mini|Torii vor dem Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima, eines der bekanntesten Wahrzeichen Japans Torii (japanisch ) sind Elemente der traditionellen japanischen Architektur und als solche reale oder symbolische Eingangstore eines Schreins.Yoshiko Watanabe-Rögner: Bildwörterbuch zur Einführung in die japanische Kultur, 2008, S. 48 + S. 58
Es handelt sich dabei um Tore aus Holz oder Stein (seltener auch aus Eisen, Bronze oder Beton), die oft zinnoberrot lackiert sind und die Grenze vom Profanen zum Sakralen markieren. Sie sind das auffälligste Zeichen von Shintō-Bauwerken, kommen aber auch selten in buddhistischen Tempeln vor.
Bedeutung Ein einzelnes Torii markiert den Eingang zu einem Shintō-Schrein. Weitere Torii markieren Abgrenzungen verschiedener Areale, die zu den heiligen Bereichen des jeweiligen Schreins führen. Eines der bekanntesten Torii befindet sich vor der Insel Miyajima in der Präfektur Hiroshima.
Ein stilisiertes Torii wird auf japanischen Karten als Zeichen für den Standort von Shintō-Schreinen verwendet.https://www.gsi.go.jp/KIDS/map-sign/tizukigou/h05-01-17jinja.htm
Etymologie Die verwendeten Schriftzeichen bedeuten „Vogelsitz“. Allerdings ist nicht klar, woher die Benennung kommt. Diese Zeichen könnten ateji sein, also Zeichen, die nur den Lautwert eines vorher vorhandenen Wortes anderer Bedeutung wiedergeben.
Nach einer anderen Theorie geht der Begriff auf das gleichlautende Verb tōri-iru (, hindurchgehen und eintreten) zurück.
Elemente mini|Elemente eines Torii Jedes Torii hat zwei Querbalken: den oberen (kasagi), der auf den beiden Säulen aufliegt, und den unteren (nuki), der beide Säulen schneidet und miteinander verbindet. kasagi (, wörtlich: Schirmholz) daiwa (, wörtlich: Basiskreis) shimaki oder shimagi (, wörtlich: Inselholz) kusabi (, wörtlich: Brücke, Verbindung) nuki (, wörtlich: Durchstecher) hashira (, wörtlich: Pfosten, Säule) gakuzuka (, wörtlich: Rahmenbündel) kamebara (, wörtlich: Schildkrötenbauch) oder daiishi (, wörtlich: Basisstein) nemaki (, wörtlich: Wurzelrolle)
Typologie mini|A (Shinmei torii)B (Kashima torii)C (Myōjin Torii)D (Hachiman Torii)E (Kasuga Torii)F (Nakayama torii)G (Gekū Torii)H (Mihashira Torii)I (Miwa Torii)J (Ryōbu Tori))
Farbe Die meisten Torii‑Tore in Japan sind in einem leuchtenden Zinnoberrot (japanisch shu‑iro, englisch vermilion) gestrichen. Oft sind auch das Schreingelände und einzelne Gebäude in derselben Farbe gehalten. Dieses kräftige Orange‑Rot gilt im Shintō‑Glauben als Schutz vor bösen Geistern und Unheil und markiert zugleich den Übergang vom profanen zum heiligen Bereich. Neben dem typischen Orange‑Rot gibt es Torii jedoch auch in Schwarz, naturbelassenem Holz oder in Steinfarben – je nach Schrein, Region und lokaler Tradition.
Bildergalerie
Verwandte Bauwerke
Literatur
Weblinks
Beschreibung im Japanese Architecture and Art Net Users System (englisch) Bernhard Scheid: Torii: Markenzeichen der Kami
Einzelnachweise
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