Sankt Magdalena am Lemberg war bis 31. Dezember 2012 eine eigenständige politische Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. im Bezirk Hartberg in der Steiermark (Österreich). Sankt Magdalena am Lemberg fusionierte per 1. Jänner 2013 mit der Gemeinde Buch-Geiseldorf. Der Name der neuen Gemeinde ist Buch-St. Magdalena.
Geographie Geographische Lage mini|hochkant|Kirche St. Magdalena Sankt Magdalena am Lemberg liegt im Thermenland des oststeirischen Hügellandes etwa acht Kilometer südöstlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und etwa 45 km östlich der Landeshauptstadt Graz. Die ehemalige Gemeinde liegt zwischen der Hartberger Safen und der Lafnitz, wobei nur die Hartberger Safen das Gemeindegebiet tangiert. Sie wird aber durch deren Zuflüsse entwässert, östlich erstreckt sich zum Lafnitztal hin ein ausgedehntes Waldgebiet.
Ehemalige Gemeindegliederung Die Gemeinde bestand aus fünf Ortschaften bzw. vier Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Hopfau (; ) mit Mitterberg, Noiberg, Steinbüchl, und Tonleiten Längenbach (; ) Lemberg (, , Hauptort der ehem. Gem.) Mitterndorf (, gehört zur KG Lemberg) Weinberg (, ) mit Buchberg und Hartl
Ehemalige Nachbargemeinden
Geschichte St. Magdalena und Lemberg sind um die bedeutende Kirche herum entstanden. Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es eine Schule. 1788 Lokalie, wurde 1892 die Pfarre Sankt Magdalena eingerichtet.
Mit der Schaffung der Ortsgemeinden nach 1848/49 wurde eine Gemeinde eingerichtet, die anfangs den Namen Lemberg,Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz). dann aber bald Sankt Magdalena am Lemberg bekam. Hauptort war aber immer das schon seinerzeit größere Lemberg.
Am 1. Jänner 1959 wurde die selbständige Gemeinde Weinberg mit Sankt Magdalena am Lemberg vereinigt, bei der Gemeindereform in der Steiermark 1968 kam per 1. Jänner 1969 die Gemeinde Hopfau zu Sankt Magdalena am Lemberg.
Am 1. Jänner 2013 wurde Sankt Magdalena am Lemberg anlässlich der Gemeindestrukturreform 2010–2015 mit Buch-Geiseldorf zur (steiermarkweit ersten) neu geschaffenen Gemeinde Buch-St. Magdalena vereinigt. (pdf, ris.bka).
Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde 1869: 1305 1880: 1312 1890: 1274 1900: 1299 1910: 1293 1923: 1246 1934: 1185 1939: 1098 1951: 1090 1961: 1025 1971: 1105 1981: 1081 1991: 1099 2001: 1141
Gemeinderat Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse: Partei 2005 2000 1995 1990 Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP 610 74 11 546 69 11 501 64 10 527 68 11 SPÖ 216 26 4 189 24 3 213 27 4 203 26 4 FPÖnicht kandidiert 60 8 1 65 8 1 43 6 - Wahlbeteiligung 88 % 92 % 93 % 95 %
Bürgermeister Der Bürgermeister der Gemeinde Buch-St. Magdalena ist Roland Nöhrer (ÕVP). Vizebürgermeister ist Anton Heschl (ÖVP).
Wappen 100px|rechts Wappenbeschreibung: „Ein silbernes Salbgefäß im roten Schild mit silbernem Innenbord, der mit grünen Kleeblättern belegt ist.“ Das Salbgefäß ist das Attribut der hl. Maria Magdalena, der Kirchen- und Namenspatronin. Die Kleeblätter stehen für den hl. irischen Missionar Patrizius, der hierorts ebenfalls verehrt wird.Wappen der Gemeinde St. Magdalena am Lemberg, ehemalige Gemeindewebseite st-magdalena-lemberg.steiermark.at, abgerufen am 8. Mai 2013.
Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1988.Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 39, 1989, S. 39. Mit der Gemeindevereinigung wurde es hinfällig, das neue Wappen der Fusionsgemeinde wurde so gestaltet, dass Elemente aus dem alten Wappen enthalten sind.Angabe nach Informationen, Fragen und Antworten zur Gemeindevereinigung Buch-St. Magdalena, Frage Was passiert mit den bisherigen Wappen der Gemeinden?, S. 3.
Verkehr Straßen Sankt Magdalena am Lemberg liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Die Süd Autobahn A 2, hier in der Gegend 1983–89 erbaut, verläuft zwar nahe dem Ortsteil Hopfau durch das alte Gemeindegebiet, hat in diesem Bereich aber keine Anschlussstelle. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist Sebersdorf/Bad Waltersdorf (126) in ca. 6 km Entfernung. Die Wechsel Straße B 54 von Hartberg nach Gleisdorf ist ca. 8 km entfernt.
Eisenbahn Die 1891 erbaute Thermenbahn verläuft durch das Gemeindegebiet, hat hier aber keinen Haltepunkt. Da die Haltepunkte Buch und Geiseldorf aufgelassen wurden, befand sich der nächstgelegene Bahnhof in Sebersdorf in ca. 5 km Entfernung. Seinerzeit bot er zweistündliche Regionalzug-Verbindungen nach Hartberg und Fehring. In den späten 2000er Jahren wurde die Linie in den Verkehrsverbund Steiermark integriert, Buch als Haltestelle Buch-Geiselsdorf wieder in Betrieb genommen, die S3 verkehrte wieder häufiger.
Ortspartnerschaften Schmalegg (Ortschaft der Stadt Ravensburg, Baden-Württemberg), seit 1977 – diese wurde von der Nachfolgegemeinde übernommen. Zu Ehren der Partnergemeinde wurde dort die Straße St.-Magdalena-Ring benannt.
Die Rotte „Sankt Magdalena am Lemberg“
Sankt Magdalena am Lemberg (alt auch St. Magdalena bei Hartberg) ist eine kleine Rotte der Gemeinde Buch-St. Magdalena. Sie umfasst circa zwölf Häuser und liegt auf um die am Lemberg, einem Abschnitt des Riedls, der die Talung der Hartberger Safen vom Lafnitztal trennt. Mit Lemberg südöstlich unterhalb wie auch Grubberg auf der anderen Seite des Riedls ist St. Magdalena heute weitgehend verwachsen. Nachbarorte
Geschichte, Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten Eine Kirche gab es hier schon um 1570.Pfarre St. Magdalena bei Hartberg, Diözese Graz-Seckau, katholische-kirche-steiermark.at
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat hier ein Eremit vermutlich unterrichtet. Die daraus entstandene Schule gibt es bis heute, die Volksschule St. Magdalena am Lemberg.VS St. Magdalena am Lemberg Sie hat einen herausragenden Schulchor, für den die Schule ab 2013 die Auszeichnung Meistersinger bekam.
1785 wurde St. Magdalena als Lokalie (Lokalkaplanei, mit ständigem Kaplan) der Pfarre Hartberg und unter dem Patronat des Religionsfonds eingerichtet,zeitgenössisch:Aquilin Julius Caesar: Staat- und Kirchengeschichte des Herzogthum Steyermarks: Von der Regierung der Oesterreich-Babenbergischen bis auf die Oesterreich-Habspurgische Landesfürsten im Steyermark, Band 4, Verlag Weingand und Ferstl, 1786, S. 197 ().Hartberg. In: Carl Schmutz: Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, Band 2 H–M, Verlag Kienreich, 1822, S. 23 ().Sanct Magdalena am Lehmberge. In: Franz Raffelsperger: Allgemeines geographisch-statistisches Lexikon aller österreichischen Staaten: nach amtlichen Quellen, den besten vaterländischen Hilfswerken und Original-Manuscripten, von einer Gesellschaft [von] Geographen, Postmännern und Staatsbeamten, Band 5, Typogeographische Kunstanstalt, 1848, S. 563, Sp. 2 (). und in den Jahren 1787–1788 die heutige Magdalenenkirche erbaut,Rochus Kohlbach: Steirische Bildhauer vom Römerstein zum Rokoko. Grazer Domverlag, 1956, S. 40 (dort als St. Magdalena in Lamberg, ).
Der Ort ist um die seinerzeit an Gütern relativ gut ausgestattete Kirche herum entstanden.Georg Wally: Die Ebenen des Murthales in Untersteiermark. In: Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum: Steiermärkische Zeitschrift. Im Verlage der Direction des Lesevereins am Joanneum, 1838, Kapitel XVI. Jahrhundert, S. 49/50, Fußnote 2) ().Das Zentrum des Dorfes entwickelt sich!, ehemalige Gemeindewebseite st-magdalena-lemberg.steiermark.at > Unsere Gemeinde > Geschichte
Mit der Schaffung der Ortsgemeinden nach 1848/49 wurde eine Gemeinde eingerichtet, die anfangs den Namen LembergAllgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz)., dann aber bald Sankt Magdalena am Lemberg bekam. Hauptort war aber immer das schon seinerzeit größere Lemberg.
1856 soll hier ein größerer Meteor niedergegangen sein.Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse: Sitzungsberichte, Bände 457–459, in Commission bei Rudolf M. Rohrer, 1985, S. 216 (). 1892 wurde die Pfarre eingerichtet.
Von der aufgelassenen Bahnhaltestelle Buch-Geiselberg führt ein Wanderweg über den Burgstall herauf.Günther Auferbauer, Luise Auferbauer: Ost-Steiermark: vom Joglland ins Thermenland und Vulkanland. 50 ausgewählte Wanderungen. Rother Wanderführer. Bergverlag Rother, 2007, ISBN 978-3-7633-4312-6. Nr. 18. Nach St. Magdalena am Lemberg, 454 m – aus dem Tal der Hartberger Safen in die Obstplantagen, S. 60 ff. ().
Außerdem gibt es im steirischen Landes-Radwegenetz den etwa 16 km langen St.-Magdalena-Radweg R36.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der ehemaligen Gemeinde: Ludwig Hirsch (* 1946 in Weinberg; † 2011 in Wien) Liedermacher und Schauspieler
Literatur Gemeinde Buch-Geiseldorf, Gemeinde St. Magdalena am Lemberg (Hrsg.): Informationen, Fragen und Antworten zur Gemeindevereinigung Buch-St. Magdalena. Informationsblatt, 2012 (pdf, st-magdalena-lemberg.steiermark.at, abgerufen am 17. März 2026).
Weblinks
ehemalige Gemeindewebseite www.st-magdalena-lemberg.steiermark.at (11/2013 noch online)
Einzelnachweise
Kategorie:Buch-St. Magdalena Kategorie:Ehemalige Gemeinde in der Steiermark Kategorie:Gemeindeauflösung 2012