mini|hochkant|Georg Restle (2019) Georg Restle (* 1965 in Esslingen am Neckar) ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator. Er war von 2012 bis 2026 Leiter und Moderator des Politmagazins Monitor. Seit 2026 ist er Leiter des ARD-Studios Nairobi.

Leben

Werdegang Restle wuchs in Wernau (Neckar) auf und besuchte das Gymnasium Plochingen. Er studierte von 1987 bis 1993 Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Staatsexamen) und Internationales Recht an der London School of Economics.

Von 1991 bis 1994 war er Herausgeber der rechtspolitischen Zeitschrift Forum Recht, gleichzeitig arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg im Breisgau. Zudem war er Mitglied im Arbeitskreis kritischer Juristinnen und Juristen Freiburg.

Neben journalistischer Tätigkeit bei verschiedenen Tageszeitungen arbeitete Restle auch beim links-alternativen Radio Dreyeckland, Deutschlands erstem Piratensender.

Nach einem Volontariat beim WDR war er als Autor zahlreicher Filme und Magazinbeiträge für WDR und ARD tätig. Im Jahr 2000 wurde er Redakteur beim ARD-Politmagazin Monitor und übernahm dort 2007 die stellvertretende Redaktionsleitung. Von 2010 bis 2012 war er ARD-Korrespondent in Moskau. Im August 2012 kehrte er zu Monitor zurück und übernahm von Sonia Mikich die Moderation und Leitung des Magazins. Am 26. März 2026 moderierte er das Magazin letztmalig.

Als Reporter berichtete er zudem ab März 2022 aus Lwiw und Kiew über den russischen Überfall auf die Ukraine.Georg Restle: Georg Restle, WDR, zzt. Kiew, zu einem möglichen Einsatz chemischer Waffen. tagesschau.de, 12. April 2022

Zum 1. Juni 2026 übernahm Restle die Leitung des crossmedialen ARD-Studios in Nairobi.

Positionen Restle tritt für einen „werteorientierten Journalismus“ ein. Eine neutrale Haltung hält er nicht für möglich und auch nicht für wünschenswert.Georg Restle: , WDRprint Juli/August 2018, abgerufen am 9. März 2022 (nur Nachweis für Medium, Text aus dem Archiv nicht mehr abrufbar). Dieses Selbstverständnis und Restles Teilnahme an politischen Demonstrationen lösten eine Debatte aus, in der ihm vorgeworfen wurde, das Handwerk des Journalismus zu verlassen und politischen Aktivismus statt Journalismus zu betreiben.

Im August 2017 verbreitete sich sein Kommentar in den Tagesthemen zur Flüchtlingspolitik einzelner EU-Staaten viral im Internet. Dabei kritisierte er an einer Vereinbarung mit Niger, Tschad und Libyen die Rückführung von Flüchtlingen in libysche Lager. Er nannte es außerdem eine „Schande“, dass bereits die Durchreise nach Nordafrika von Regimen verhindert werden solle, „die mit europäischen Grundwerten wenig bis gar nichts zu tun haben“.

In einem Kommentar in den Tagesthemen vom 11. Juli 2019 bezeichnete Restle die AfD als parlamentarischen Arm einer rechtsextremistischen Bewegung. Nach einem AfD-kritischen Kommentar wurde Restle nach Angaben des WDR 2019 mit dem Tode bedroht; der WDR erstattete Strafanzeige.„Vielen Redaktionen dämmert inzwischen, dass sie sich um den Nachwuchs bemühen müssen“, in: Journalist, 9.2019, Seite 30.

Kontroverse Restle teilte am 6. August 2026 auf X die Behauptung des amerikanischen Politikprofessors Stephen Zunes in der US-Zeitschrift The Nation, die Migrationskrise in Ceuta im Juli 2026 sei „weder eine echte humanitäre Krise noch Teil eines antikolonialen Kampfes, sondern Teil der Bemühungen des immer stärker werdenden US-israelisch-marokkanischen Bündnisses (…), eine progressive europäische Regierung zu schwächen, Europa zu spalten und das Völkerrecht zu untergraben“.Im Original: „neither a genuine humanitarian crisis nor part of an anti-colonial struggle, but part of efforts by the growing US-Israeli-Moroccan nexus (…) to weaken a progressive European government, divide Europe, and undermine international law.“ Zunes berief sich hierbei auf politische Spannungen zwischen Spanien und den USA sowie Israel, wegen Spaniens Haltung zum Irankrieg und zu Palästina. Ein Mitglied des WDR-Rundfunkrats reichte eine Beschwerde über Restle beim Sender ein. Restle gestand später ein, „dass es ein Fehler gewesen sei, das Zitat aus dem von ihm verlinkten Text kommentarlos wiederzugeben“. Der Sender äußerte: „Gegen die persönlichen und zum Teil ehrverletzenden Angriffe in der Öffentlichkeit nimmt der WDR Georg Restle ausdrücklich in Schutz.“ Restle habe eingeräumt, es sei ein Fehler gewesen, das Zitat kommentarlos wiederzugeben; diese Ansicht teile der WDR.Michael Hanfeld, Theorien zu Ceuta: ARD-Korrespondent Georg Restle zündelt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. August 2026, S. 9.

Schriften mit Andreas Fischer-Lescano:

Auszeichnung Restle erhielt stellvertretend für die Redaktion von Monitor den Grimme-Preis 2020 in der Kategorie „Besondere Journalistische Leistung“.Volker Herres: Grimme-Preis 2020: ARD erhält acht der insgesamt 17 Auszeichnungen. Das Erste, Abruf am 9. März 2022

Weblinks

Opposition ist kein Mist, SZ-Porträt März 2017

Anmerkungen

Einzelnachweise

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