mini|Oberst Bridler, Kommandant der Gebirgsbrigade 18 (1914–1918) Otto Bridler (* 9. Mai 1864 in Altnau; † 14. Mai 1938 in Winterthur) war ein Schweizer Architekt und Oberstkorpskommandant. Aus seinem Werk stechen die herrschaftlichen Wohnhäuser für Winterthurer Fabrikantenfamilien besonders hervor.
Leben und Wirken Der aus dem Thurgau stammende Otto Bridler besuchte die Kantonsschule in Frauenfeld, schloss daran eine einjährige baupraktische Tätigkeit in Basel an, bevor er in Stuttgart, Berlin und München Architektur studierte. Während seines Aufenthalts in Stuttgart schloss er sich 1884 der Burschenschaft Alemannia Stuttgart an.Willy Nolte: Burschenschafter-Stammrolle. Berlin 1934, S. 57. In München arbeitete er danach bei Gabriel von Seidl.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde er zusammen 1888 mit Ernst Georg Jung Teilhaber des Büros Jung und Bridler, das nach dessen Ruhestand 1907 zusammen mit Lebrecht Völki in Bridler und Völki umfirmierte. In der Zeit seiner Teilhaberschaft errichtete sein Büro, wohl auch durch seine Heirat 1891 mit Hedwig Sträuli aus der Seifenfabrikantendynastie, historisch bedeutsame Industriellenvillen in Winterthur, ausserdem einige grössere öffentliche Bauten, etwa das Empfangsgebäude des Bahnhofs oder die Heilstätte in Wald.
Der entwerferische Anteil Bridlers in diesem Büro lässt sich nicht ganz klären, auch da er ab 1886 eine militärische Karriere begann, die ihn ab dem Beginn des Ersten Weltkriegs ganz in Anspruch nahm. Ab 1917 überliess er die Leitung des Büros daher ganz seinem Partner, das dieser etwa ab 1920 nur noch unter dem eigenen Namen betrieb. Von 1917 bis 1924 führte er als Oberstdivisionär die 6. Division und dann bis 1931 als Oberstkorpskommandant das 2. Armeekorps. 1931 bis 1938 lehrte er an der ETH Zürich Militärgeografie. 1932 nahm er als Schweizer Delegierter an der Genfer Abrüstungskonferenz teil.
Werke (Auswahl) Mit Ernst Georg JungDie Werke werden im Architektenlexikon aufgelistet in: Regula Michel: Jung, Ernst Georg. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2. S. 302 f. Villa Rychenberg, Winterthur, 1887–1888 Schloss Wart, Neftenbach, 1889–1891 Hauptbahnhof Winterthur, Um- und Neubau, 1894–1895 Villa Kjelsberg, Neubau, 1898 Kantonale Heilstätte, Wald ZH, 1899–1901 Freimaurerloge Akazia, Winterthur, 1903–1904 Verwaltungsgebäude Gebrüder Volkart, Winterthur, 1903–1905
Mit Lebrecht VölkiDie Werke werden im Architektenlexikon aufgelistet in: Franziska Kaiser: Völki, Lebrecht. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz - 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2. S. 554.
Villa Obere Halden, Winterthur, 1907 Villa Sträuli, Winterthur, 1908 Villa Blumenhalde, Winterthur, 1909 Villa Selvana, Winterthur, 1909 Krematorium Friedhof Rosenberg, Winterthur, 1909–1910 Schulhaus Heiligberg, Winterthur, 1909–1912 Kirchgemeindehaus Stadt, Liebestrasse Winterthur, 1912–1913 Museum für Geschichte und Völkerkunde, St. Gallen, 1913–1920 Buchdruckerei Winterthur, Winterthur, 1915 Schweiz. Bankgesellschaft, Rapperswil, 1915–1920 Villa Oberes Alpgut, Winterthur, 1916–1920
Literatur Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 91. Franziska Kaiser: Bridler, Otto. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2. S. 92 f.
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