Der Gräppelensee liegt im oberen Toggenburg nordwestlich oberhalb des Dorfes Unterwasser in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann im schweizerischen Kanton St. Gallen.

Beschreibung Der flache See liegt in einer langgezogenen, von Westen nach Osten verlaufenden Mulde zwischen dem Mittelberg im Süden und dem Lütispitz im Norden in einem geschützten Flachmoorgebiet.

Er ist nur zu Fuss erreichbar, die Alpstrasse ist mit einem Fahrverbot belegt. Wanderwege führen in mehrere Dörfer des Toggenburgs, auf den Säntis und über den Windenpass auf die Schwägalp.

Im Gräppelensee kann gebadet werden; am Nordufer befindet sich ein Holzsteg. Am Ostufer steht ein Picknickplatz mit Feuerstelle zur Verfügung. Fischen ist nur unter Auflagen erlaubt.

Der See ist Laichgebiet für zahlreiche Amphibien und Heimat des Pferdeegels sowie einer der wenigen Lebensräume der Kleinen Teichrose in der Schweiz.Christoph Käsermann: Nuphar pomila. (PDF; 716 kB) Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne (Stand Oktober 1999). Bei infoflora.ch abgerufen am 10. Mai 2013.

Klima Westlich des Gräppelensees befindet sich bei der Alp Hintergräppelen in einer Senke zwischen dem Gupf und Oberstofel der vermutlich kälteste Ort der Ostschweiz. Der Rekord liegt bei −38,2 Grad. Selbst im Sommer kann die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinken.Stephanie Martina, Raphael Rohner: Frösteln im Sommer: Ein Abstecher zum kältesten Ort der Ostschweiz. In: St. Galler Tagblatt. 14. August 2019, abgerufen am 8. Mai 2020.

Name Der Name «Gräppelen» lässt sich aus dem vorromanischen Crap (= Fels) sowie dem alemannischen –ila herleiten; ein Beispiel rätoromanisch-alemannischer Sprachsymbiose.Gerold Hilty: Alemannisch und Romanisch im obersten Toggenburg. Zur Sprachgeschichte eines Grenzgebietes der althochdeutschen Schweiz. In: Harald Burger (Hrsg.): Verborum amor. Studien zur Geschichte und Kunst der deutschen Sprache. Festschrift für Stefan Sonderegger zum 65. Geburtstag. de Gruyter, Berlin/New York 1992, ISBN 3-11-011682-0. S. 680–700. Der Name dürfte sich auf den felsigen Mittelberg unmittelbar im Südwesten des Sees beziehen.

Sage Die Sage vom Gräppelensee erzählt die Geschichte eines Mädchens, das der Versuchung widersteht, mit dem Teufel seine Seele gegen einen kostbaren Schatz zu tauschen.. (PDF; 735 kB). Auf der Website der St. Galler Wanderwege.

Flugzeugabsturz Am 28. April 1944 stürzte um 1:15 Uhr ein englischer Bomber des Typs Avro Lancaster oberhalb des Gräppelensees ab. Die Schweizer Flugabwehr und ein deutscher Jäger hatten versucht, ihn abzuschiessen; wer die Maschine traf, ist unklar. Das Flugzeug begann in der Luft zu brennen, explodierte und stürzte in den Hang. Von der achtköpfigen Besatzung konnten sich zwei Mann mit dem Fallschirm retten, die anderen sechs kamen ums Leben. Auf privater Website von A. und J. Walker abgerufen am 10. Mai 2013. An der Unfallstelle erinnert eine Gedenktafel an den Absturz.

Weblinks

Interaktives 360-Grad-Panorama vom Gräppelensee Gräppelensee – Ferienregion Toggenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Wildhaus-Alt St. Johann) SGrappelensee