mini|Dresden 1963. Luftbild, Ernst-Thälmann-Straße im Vordergrund, Kreuzkirche mit Altmarkt und Neues Rathaus mit Rathausturm im Hintergrund. Postkarte des Brück & Sohn Kunstverlags.mini|Freiberg. Chemisches Institut für Anorganische Chemie der Bergakademie. Erbaut 1951–1954. mini|Freiberg. Chemisches Institut für Anorganische Chemie der Bergakademie. Vestibül. Erbaut 1951–1954. mini|Dresden um 1960. Südliche Bebauung der Ernst-Thälmann-Straße kurz nach Fertigstellung des Bürohochhauses am Pirnaischen Platz. mini|Dresden. Innenhof im Block B-Süd der Ernst-Thälmann-Straße. Erbaut 1957–1958. mini|Dresden. Gänsediebbrunnen in der Weißen Gasse. Im Hintergrund die Neubauten Weiße Gasse 1–8. Erbaut 1956–1958. mini|Dresden-Johannstadt. 25. Juli 1960. Wohnhochhaus und Wohnzeile an der Striesener Straße. Beide erstellt basierend auf Typenentwürfen für das Wohnungs-Sonderbauprogramm in Dresden-Johannstadt. mini|Dresden 1961. Schüler zeichnen am Rande der Baugrube für die nordöstliche Neubebauung der Ernst-Thälmann-Straße. Jenseits der Straße die Bebauung Ernst-Thälmann-Straße 3–7. Erbaut 1958–1961. mini|Dresden 1972. Verkehrslärmmessung am Pirnaischen Platz. Im Hintergrund das Bürohochhaus Ernst-Thälmann-Straße 3 und die Neubauten Ringstraße 3–11. mini|Dresden. Springbrunnen auf der nordöstlichen Seite der Ernst-Thälmann-Straße. Im Hintergrund die Bebauung Ernst-Thälmann-Straße 3–7. Erbaut 1958–1961. mini|Dresden. Schaufenster Löwenapotheke. Südliche Bebauung Ernst-Thälmann-Straße 5. Erbaut 1958–1961. Löwenplastik von Wilhelm Lachnit. mini|Dresden. Kinderfries am Eckhaus Gewandhausstraße. Erbaut 1956–1958. mini|Dresden. Neues Rathaus mit dem 1962–1965 wiederaufgebautem Festsaalflügel. mini|Dresden. Portal des 1962–1965 wiederaufgebauten Festsaalflügels des Neuen Rathauses. Im Vordergrund einer der beiden Schildlöwen von Georg Wrba. mini|Dresden. Portalfassade des 1963–1965 wiederaufgebauten Landhauses. mini|Dresden 1965. Blick zum Georgentor. Wiederaufgebaut 1963–1966.

Herbert Terpitz (* 8. März 1903 in Radeberg; † 18. Juni 1967 in Dresden)Deutsche Architektur, 16. Jahrgang 1967, S. 631. war ein deutscher Architekt. Die Bauten des Wiederaufbaus im Dresdner Stadtzentrum, die ab 1954 durch von ihm geleitete Planungskollektive des Entwurfsbüros für Hochbau Dresden I in unterschiedlicher personeller Zusammensetzung realisiert wurden, insbesondere der Festsaalflügel des Neuen Rathauses und das Ensemble von Wohn- und Geschäftsbauten zwischen Pirnaischem Platz, Ernst-Thälmann-Str., Weißer Gasse und Kreuzstraße gehören mit zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen der Spätmoderne im Dresdner Stadtzentrum.

Leben und Wirken Ausbildung und Studium Nach Besuch der Realschule in Radeberg und des Realgymnasiums in Riesa absolvierte Terpitz ein Studium der Bautechnik an der von Martin Hammitzsch geleiteten Sächsischen Staatsbauschule für Hochbau und Tiefbau in Dresden, das er 1925 abschloss. Die theoretische Ausbildung erfolgte in den Wintersemestern. In den Sommersemestern sammelte er praktische Erfahrung als Maurerlehrling und später als Geselle.Dresdner Neueste Nachrichten., 26. September 1938, S. 4. Es folgten Anstellungen von 1925 bis 1926 als Bautechniker bei den Baumeistern Löhnert und Röschke in Bautzen, von 1926 bis 1927 als Jungarchitekt bei Rumpel und Krutzsch in Dresden sowie von 1927 bis 1929 als Architekt und Bauleiter bei Lossow und Kühne.

Von 1929 bis 1933 studierte Terpitz Architektur an der Kunstakademie Dresden bei Wilhelm Kreis im Atelier für Baukunst, von 1932 bis 1933 als dessen Meisterschüler.Altner: Dresden. Von der Königlichen Kunstakademie zur Hochschule für Bildende Künste. 1990, S. 657. Von den Auswirkungen der im Herbst 1929 weltweit beginnenden und in Deutschland durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten ab 1933 durch die von diesen erwirkten Allokationsmechanismen wieder abflauenden Weltwirtschaftskrise war Terpitz somit nicht als praktizierender Architekt betroffen. Bedingt durch eine Regelung der Gasthörerschaft zwischen der Kunstakademie und der Technischen HochschuleJulia Witt. Architektur oder Baukunst? Die Architekturklassen an den deutschen Kunstakademien in den 1920er-Jahren. In: Philipp Oswalt (Hg.) Hannes Meyers neue Bauhauslehre. Von Dessau nach Mexiko. Bauwelt Fundamente 164, 2019. besuchte Terpitz zudem als Hospitant Vorlesungen und Seminare an der TH Dresden.

Das baukunstbezogene Studium der Architektur an der Akademie war in Abgrenzung zur wissenschaftlich-technischen Ausbildung an der Technischen Hochschule im Wesentlichen für jene Studierenden angelegt, die auf dem Weg der Berufsbildung bereits baupraktische Kenntnisse erlangt hattenNeue Bauten und ein Brief von Wilhelm Kreis, Präsident des BDA. In: Wasmuths Monatshefte für Baukunst, XIII. Jahrgang, 1929, S. 242–250. – meistens über das berufsbegleitende Studium der Bautechnik an den Staatsbauschulen.Christa Bächler: Die Akademie der Bildenden Künste zwischen Novemberrevolution und faschistischer Machtübernahme. In: Dresden. Von der Königlichen Kunstakademie zur Hochschule für Bildende Künste. 1764–1989. Die Geschichte einer Institution. Dresden, 1990.

Wilhelm Kreis hatte 1926 zeitgleich mit der Auftragserteilung für den Bau des Deutschen Hygiene-Museums die Nachfolge von Heinrich Tessenow in der Lehre an der Akademie angetreten. Das sächsische Staatsministerium für Volksbildung hatte sich sehr um die Besetzung der vakanten Stelle durch den seinerzeit sehr prominenten und beliebten Kreis bemüht. Es wurde ihm nicht nur ein deutlich höheres Jahresgehalt als Tessenow gezahlt, sondern auch die unter seinem Vorgänger gestrichene Assistentenstelle wiedereingerichtet. Bis 1933 besetzte Kreis diese Assistenz mit dem Schweizer Hans Hohloch, einem ehemaligen Studenten aus seiner Lehrzeit an der Akademie in Düsseldorf.Altner: Dresden. Von der Königlichen Kunstakademie zur Hochschule für Bildende Künste. 1990, S. 290. Um einen großen Praxisbezug in der Lehre bemüht, verfolgte Kreis ebenso wie sein Vorgänger das Werkstattprinzip, also die Mitarbeit der Studenten in den höheren Semestern an seinen Aufträgen. Von den Studenten in den frühen Semestern ließ er in einer systematischen Reihenfolge Aufgaben aus allen Bereichen des Bauens bearbeiten. Da er großen Wert auf eine Erziehung zum kollektiven Handeln und Denken legte, ließ er die Aufgaben meistens in Form von Studentenwettbewerben durchführen. Stets drang er auf eine technisch-konstruktive Durchbildung der Entwürfe, ohne dass jedoch ein „allzu großer theoretischer Ausbildungsapparat den klaren Blick für das Notwendige und Nützliche erschwert“. Kreis propagierte eine sachliche Gestaltung und orientierte sich stilistisch an einem klaren, einfachen Neoklassizismus. Der absoluten Technikgläubigkeit, wie sie damals von vielen Protagonisten der Moderne vertreten wurde, stand er eher verhalten gegenüber:

Im Unterschied zu den radikalen Vertretern des Konstruktivismus und des Funktionalismus lehnte Kreis das baukünstlerische Erbe nicht ab, sondern begriff dieses als Quelle und Referenz. Daher war das Erlebnis historisch bedeutsamer Bauwerke und Kultstätten auf Studienreisen fester Bestandteil seines Lehrprogramms.

Kreis verstand sich als Architekt von Monumentalbauten, als Baukünstler, in Jahrhunderte alter Tradition stehend, und wollte seinen Schülern sein humanistisches Bildungsideal mit auf den Weg geben.

Das Studium bei Kreis hat viele seiner Schüler deutlich geprägt, ideell wie auch stilistisch. Getragen von einer starken Identifikation mit ihrem Lehrer und Mentor, seinen Ideen und Ansätzen, formte sich der „Kreis-Kreis“, ein Interessenzirkel zum fachlichen Austausch von ehemaligen Absolventen und MitarbeiternBaer: Betrachtungen zum Städtebau in Dresden in den fünfziger Jahren. In: Dresdner Hefte. Nr. 28 (April 1991), S. 32., dem Terpitz auch angehörte.

Selbständigkeit und Lehre Aufgrund von ersten Aufträgen und bereits weitreichender Erfahrung konnte sich Terpitz direkt nach seinem Studienabschluss 1933 als freischaffender Architekt in Cossebaude in die Selbständigkeit begeben. Parallel zu den Auftragsarbeiten nahm er regelmäßig an Wettbewerben teil, häufig in Arbeitsgemeinschaft mit ehemaligen Kommilitonen aus der Meisterklasse Kreis.

Zusammen mit Hans Edlich (Atelier in Pirna, Studium bei Kreis 1929–32) nahm Terpitz 1933 an dem Wettbewerb für die Reichsführerschule Neu-Grünwald bei München teil. Den Wettbewerb, der ausschließlich freischaffende Architekten zuließ, die Mitglieder der NSDAP oder des Kampfbundes Deutscher Architekten und Ingenieure (KDAI) waren, hatte die Reichsleitung der NSADP unter Robert Ley ausgeschrieben. Einstimmig entschied das Preisgericht 1934, die Preissumme von 30 000 Reichsmark auf zwei Preiskategorien zu verteilen. Von den insgesamt 700 eingereichten Arbeiten wurden 20 Entwürfe mit je 1 000 Reichsmark und 20 Entwürfe – darunter auch die Arbeit von Terpitz und Edlich – mit je 500 Reichsmark prämiert. Alle Preisträger sowie weitere 60 auch in die engere Wahl gezogene Architekten wurden zu einer zweiten Wettbewerbsstufe eingeladen.Zentralblatt der Bauverwaltung., 54. Jahrgang 1934, S. 247.

Im März 1934 wurde Terpitz neben Horst Grabner als Lehrer für die Wintersemester an die Staatliche Höhere Bauschule für Hoch- und Tiefbau Zittau berufen. In den Sommermonaten betätigte er sich als freier Architekt.Dresdner Neueste Nachrichten., 26. September 1938, S. 4.Der sächsische Erzähler., 10. Oktober 1934, S. 7. Diese Lehrtätigkeit übte er bis 1937 aus.

In Arbeitsgemeinschaft mit Alfred Müller-Moreitz (Leipzig, Studium bei Kreis 1928–32) nahm Terpitz im Herbst 1934 am Wettbewerb für das Gauforum Dresden teil. Auf den Güntzwiesen, zwischen Hygienemuseum und Großem Garten gelegen, sollte der neue Adolf-Hitler-Platz erstellt werden, um den sich die „Monumentalbauten des Staates, der Partei und der Stadt, wie sie aus den Bedürfnissen des Dritten Reiches erwachsen“Zentralblatt der Bauverwaltung, 55. Jahrgang 1935, Nr. 31, S. 593–602., gruppieren sollten. Von den nicht weniger als 277 eingereichten Arbeiten war der Beitrag von Terpitz und Müller-Moreitz bei der Jurierung durch das Preisgericht unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Ernst Zörner und dem Ehrenvorsitz von Gauleiter Martin MutschmannChristiane Wolf: Sinnbild des geschlossenen Gestaltungswillens. Der nationalsozialistische Zukunftsentwurf für Dresden. In: Dresdner Hefte., 25. Jahrgang, Heft 92, 4/2007, Stadtvisionen für Dresden. Vom Barock bis zur Gegenwart., S. 52. 1935 ursprünglich für den 1. Preis vorgesehen gewesen.Dresdner Neueste Nachrichten., 7. Juni 1935, S. 4. Nach Entschlüsselung der Autorenschaft der Wettbewerbsbeiträge wurde die Arbeit jedoch aus der offiziellen Bewertung ausgeschlossen und nur mit einem Ankauf außer Wertung bedacht (dotiert mit 1 000 Reichsmark), weil Müller-Moreitz nicht Mitglied in der Reichskammer der bildenden Künste war.Wolf: Gauforen – Zentren der Macht. Zur nationalsozialistischen Architektur und Stadtplanung. 1999, S. 130–134.Hirschmann: Der Dresdner Wettbewerb. In: Deutsche Bauzeitung. Jahrgang 1935, Heft 25, S. 483 f.Der Freiheitskampf. Amtliche Tageszeitung der NSDAP., Nr. 168, Dienstag, 18. Juni 1936, S. 4.

Zusammen mit Horst Grabner nahm Terpitz 1936 an einem städtebaulichen Wettbewerb für eine Gemeinschaftssiedlung für 5 000 Einwohner auf dem Gelände des gerodeten Kaditzer Tännichts entlang der Kötzschenbroder Straße teil. Der Beitrag wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet, die Ausführung erfolgte jedoch durch das Städtische Hochbauamt und erstreckte sich bis 1938.Deutsche Bauzeitung., Jahrgang 1939, Nr. 8, S. 254.