Der Große Preis von Europa 1985 (offiziell Shell Oils Grand Prix of Europe) fand am 6. Oktober auf dem Brands Hatch Circuit in Fawkham statt und war das 14. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1985.
Berichte Hintergrund Da Niki Lauda infolge seines Trainingsunfalls im Rahmen des Großen Preises von Belgien weiterhin verletzungsbedingt ausfiel, übernahm John Watson dessen Cockpit und kam somit rund zwei Jahre nach seinem letzten Einsatz beim Großen Preis von Südafrika 1983 zu einem kurzen Formel-1-Comeback.
Bei Tyrrell wurde der italienische Debütant Ivan Capelli als Nachfolger für den tödlich verunglückten Stefan Bellof engagiert. Somit erweiterte das Team sein Engagement wieder auf zwei Fahrzeuge, während RAM Racing den Rest der Saison mit nur noch einem Wagen bestritt.
In der Fahrerwertung führte Alain Prost mit 16 Punkten vor Michele Alboreto und mit 36 Punkten vor Ayrton Senna. Bei noch drei zu verbleibenden Rennen entschied sich daher die Fahrer-WM zwischen Prost und Alboreto, wobei Prost an diesem Wochenende bereits Weltmeister werden konnte. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit sechs Punkten vor Ferrari und mit 20 Punkten vor Lotus. Hier hatten diese drei Teams noch realistische Chancen auf den Titel.
Mit Nelson Piquet und Prost (jeweils einmal) traten alle ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Prost gewann dabei den Großen Preis von Europa 1984 als dieser auf dem Nürburgring ausgetragen wurde.
Training Zum sechsten Mal in dieser Saison sicherte sich Senna im Lotus 97T die Pole-Position. Brabham-Pilot Piquet qualifizierte sich für den zweiten Startplatz vor den beiden Williams-Teamkollegen Nigel Mansell und Keke Rosberg. Die dritte Reihe wurde von Philippe Streiff und Prost gebildet. Da sich dessen einzig verbliebener Konkurrent um den Titel, Alboreto, nur für den 15. Startplatz qualifizierte, standen die Chancen für Prost gut, sich an diesem Wochenende vorzeitig seine erste Weltmeisterschaft zu sichern.
Rennen Bereits nach wenigen Metern standen Prosts Chancen auf den vorzeitigen Gewinn des WM-Titels, die sich aus der Startaufstellung ergeben hatten, zunächst deutlich schlechter, da er dem mit Problemen gestarteten Rosberg ausweichen musste, dabei auf den Rasen neben der Strecke geriet und auf den 14. Rang zurückfiel, während sein Kontrahent Alboreto nach einem guten Start auf Rang neun lag. Senna führte das Rennen nach der ersten Runde vor Rosberg, Piquet und Mansell an.
In der siebten Runde drehte sich Rosberg beim Versuch, Senna in der Surtees-Kurve zu überholen. Piquet kollidierte daraufhin mit dem Williams FW10 und schied aus, während Rosberg, der lediglich einen Reifenschaden davongetragen hatte, das Rennen nach einem Boxenstopp fortsetzte. Er verließ die Boxengasse wenige Meter vor dem herannahenden Senna, der ihn somit zunächst nicht überrundete. Daraufhin blockierte Rosberg den Lotus-Piloten absichtlich, um seinem Teamkollegen Mansell, der auf dem zweiten Rang hinter Senna folgte, einen Vorteil zu verschaffen. In der neunten Runde konnte dieser den Brasilianer tatsächlich überholen.
In der zwölften Runde schied Alboreto aufgrund eines Schadens am Turbolader aus, wodurch Prost, der sich zwischenzeitlich wieder bis auf den sechsten Rang nach vorn gekämpft hatte, ein fünfter Rang genügte, um als Weltmeister festzustehen. Er wurde zwar während der folgenden Runden durch Jacques Laffite sowie Stefan Johansson auf den siebten Rang verdrängt, wurde jedoch am Ende Vierter und gewann den Titel. mini|Nigel Mansell während des Trainings mini|Ayrton Senna während des Trainings mini|Keke Rosberg während des Trainings mini|Weltmeister Alain Prost während des Trainings Mansell gewann seinen ersten Grand Prix vor Senna und Rosberg. Zuvor hatte Marc Surer einige Runden auf dem zweiten Platz gelegen, bevor er in Runde 63 aufgrund eines Turboladerschadens ausgeschieden war.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/2B TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t 2 3 Tyrrell 014 Renault EF4B 1.5 V6t 4 5 Williams FW10 Honda RA163-E 1.5 V6t 6 7 Brabham BT54 BMW M12/13 1.5 L4t 8 9 RAM 03 Hart 415T 1.5 L4t 11 Lotus 97T Renault EF4 1.5 V6t 12 15 Renault RE60B Renault EF15 1.5 V6t 16 17 Arrows A8 BMW M12/13 1.5 L4t 18 19 Toleman TG185 Hart 415T 1.5 L4t 20 22 Alfa Romeo 184TB Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 23 24 Osella FA1G 25 Ligier JS25 Renault EF4B 1.5 V6t 26 27 Ferrari 156/85 Ferrari 031 1.5 V6t 28 29 Minardi M185 Motori Moderni 615-90 1.5 V6t 30 Zakspeed 841 Zakspeed 1500/4 1.5 L4t 33 Lola THL1 Hart 415T 1.5 L4t
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:08,020 222,658 km/h 1:07,169 225,479 km/h 1 2 1:09,204 218,849 km/h 1:07,482 224,433 km/h 2 3 1:10,537 214,713 km/h 1:08,059 222,530 km/h 3 4 1:09,277 218,618 km/h 1:08,197 222,080 km/h 4 5 1:10,396 215,143 km/h 1:09,080 219,241 km/h 5 6 1:10,345 215,299 km/h 1:09,429 218,139 km/h 6 7 1:09,762 217,098 km/h 1:09,913 216,629 km/h 7 8 1:11,014 213,271 km/h 1:09,904 216,657 km/h 8 9 1:11,530 211,732 km/h 1:10,014 216,317 km/h 9 10 1:11,312 212,379 km/h 1:10,081 216,110 km/h 10 11 1:10,963 213,424 km/h 1:10,251 215,587 km/h 11 12 1:10,918 213,559 km/h 1:10,323 215,366 km/h 12 13 1:11,309 212,388 km/h 1:10,517 214,774 km/h 13 14 1:13,517 206,009 km/h 1:10,570 214,612 km/h 14 15 1:10,877 213,683 km/h 1:10,659 214,342 km/h 15 16 1:11,296 212,427 km/h 1:10,731 214,124 km/h 16 17 1:13,048 207,332 km/h 1:10,934 213,511 km/h 17 18 1:12,766 208,136 km/h 1:11,500 211,821 km/h 18 19 1:11,608 211,502 km/h 1:11,638 211,413 km/h 19 20 1:13,024 207,400 km/h 1:12,090 210,087 km/h 20 21 1:12,496 208,911 km/h 1:12,516 208,853 km/h 21 22 1:14,050 204,527 km/h 1:13,084 207,230 km/h 22 23 1:14,355 203,688 km/h 1:13,537 205,953 km/h 23 24 1:16,879 197,000 km/h 1:13,721 205,439 km/h 24 25 1:15,947 199,418 km/h 1:15,054 201,791 km/h 25 26 1:16,842 197,095 km/h 1:15,127 201,595 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheitere Rothengatter an der Qualifikation. 1:16,994 196,706 km/h 1:18,022 194,114 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 75 0 1:32:58,109 3 1:12,583 (60.) 2 75 0 + 21,396 1 1:12,601 (56.) 3 75 1 + 58,533 4 1:12,022 (58.) 4 75 1 + 1:06,121 6 1:11,655 (49.) 5 74 0 + 1 Runde 9 1:13,793 (50.) 6 73 0 + 2 Runden 12 1:14,583 (45.) 7 73 0 + 2 Runden 21 1:14,007 (52.) 8 73 0 + 2 Runden 5 1:14,476 (25.) 9 73 0 + 2 Runden 11 1:14,317 (38.) 10 73 0 + 2 Runden 19 1:14,391 (54.) 11 73 1 + 2 Runden 18 1:13,620 (45.) 12 72 1 + 3 Runden 17 1:14,571 (68.) – 62 0 DNF 7 1:12,862 (38.) – 59 1 DNF 13 1:13,353 (48.) – 58 1 DNF 10 1:11,526 (55.) – 55 0 DNF 25 1:19,150 (26.) – 44 0 DNF 24 1:15,538 (37.) – 40 0 DNF 16 1:14,462 (35.) – 33 0 DNF 20 1:15,595 (26.) – 31 0 DNF 23 1:16,141 (13.) – 16 0 DNF 14 1:15,946 (15.) – 13 0 DNF 22 1:16,390 (9.) – 13 1 DNF 15 1:15,224 (6.) – 6 0 DNF 2 1:14,649 (6.) – 4 1 DNF 8 1:28,545 (4.) – 3 0 DNF 26 1:21,352 (3.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-TAG-Porsche 722Ferrari 533Lotus-Renault 38 4Lotus-Renault 335Williams-Honda 256Williams-Honda 227Brabham-BMW 218Ferrari / Tyrrell-Ford 219McLaren-TAG-Porsche 1410Renault 1111Ligier-Renault 1012Arrows-BMW 1013Brabham-BMW 514Renault 515 †Tyrrell-Ford 416Ferrari 317Ligier-Renault 318Tyrrell-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte19Arrows-BMW 020McLaren-TAG-Porsche 021Ligier-Renault / Tyrrell-Renault 022Alfa Romeo 023Alfa Romeo 024Osella-Alfa Romeo / Toleman-Hart 025RAM-Hart 026Osella-Alfa Romeo 027Minardi-Ford 028Zakspeed 029 †RAM-Hart 030Toleman-Hart 0–Brabham-BMW / Renault 0–Spirit-Hart 0–RAM-Hart 0–Lola-Hart 0–Zakspeed 0–Tyrrell-Renault 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 86 2 773 714 475 266 167 138 109 4 Pos. Konstrukteur Punkte10 011 012 013 014 015 0– 0– 0
Einzelnachweise
Weblinks
Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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