Der Flughafen Dresden , seit 2008 Dresden International, ist ein internationaler Verkehrsflughafen. Er liegt im Stadtteil Klotzsche im Norden der Stadt Dresden, etwa 110 Höhenmeter über dem Elbtalkessel. Seine Landebahn verläuft in Richtung Nordost parallel zur Autobahn 4. Mit 0,89 Millionen Passagieren lag der Flughafen im Jahr 2025 an 18. Stelle in Deutschland.
Im Jahr 2018 verzeichnete der Flughafen noch 1,79 Millionen Passagiere, 2019 erfolgte ein Rückgang um 9,3 Prozent auf 1,59 Millionen Passagiere, hauptsächlich bedingt durch die Insolvenz der Fluglinie Germania im Februar 2019, die einst ein breites Angebot in Dresden anbot. Dennoch lag er in Deutschland weiterhin auf Platz 14. Nachdem während der COVID-19-Pandemie die Passagierzahlen unter 400.000 pro Jahr fielen, erholten sie sich 2022 auf 838.387 Passagiere und im Folgejahr wurden mit einem Zuwachs von 10,9 Prozent dann 929.928 Passagiere abgefertigt.
Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MDF) hat 94 % der Anteile an der Flughafen Dresden GmbH. Haupteigentümer der MDF sind die Länder Sachsen (rund 77,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (rund 18,5 Prozent). Auch die Städte Leipzig, Dresden und Halle halten Anteile. Die MDF verbuchte 2024 53,5 Millionen Euro Verlust, der höchste Verlust in ihrer Geschichte. Eine Finanzierungslücke von 145 Millionen Euro wurde geschlossen. Damit ist der Betrieb zumindest bis Ende 2026 gesichert. Sachsen-Anhalt will spätestens ab 2027 nicht mehr für den defizitären Flughafen Dresden zahlen.mdr.de: Vorschlag der IHK: Kann Privatisierung den Flughafen Dresden retten?
Geschichte Historische Einordnung mini|Alter Flughafen Dresden auf dem Heller Obwohl es Deutschland durch den Vertrag von Versailles von 1919 verboten war, eine Luftstreitmacht zu unterhalten, wurden schon zur Zeit der Weimarer Republik unter Geheimhaltung deutsche Militärpiloten ausgebildet. Zunächst wurden die Flugschüler in leichten Schulflugzeugen bei den zivilen Ausbildungsstätten in Deutschland geschult. 1924 wurde in der Nähe der russischen Stadt Lipezk ein geheimer Ausbildungsfliegerhorst eingerichtet und bis 1933 betrieben. Dort wurden jährlich etwa 240 deutsche Flugzeugführer ausgebildet und auch neue, in Deutschland entwickelte Flugzeugkonstruktionen erprobt. Am 26. Februar 1935 befahl Adolf Hitler Luftfahrtminister Hermann Göring trotz des bestehenden Verbots eine Luftstreitkraft für das nationalsozialistische Deutschland aufzubauen.
Der Dresdner Zivilflughafen befand sich von 1913 bis 1926 in Kaditz und ab 1926 auf dem Heller, letzterer mit einem Abfertigungsgebäude in der Nähe des heutigen S-Bahn-Haltepunktes „Industriegelände“. Er genügte den Ansprüchen des wachsenden Luftverkehrs nicht mehr und war nicht ausbaufähig. Störend waren vor allem zwei große Schornsteine in unmittelbarer Nähe.
1935–1945 So entstand 1935 in Klotzsche ein neuer Flughafen mit einem zivilen Bereich am Südende des Flugfeldes und einem militärischen Bereich am nördlichen Ende mit der Luftkriegsschule Klotzsche.
Militärflugplatz Zwischen den damals noch nicht nach Dresden eingemeindeten Gemarkungen Klotzsche und Weixdorf sowie der Königsbrücker Straße (heute: Königsbrücker Landstraße) wurden der Fliegerhorst 38/III Dresden-Klotzsche und die Dresdner Luftkriegsschule Klotzsche errichtet. Sie war eine der vier großen Offiziersschulen der Luftwaffe, die bis zum Jahre 1937 fertiggestellt waren. Während des Krieges wurde hier mit der Junkers Ju 52 auch Blindflug gelehrt und geübt. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1934 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 140–142, abgerufen am 13. September 2014.
Von Bis Einheit AusrüstungDezember 1941April 19424.(F)/Aufkl.Gr. 121 (4. Staffel der Aufklärungsgruppe 121)Februar 1945April 1945Stab, II., III./SG 4 (Stab, II. und III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 4)Focke-Wulf Fw 190F/GMärz 1945März 1945III./TG 2 (III. Gruppe des Transportgeschwaders 2)Junkers Ju 52/3mMärz 1945April 1945I./KG 4 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 4)Heinkel He 111HApril 1945April 194514./KG 55 (14. Staffel des Kampfgeschwaders 55)Junkers Ju 88C
Die Gebäude der Luftkriegsschule sind ein architektonisches Relikt aus der NS-Zeit. Architekten waren die Professoren Ernst Sagebiel, Johannes Krüger und Walter Krüger. Aufgrund jahrelanger Nutzung durch den Flughafen Dresden, die NVA und verschiedene Betriebe sind die Anlagen in einem relativ gut erhaltenen Zustand.
Der Bahnkörper der heutigen S-Bahnlinie zum Flughafen wurde 1936/37 vom Bahnhof Klotzsche aus bis in den damaligen Fliegerhorst gebaut.
Die Luftkriegsschule wurde durch die Luftangriffe auf Dresden kaum beschädigt und diente in den folgenden Tagen als Auffang- und Hilfsstelle zur Betreuung ausgebombter Dresdner. Am letzten Tag des Zweiten Weltkrieges besetzten sowjetische Truppen den Fliegerhorst und die Luftkriegsschule. Sie nutzten in der Folgezeit die Klotzscher Anlagen für die fliegerische Ausbildung und weitere militärische Vorhaben.
Zivilflughafen mini|Terminal des Flughafens Dresden mini|„Hansahaus“, 2003 Am 11. Juli 1935 startete das erste Verkehrsflugzeug vom neuen Flughafen, gleichzeitig wurde der alte Flughafen auf dem Heller geschlossen. Architektonisches Wahrzeichen der neuen Flughafenanlage wurde das am Südostende des Flugfeldes gelegene, für damalige Verhältnisse moderne Abfertigungs- und Verwaltungsgebäude des Architekten Kurt Otto, nach der Deutschen Lufthansa AG bezeichnete „Hansahaus“. Der Gebäudekomplex galt als eines der herausragenden Gebäude der 1930er Jahre in Dresden.
Der Luftverkehr entwickelte sich erfreulich: Wichtigste Fluglinie war jene von Berlin über Dresden nach Prag und Wien, die von der Lufthansa sowie österreichischen und tschechoslowakischen Gesellschaften gemeinsam bedient wurde. Flugverbindungen bestanden weiterhin nach Breslau, Köln, Halle/Leipzig, Hannover, Hamburg und weiteren Städten. Verkehrsflugzeuge flogen Dresden bis Frühjahr 1940 an. Danach wurde der zivile Luftverkehr infolge des Zweiten Weltkriegs eingestellt.
1945 bis 1990 Klotzsche wurde 1950 nach Dresden eingemeindet. Nachdem zu Lasten Weixdorfs die Landebahn beträchtlich nach Norden verlängert und das Flughafengelände und damit auch das Dresdner Stadtgebiet erweitert worden war, wurde der zivile Flugbetrieb im Jahre 1955 wieder aufgenommen. Am 16. Juni 1957 landete die erste planmäßige Maschine der Deutschen Lufthansa der DDR in Dresden-Klotzsche. Am 2. Februar 1958 eröffnete eine sowjetische Tupolew Tu-104 in Dresden das Zeitalter der Verkehrsflugzeuge mit Strahlantrieb auf DDR-Flughäfen. Eine Chartermaschine der ungarischen Malev beförderte am 22. Mai 1959 erstmals Touristen nach Budapest. Eine Kuriosität prägte den Tagesablauf in der Zeit zwischen 1955 und 1960: Da am Flughafen keine ausreichenden Möglichkeiten für die Passagierabfertigung vorhanden waren, fand diese kurzerhand in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofs statt. Die abgefertigten Passagiere fuhren von dort mit Bussen direkt zu den auf dem Rollfeld wartenden Maschinen.
Die auf dem ehemaligen Militärgelände des Flughafens errichteten Flugzeugwerke wurden bekannt durch die Konstruktion und den Bau der vierstrahligen Verkehrsmaschine 152, deren erster Prototyp am 4. März 1959 bei seinem zweiten Testflug abstürzte.
Ab 1960 übernahm die Deutsche Lufthansa der DDR und spätere Interflug den zivilen Teil des Flughafens; sie führte den Inlandluftverkehr weiter und fertigte die Passagiere wieder am Flughafen ab. Am 3. Mai 1967 ging deren erste internationale Fluglinie in Betrieb.
mini|An-26 der TS-24 in Dresden, 1990 1962 übernahm die Nationale Volksarmee einen Teil des Flughafens. Aus den Flugzeugwerken wurde die Flugzeugwerft Dresden, die militärische Luftfahrzeuge instand setzte. Im Zeitraum 22. bis 25. Oktober 1963 wurde die spätere Transportfliegerstaffel 24 (TS-24) der Luftstreitkräfte der NVA aus Dessau nach Dresden-Klotzsche verlegt. Der militärische Flugzeugpark umfasste im Zeitraum bis 1982 Flugzeuge der Typen Antonow An-2 und Iljuschin Il-14P sowie Hubschrauber Mil Mi-2. Im Jahre 1980 wurde die erste von 12 Antonow An-26 in Dienst gestellt.
Die Entwicklung am Militärflugplatz vollzog sich im Spannungsfeld der Interessen von Luftstreitkräften, Flugzeugwerft und zivilem Luftverkehr. Während letzterer im Inland an Bedeutung verlor und 1980 eingestellt wurde, wurde das internationale Angebot ausgebaut. Ende der 1970er Jahre bot der Flughafen Dresden u. a. Linienverbindungen nach Budapest, Moskau, Leningrad, Sofia, Varna, Burgas und Poprad. Die Verkehrsleistungen stiegen stetig – 1962 wurden etwa 54.000 Passagiere abgefertigt, 1985 waren es 390.000.
Ein Neubau der Start- und Landebahn sowie eine umfassende Rekonstruktion mit weitgehender Schließung des Flughafens erfolgte in den Jahren 1988 und 1989. Am 31. Oktober 1989 wurde der Linienverkehr am rekonstruierten Flughafen Dresden wieder aufgenommen. Infolge der politischen Umwälzungen richtete Interflug noch im Dezember eine erste Linie nach Hamburg ein. In den kommenden Monaten folgten Verbindungen in wichtige westdeutsche und westeuropäische Städte.
Ausbau seit 1990 mini|Vorfeld des Flughafens Dresden mini|Start vom Dresdner Flughafen Richtung Süd-Südwest, im Hintergrund das Dresdner Elbtal Nach der deutschen Wiedervereinigung ging der Flughafen an die neu gegründete Flughafen Dresden GmbH über, deren Gesellschafter heute die Mitteldeutsche Flughafen AG, der Freistaat Sachsen, der Landkreis Meißen und der Landkreis Bautzen sind. Planungen und erste Arbeiten zur Modernisierung und Erweiterung des Flughafens begannen.
Die militärische Nutzung beschränkte sich von 1990 bis 1993 auf den Betrieb von Luftfahrzeugen der Transportfliegerstaffel 24 der ehemaligen NVA-Luftstreitkräfte, die durch die Luftwaffe der Bundeswehr übernommen worden waren. 1993 wurde der zwischenzeitlich Lufttransportgruppe Dresden-Klotzsche benannte Verband des Lufttransportgeschwaders 65 aufgelöst; die Flugzeuge wurden verkauft.
Nach der politischen Wende stieg die zivile Bedeutung des Flughafens sprunghaft: 1992 waren mehr als eine Million Fluggäste abgefertigt worden, 1995 schon 1,7 Millionen. Bereits 1992 wurde ein Erweiterungsbau neben dem „Hansahaus“ in Betrieb genommen. Seine Kapazität war allerdings begrenzt. 1995 ging ein Erweiterungsbau in Betrieb, der aus einer benachbarten Halle der Luftfahrtindustrie entstanden war. Parallel erfolgte eine umfassende Modernisierung aller Funktionsbereiche des Flughafens.
Bis zum Frühjahr 2001 entstand aus der Halle 219 des ehemaligen DDR-Unternehmens VEB Elektromat Dresden das neue Flughafen-Terminal. Zudem wurde eine Vielzahl ergänzender Arbeiten an der Infrastruktur des Flughafens fertiggestellt: ein Autobahnzubringer, erweiterte Flugbetriebsflächen, neue Technikhallen, ein Wetterradar sowie Umweltschutzanlagen. Für den Entwurf des Wetterradarturms vergab die Stadt Dresden 2001 den Erlweinpreis an das in Dresden ansässige Architektur- und Stadtplanungsbüro h.e.i.z.Haus.
Im Jahr 2011 wurden 1,92 Millionen Passagiere abgefertigt, die höchste Zahl in der Geschichte.Sächsische Zeitung, Regionalausgabe Pirna vom 5./6. Januar 2008, S. 23