompen Jelniki (Ельники) Weidlacken Rjabinowoje (Рябиновое) Kallehnen Kabanowo (Кабаново) Pelkeninken Rostowskoje (Ростовское) Tölteninken Krasnaja Gorka (Красная Горка) Nettienen Saltykowo (Салтыково) Klein Budlacken und Muplacken/Moptau Krasnooktjabrskoje (Краснооктябрьское) Groß Ponnau Schaworonkowo (Жаворонково) Wirbeln Kudrjawzewo (Кудрявцево) Kuglacken Sirenewka (Сиреневка) Siemohnen Kurortnoje (Курортное) Groß Budlacken Sobolewo (Соолево) Warnien Nowo-Kamenskoje (Ново-Каменское) Kathrinlacken Sowchosnoje (Совхозное) Sterkeninken/Starkenicken

Burg Saalau

Die vom Deutschen Orden wohl in Holz-Erde-Bauweise angelegte Burg war bereits im Jahre 1355 zu benutzen. Ab 1390 wurde sie in Stein aufgebaut. 1525 überließ man nach der Säkularisation das Gebäude den einstigen Domherren für ihren Lebensunterhalt, danach wurde das Burgareal Domäne. Bei der Burg handelte es sich um eine der kleineren Ordensburgen mit nur einem Flügel. In herzoglicher Zeit war die Burg ein Kammeramt. Ruinenreste der Burg sind heute noch vorhandenЗамок Заалау - Samok Saalau/Die Burg Saalau bei prussia39.ru - mit Bildern.

Kirche Kirchengebäude Bei der Saalauer Kirche handelt es sich um einen rechteckigen SaalbauWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band II: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, Seite 103 von 1734 mit einem abseits stehenden Glockenstuhl. Während des Siebenjährigen Krieges nutzten russische Truppen die Kirche mitsamt Pfarrhaus als Lazarett, dann brannten beide Gebäude, die Schule und zahlreiche Häuser bei deren Abzug. Das Kirchengebäude wurde bis 1760 wiedererrichtet, wobei man zwei Emporen einzog.

Die Kirche kam unbeschadet durch den Zweiten WeltkriegHorst Grigat, Das Kirchspiel Saalau, 2008. Seit 1988 diente sie als Kulturhaus, als Diskothek und Kino. Die Fenster wurden zum Teil vermauert, das Dach mit Asbestplatten gedecktКирха Заалау - Kirche Saalau bei prussia39.ru - mit Bildern der Kirche von 2012.

Kirchengemeinde Bereits in vorreformatorischer Zeit gab es in Saalau eine KirchengemeindeWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band III: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 482, die wohl am Ende des 14. Jahrhunderts gegründet wurde und anfangs die Burgkapelle als Gottesdienstraum benutzte. Bereits vor 1540 amtierte hier ein lutherischer Geistlicher. Das Kirchspiel Saalau zählte 1925 3.000 Gemeindeglieder und gehörte bis 1945 zum Kirchenkreis Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.