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mini|Ka'ba-ye Zartuscht
Kaʿbe-ye Zartuscht () ist ein knapp zwölf Meter hohes turmartiges BauwerkCarl Ritter: Die Erdkunde von Asien. Band 8. Berlin 1854, S. 935. aus achämenidischer Zeit. Der „Würfel“ bzw. Turm befindet sich in der archäologischen Fundstätte Naqsch-e Rostam in der Nähe von Persepolis in der südiranischen Provinz Fars. Vermutlich entstand er schon unter Dareios I. und ist dem ähnlichen, jedoch stark beschädigten Zendan-e Soleyman („Gefängnis Salomos“) in Pasargadae nachempfunden. Der Zweck dieses Baus ist nicht bekannt, es gibt jedoch Vermutungen, dass es sich um einen Feuertempel oder eine weitere Königsgrabstätte handelt, wobei erstere Version aufgrund eines fehlenden Kamins bezweifelt wird. Zur Zeit der Sassaniden wurde es möglicherweise als Aufbewahrungsort für die Schriften der Avesta verwendet. Sassanidische Inschriften (Res Gestae Divi Saporis) an den Außenwänden, die Schapur I. in Griechisch, Parthisch und Mittelpersisch hat anbringen lassen,Michael Alram: Die Kunst im Sasanidenstaat. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 263–295, hier: S. 270. künden vom Machtkampf zwischen Sassaniden und Römern. Nach Joseph von Hammer-Purgstall befand sich hier der dritte bzw. nach anderen Quellen der zweite von fünf bzw. sieben bekannten Feuertempeln der Antike: „Unter die geographischen Weltwunder gehören außer den schon erwähnten Quellen [...] die Götzentempel von SumnatSomnath in Indien, Snbehar bey Ghasna,Frühling bzw. Frühlingsblume der Feuertempel NewbeharNaubahar (Neuer Frühling bzw. Nouruz) bey Balch, deren schon oben Erwähnung geschehen, und dann andere Feuertempel, nach den Feuern, die darinnen verehret wurden, beygenannt, als: AsernuschAzer Nusch (Liebliche Feuer) bzw. Nush Azar, Feuertempel bei Balkh, Baktra (der zweyte der sieben Feuertempel Persiens, I 5c>), der erste von Aserabad (zu Tebris) ist schon oben vorgekommen. Aser ChordadAzar Khordad (Feuer des Zwillings, Feuer des Wohlbefinden bzw. Khor bedeutet Sonne, dad gegeben, Feuer von der Sonne gegeben) (der dritte der sieben Feuertempel, und nach einigen der zweyte oder fünfte, zu Schiras, 1.29); Aser Barsin, d.i. das Feuer des Perseus, der sechste in Chorasan; Aser Choringemeint: Azar Aien bedeutet Traditionsfeuer, der fünfte, auch AserajinTraditionsfeuer genannt (1.85), so wie Aser Bersin, auch Rani BersinAgni bedeutet Feuer (Hl 27), heißt. Aser Behram, d.i. das Feuer des Mars, der dritte, und Aser Seraduscht oder Aser Serduscht,Azar Zaraduscht (Feuer des Zoroaster) d. i. das Feuer Soroasters, der siebente der Feuertempel Persiens.“Joseph von Hammer-Purgstall: Unter die geographischen Weltwunder gehören. Gerold, Wien 1831, S. 76–77.
Bemerkenswert ist auch, dass in diesen Inschriften erstmals der Begriff Ērānšahr für das Reich der Arier verwendet wird, das nicht gleichbedeutend ist mit Ērān, dem Gebiet der Arier, die iranische Sprachen sprechen, vgl. Eran (Begriff). Die Inschrift enthält auch eine Liste mit Provinzen, die das Reich umfasst. Die mittelpersische Version dieser Inschrift ist nicht völlig erhalten, lässt sich aber aus der parthischen Version rekonstruieren (parthisch aryānšahr ‚Ērānšahr‘).David Niel MacKenzie: Ērān, Ērānšahr. Eintrag in der Encyclopedia Iranica. Band 8. 1998 (Online), S. 534.
Galerie
Literatur
Erika Bleibtreu: Achaimenidische Kunst. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 186–219, hier: S. 194 f. Philip Huyse: Die dreisprachige Inschrift Šabuhrs I. an der Ka’ba-i Zardušt (ŠKZ). 2 Bände. London 1999. Heidemarie Koch: Persepolis. Mainz 2001. Josef Wiesehöfer: Die „dunklen Jahrhunderte“ der Persis. München 1994. Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Zürich 1994; Neuausgabe Düsseldorf 2005. Rüdiger Schmitt: The old Persian inscriptions of Naqsh-i Rustam and Persepolis. London 2000. Alexander Nagel: Everlasting Blues: Colour and Epigraphic Habit in Achaemenid Persia, c. 520–330 BCE (2009; PDF; 17 kB) Joseph von Hammer-Purgstall: Anzeige des Siebenmeers: nebst einem Verzeichnisse mit Wörtern Germanischer […]. Wien 1831. Carl Ritter: Die Erdkunde von Asien. Band 8. Berlin 1854.
Weblinks
Bildergalerie über Naqsch-e Rostam auf Nirupars.com Ernst Herzfeld Persepolis Archiv in der Freer Gallery of Art, Washington DC Kaʿbe-ye Zartuscht im Encyclopædia Iranica
Anmerkungen
Kategorie:Sakralbau im Iran Kategorie:Erbaut im 5. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Bauwerk in Fars Kategorie:Achämeniden Kategorie:Sakralbau in Asien