miniatur|Ehemaliges Kanzleigebäude der japanischen Botschaft, Ansicht von der Godesberger Allee (2013) Die Botschaft von Japan in der Bundesrepublik Deutschland hatte von etwa 1960 bis 1999 ihren Sitz im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Das ehemalige Kanzleigebäude der Botschaft, errichtet 1989/90, liegt im Ortsteil Hochkreuz an der Ostseite der Godesberger Allee (B 9) Ecke Kennedyallee mit der Adresse Godesberger Allee 102–104.
Geschichte miniatur|„Villa Struwe“ in Oberwinter, bis 1962 Residenz des japanischen Botschafters (2014) Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1951 eröffnete Japan eine Botschaft am Regierungssitz Bonn. Sie wurde anfänglich von einem Geschäftsträger geleitet, bis im Januar 1954 der erste bevollmächtigte Botschafter akkreditiert wurde. Die Kanzlei der Botschaft befand sich zunächst, mindestens bis 1955, im Ortsteil Venusberg (Kiefernweg 11/15)Landesverwaltung Schleswig-Holstein, Amt für Inneres (Hrsg.): Amtsblatt für Schleswig Holstein. Jahrgang 1952, 1952, S. 455Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste des diplomatischen Korps in Bonn (Stand: Juli 1953)Bundesministerium der Finanzen (Hrsg.): Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Deutscher Bundes-Verlag, 1953, S. 1072Taschenbuch des öffentlichen Lebens 1955, Festland Verlag GMBH, 1955, S. 134 und zog 1955 an den Nordrand des neuen Parlaments- und Regierungsviertels in ein 1951/52 nach Plänen des Bonner Architekten Wilhelm Denninger erbautes vormaliges Wohnhaus (Wörthstraße 19, heute Tempelstraße) umAdressbuch der Stadt Bonn, 84. Ausgabe (1956), J. F. Carthaus, Bonn 1956, S. 620. (online). Neuer Standort wurde 1961Deutscher Aero-Club: Jahrbuch der Luftfahrt, 1962, S. 155 der spätere Stadtbezirk Bad Godesberg (Kölner Straße 139), in dem die Kanzlei mindestens bis 1977Bundesministerium des Innern (Hrsg.) Die Bundesrepublik Deutschland. Staatshandbuch. Teilausgabe Bund, Teil 1, Verlag Heymanns, Köln 1980, S. 473. ansässig war. Als Residenz der Botschaft, Wohnsitz des Botschafters, diente zunächst die „Villa Struwe“ (Hauptstraße 26) in OberwinterHermann Bauer: . In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1959. Ahrweiler 1958, S. 53–56., von 1962 bis 1973 die Villa Lindenallee 51 im Kölner Stadtteil Marienburg und anschließend ein mehrere Gebäude umfassendes, von dem Industriellen Rudolf Plate (1939–2013Traueranzeige, General-Anzeiger, 30. November 2013) errichtetesHilda Ortiz Lunscken (Hrsg.); Hilda Ortiz Lunscken, Ingeborg Fischer-Dieskau (Fotos: Martin Krockauer): Pour Memoire. To Remind. Zur Erinnerung – Botschafterresidenzen am Rhein. Ortiz-Lunscken Publishers, Bonn 1999, ISBN 3-9806801-0-X, S. 136. Anwesen im Bonner Ortsteil Ippendorf (Quellenweg 6–8) mit einem Grundstück von 1,35 ha.Kleines Protokoll, General-Anzeiger, 11. Mai 1985, Stadtausgabe Bonn, S. 4, Pressemitteilung der Stadt Bonn, 14. Januar 2004Bonner Rats-Informationssystem – Mitteilungsvorlage, 13. Mai 2005Beschlussvorlage – Bonner Rats-Informationssystem Um den Jahreswechsel 1978/79 wurde die Kanzlei innerhalb Bonns in das Bürohochhaus Bonn-Center verlegt, wo sie zuletzt über 65 Mitarbeiter verfügte.Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste der diplomatischen Missionen und anderen Vertretungen in Bonn (Stand: Oktober 1978, Februar 1979)
Seit Ende der 1970er-Jahre plante die japanische Regierung einen Neubau der Botschaftskanzlei an der Bundesstraße 9 im Norden des Stadtbezirks Bad Godesberg. Das spätere Baugrundstück erwarb sie im Jahre 1979. Die Verhandlungen mit der Stadt Bonn über den Neubau begannen im Frühsommer 1986, im März 1987 war das Planungskonzept fertiggestellt.Bauantrag für japanische Botschaft. Sommer 1990 fertig, General-Anzeiger, 13. April 1988, Stadtausgabe Bonn, S. 10 Nach dem Bauantrag vom April 1988 wurde im Mai 1989 mit dem Bau begonnen.Neue japanische Botschaft entsteht in Bad Godesberg, General-Anzeiger, 17. Mai 1989, Stadtausgabe Bonn, S. 8 Er entstand nach einem Entwurf des japanischen Architekten Shosuke Nonaka bei Kosten von 29 Millionen D-Mark. Im Herbst 1990 wurde er als letzter Botschaftsneubau in Bonn fertiggestellt und bezogen, die offizielle Einweihung erfolgte am 15. Mai 1991 und war mit der Pflanzung eines Kirschbaums verbunden.Diplomat: Wir brauchen keinen Schmuck zur Arbeit, General-Anzeiger, 16. Mai 1991, Stadtausgabe Bonn, S. 10
Im Zuge der Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes zog die japanische Botschaft Anfang August 1999Bonner Rats-Informationssystem – Stellungnahme der Verwaltung (PDF; 19 kB), September 2006 nach Berlin um (→ Japanische Botschaft in Berlin). In Bonn wurde zunächst eine Außenstelle der Botschaft mit dem Konsularbezirk Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirk Köln), Rheinland-Pfalz und Saarland belassen, die zuletzt mit einem Botschaftsrat und drei Sekretären besetzt war., Auswärtiges AmtDiplomatische Missionen und konsularische Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland, Stand: September 2002 (Bundesanzeiger Verlag, ) Am 30. Juni 2002 wurde die Außenstelle geschlossen.Botschaft von Japan in Deutschland – Die Japanischen Auslandsvertretungen in Deutschland Anschließend standen die bisherigen Botschaftsgebäude leer. Die ehemalige Residenz im Ortsteil Ippendorf wurde 2005/06 für eine Neubebauung mit Wohnhäusern abgebrochen, das ehemalige Kanzleigebäude konnte im Januar 2006 mit einer zugehörigen Grundstücksfläche von 8.000 m²Japanische Botschaft ist verkauft, Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau, 1. Februar 2006 an einen Bonner Privatinvestor verkauft werden. Heute ist es Standort des „Head Office“ der „DHL FREIGHT GmbH“, einem Tochterunternehmen der Deutsche Post DHL.
Gebäude miniatur|Ansicht aus Nordost Das ehemalige Botschaftsgebäude ist dreigeschossig auf L-förmigem Grundriss errichtet, von einer beigen Granitfassade verkleidet und wird nach oben hin von einem aus Japan importierten Satteldach aus Edelstahl abgeschlossen. In nüchternen Formen gehalten, vereint es Elemente japanischer und europäischer Architektur. Das Gebäude beinhaltet eine Nutzfläche von etwa 4.500 m² und verfügt über eine Tiefgarage mit einer ursprünglichen Kapazität von 80 Autos. Es bestehen zwei Zufahrten, eine von der B 9 (früher für Gäste und Mitarbeiter der Konsularabteilung) und eine weitere von der rückwärtigen Stephan-Lochner-Straße (früher für die restlichen Botschaftsangestellten).Michael Wenzel: Kleine Geschichte(n) Bad Godesberger Botschaften, Bonn, 2. Auflage 2011, S. 64/65. Die Straßenfront wurde von dem kaiserlichen Siegel Japans geschmückt. Zu den landestypischen Eigenheiten des Botschaftsgebäudes gehörte ein Japanischer Garten, der noch in Resten erhalten ist.
Siehe auch Liste der diplomatischen Vertretungen in Bonn (→ Eintrag) Liste der japanischen Botschafter in Deutschland
Weblinks
Einzelnachweise
Japan Bonn Japan Kategorie:Kanzlei einer Botschaft Kategorie:Bürogebäude in Bonn Kategorie:Hochkreuz (Bonn) Kategorie:Godesberger Allee Kategorie:Kennedyallee (Bonn) Kategorie:Gemarkung Friesdorf Kategorie:Erbaut 1990 Kategorie:Organisation (deutsch-japanische Beziehungen) Kategorie:Organisation (Bad Godesberg) Kategorie:Behördengründung 1960 Kategorie:Aufgelöst 1999