mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche St. Stephan Bickenbach ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein an.
Geographie Bickenbach liegt zwischen der Hunsrückhöhenstraße und dem Tal des Baybachs.
Zu Bickenbach gehören auch die Wohnplätze Am Backofen, Sonntagsmühle, Lindenhof, Birkenhof, Berghof und Grabenhof.
Nachbarorte von Bickenbach sind die Ortsgemeinden Thörlingen im Norden, Niedert im Osten, Hausbay und Lingerhahn im Südosten, Braunshorn im Süden, Beltheim im Südwesten sowie Gondershausen im Nordwesten.
Geschichte 1147 findet sich der erste schriftliche Nachweis über das Bestehen von Bickenbach. Der Ort gehörte zum Gallscheider Gericht, das seit 1453 im unbestrittenen Besitz Kurtriers stand.
Mit der Annexion des Linken Rheinufers (1794) durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch. Von 1798 bis 1814 gehörte Bickenbach zum Kanton Boppard im Rhein-Mosel-Departement und von 1800 an zur Mairie Halsenbach. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kam Bickenbach 1816 zur Bürgermeisterei Pfalzfeld im Kreis Sankt Goar und zum Regierungsbezirk Koblenz in der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz).
Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise französisch besetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg der französischen Besatzungszone zugehörig, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit 1970 gehörte die Ortsgemeinde Bickenbach der Verbandsgemeinde Emmelshausen an, die zum 1. Januar 2020 mit der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel zur Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein fusionierte.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bickenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 241 1835 436 1871 447 1905 448 1939 412 1950 387 1961 374 Jahr Einwohner 1970 369 1987 354 1997 361 2005 344 2011 340 2017 334
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bickenbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Ortsbürgermeister ist Marco Mohr. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 82,63 % gewählt und ist damit Nachfolger von Heribert Müller, der nicht mehr angetreten war. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Mohr ohne Gegenkandidat mit 82,8 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche St. Stephanus Die schon um 1330 erwähnte Pfarrkirche wurde 1771/1772 unter dem Baumeister Johann Neurohr als barocker Saalbau neu errichtet. Der neuromanische Westturm stammt aus dem Jahr 1855, die Grotte mit einer Marienskulptur entstand im 19. Jahrhundert.
Im Inneren der Kirche befindet sich eine von den Gebrüdern Friedrich und Ernst Stumm gebaute Orgel aus dem Jahr 1869. Das mit mechanischer Traktur und Schleifladen ausgestattete Instrument verfügt über 16 Register auf zwei Manualen und Pedal. 1983 wurde es durch Orgelbau Vleugels umfassend restauriert.
I Hauptwerk C–f3 1. Prinzipal 8' 2. Gedackt 8' 3. Gamba 8' 4. Octav 4' 5. Flaut 4' 6. Quint 3' 7. Octav 2' 8. Trompete Baß 8' 9. Trompete Disc. 8' II Unterwerk C–f3 10. Lieblich Gedackt 8' 11. Salicional 8' 12. Geigenprinzipal 4' 13. Fernflöte 4' Pedal C–d1 14. Subbaß 16' 15. Prinzipalbaß 8' 16. Violonbaß 8'
Koppeln: II/I, I/P
Weitere Kulturdenkmäler Neben der Pfarrkirche St. Stephanus werden in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 2024) noch folgende Kulturdenkmäler genannt:Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rhein-Hunsrück-Kreis (PDF; 1,66 MB). Mainz 2024. Tanzsaal in der Hauptstraße, ein um 1925 errichteter Putzbau („Kläsersch Saal“) Wendelkreuz, ein Wegekreuz nordwestlich des Ortes, bezeichnet 1702
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bickenbach
Wirtschaft und Infrastruktur Bickenbach liegt an der Landesstraße 215, die etwa einen Kilometer südöstlich des Ortes eine Anbindung an die Bundesstraße 327 (Hunsrückhöhenstraße) gewährleistet. Von der L 215 zweigt im Ort die Kreisstraße 102 nach Thörlingen ab.
Persönlichkeiten Carina Konrad (* 1982), Agraringenieurin und Politikerin (FDP), MdB.
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Einzelnachweise
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