Bützchen (auch: Bützje oder Bützche, Verbform bützen) bezeichnet diminutiv einen mit geschlossenen Lippen verabreichten Kuss. Der Duden bezeichnet den Begriff als „rheinisch“ von bützen für „Küsschen“, spätmittelhochdeutsch butzen = stoßen, zu mittelhochdeutsch bōʒen, vgl. Butzenbützen, duden.de, abgerufen am 11. Mai 2013 und führt ihn seit 1973 auf.Bützchen, das, duden.de, abgerufen am 10. Mai 2013 Im Albanischen bedeutet puthje ebenfalls „Kuss“.Die (Quasi-)Magie des Kusses, in: ÄrzteZeitung, 6. Juli 2018 (online, abgerufen am 5. Januar 2021).

Im Rheinland, insbesondere im Kölschen wird der Begriff verwendet,siehe z. B. das bekannte Willi-Ostermann-Lied Kölsche Mädcher künnen bütze Text, Melodie ist er verstärkt während der alljährlichen Karnevalssession gebräuchlich. Vor allem im Kölner Karneval werden Bützchen bei zahlreichen Gelegenheiten verteilt, zum Beispiel von den Wagen der Karnevalsumzüge herab oder bei der Weiberfastnacht.Karnevalslexikon auf narrenlexikon.de, abgerufen am 10. November 2017 Der WDR nannte in seinem „lustigen Alphabet des Karnevals“ bützen als eines der beliebtesten Rituale im Karneval: Gebützt wird mit geschürzten Lippen auf die Wange. Anders als in anderen Kontexten ist das Bützje im Karneval nicht Ausdruck sexuellen Interesses, sondern ein unverbindliches Zeichen von Sympathie. Es verpflichtet zu nichts – und wird deshalb großzügig verteilt. https://www.koelner-karneval.org/wissenswertes/dat-buetzje-kuesschen-nach-koelscher-tradition/

Das Deutsche Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander führte 1880 das kölnische Sprichwort „Heute bützen und lecken, morgen mit Knüppeln und Stöcken“ an und erklärte bützen mit „Küssen, von dem spanischen Buz, der Kuss, so auch hacer el buz, den Hof machen, lieben. Vom mittelhochdeutschen bôzen, anstossen, klopfen.“Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, online in zeno.org, abgerufen am 11. Mai 2013 Als weitere Sprichwörter für Bützchen wurden angeführt:

Als Äquivalent gilt nach Robert Sedlaczek „Bussl“, „Busserl“, „Bussale“, „Bussele“, „Busseli“ oder „Bussi“ der Bairischen Dialekte in Österreich und Süddeutschland als „jenes Zeichen der Zuneigung, das ansonsten „Küsschen“ heißt (im Rheinland „Bützchen“)“.Robert Sedlaczek: Das österreichische Deutsch: Wie wir uns von unserem großen Nachbarn unterscheiden – Ein illustriertes Handbuch, Ueberreuter 2004, S. 67

Siehe auch

Einzelnachweise

Kategorie:Grußhandlung Kategorie:Karneval Kategorie:Kultur (Rheinland)