Oberbrand (oberfränkisch: Uwa-BrondJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 7. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ūwɒ-brånd“.) ist eine Wüstung. Es ist aber trotzdem ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Hammerschrott liegt in der Gemarkung Höfen.
Lage Der ehemalige Weiler lag am westlichen Rand des Pegnitztals westlich der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Im Norden von Oberbrand liegt der Hasensee. Ein Wirtschaftsweg führt nach Fischstein (0,9 km nördlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (1 km südwestlich), die südöstlich nach Mosenberg bzw. westlich nach Bernheck verläuft. Unterbrand war früher durch eine Straßenbrücke über die Bahngleise erreichbar, in den 2000er Jahren wurde diese durch eine Fußgängerbrücke ersetzt.
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1563 als „Brant“ erstmals schriftlich erwähnt. Der Ortsname Brand verweist auf die Urbarmachung durch Brandrodung.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 7. In der Nähe befand sich die 1243 erstmals erwähnte Veste Rauhenstein, von der heute nur noch ein Turmhügel erhalten ist.A. Schädler: Landkreis Pegnitz, S. 386.
Ober- und Unterbrand lagen im Fraischbezirk von Brandenburg-Bayreuth, was von Pfalz-Bayern strittig gemacht wurde. Niedergericht und Grundherrschaft standen dem bambergischen Amt Neuhaus zu. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ober- und Unterbrand aus zwei Ganzhöfen. Diese gehörten zur Realgemeinde Fischstein.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 158. Von 1791/92 bis 1810 unterstand Brand dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz. Mit dem Gemeindeedikt wurde Oberbrand dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Höfen und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Höfen zugewiesen.
Im Jahr 1960 wurde die Gegend, in der die Orte Fischstein, Oberbrand, Unterbrand und Rauhenstein lagen, in ein Trinkwasserschutzgebiet umgewandelt, da hier neue Quellen zur Trinkwasserversorgung für die Stadt Nürnberg erschlossen wurden. In der Folge mussten die Orte aufgelöst werden. Zwischen 1960 und 1975 wurden alle Anwesen abgebrochen und die Bewohner umgesiedelt. Bei Oberbrand wurde ein Findling als Denkmal mit der Inschrift „Erinnerung an Ober- und Unterbrand 1450–1975“ aufgestellt. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Oberbrand am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 31 18 27 31 25 26 40 25 16 0HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 3 3 3 5 5 0Quelle Dort als Brand aufgelistet.
Religion Oberbrand war römisch-katholisch geprägt und nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten waren nach St. Maria (Velden) gepfarrt.
Bildergalerie
Literatur
Andreas Dimler: Marktgemeinde Neuhaus – Gestern und Heute. Animus Kunstverlag, 1998, ISBN 3-9806507-1-5
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz Kategorie:Wüstung im Landkreis Nürnberger Land Kategorie:Wüstwerdung 1975 Kategorie:Ersterwähnung 1563