Howard Robert Horvitz (* 8. Mai 1947 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Entwicklungsbiologe.

Er ist Professor für Biologie am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA. 2002 erhielt er zusammen mit Sydney Brenner und John E. Sulston den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Aufdeckung der Mechanismen des programmierten Zelltods (Apoptose).

Leben Horvitz’ Großeltern waren jüdische Einwanderer aus Russland und Galizien. Sein Vater, zunächst einfacher Verwaltungsangestellter, begann ein Abendstudium der Chemie, das er aber aus finanziellen Gründen abbrach. Später wurde er Steuerberater. Seine Mutter arbeitete als Lehrerin, Horvitz erinnert sich an eine Familie, in der der Erwerb von Bildung und wissenschaftliche Neugier hoch geachtet wurden.

Sein Vater starb 1989 an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), was H. Robert Horvitz veranlasste, diese degenerative Nervenkrankheit zu erforschen.

Wissenschaftlicher Werdegang 1972 Studienabschluss als M.A. in Biologie an der Harvard-Universität 1974 Dissertation in Biologie, ebenda 1978 Assistenzprofessur in Biologie am Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA Seit 1986 ist er dort Professor für Biologie, außerdem seit 1988 Forscher am dortigen Howard Hughes Medical Institute und am Massachusetts General Hospital.

Wissenschaftliche Arbeiten Von 1974 bis 1978 arbeitete Horvitz am Laboratory of Molecular Biology (LMB) in Cambridge, UK. An diesem Institut hatte John E. Sulston zusammen mit Sydney Brenner die embryonale Zellentwicklung des Wurms Caenorhabditis elegans soweit aufgeklärt, dass die Entstehung aller 959 Zellen bekannt war. Dabei hatte sich gezeigt, dass 131 Zellen zwar während der embryonalen Zellentwicklung gebildet wurden, aber im späteren Wurm nicht mehr vorhanden waren, weil sie einem „genetisch programmierten Zelltod“ (Apoptose) unterlagen.

In weiteren Arbeiten hat Horvitz Details dieses Mechanismus und seiner genetischen Programmierung untersucht. Die Mechanismen der Apoptose erwiesen sich von C. elegans, dem einfachst aufgebauten Tier mit einem Nervensystem, als auf den Menschen übertragbar. Störungen im Ablauf sind verantwortlich für manche Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen und neurodegenerative Krankheiten, zu denen auch die Alzheimersche Krankheit gehört.

Auszeichnungen W. Alden Spencer Award, 1986 National Academy of Sciences Award in Molecular Biology, 1988 Aufnahme in die National Academy of Sciences, 1991 Hans-Sigrist-Preis, 1994 Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences, 1994 Alfred P. Sloan, Jr. Prize, 1998 Gairdner Foundation International Award, 1999 Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis, März 2000 (mit John Kerr) Prix Charles-Léopold Mayer, 2000 Louisa-Gross-Horwitz-Preis, 2000 March of Dimes Prize in Developmental Biology, 2000 Genetics Society of America Medal, 2001 Wiley Prize in Biomedical Sciences, 2002 Gruber-Preis für Genetik, 2002 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, 2002 Aufnahme in die American Philosophical Society, 2004 Mendel Medal der Genetics Society, 2007

Literatur Gisela Baumgart: Horvitz, H. Robert. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 619 f.

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Einzelnachweise

Kategorie:Zellbiologe Kategorie:Entwicklungsbiologe Kategorie:Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin Kategorie:Träger des Canada Gairdner International Award Kategorie:Träger des Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preises Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Absolvent der Harvard University Kategorie:Absolvent des Massachusetts Institute of Technology Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Träger des Louisa-Gross-Horwitz-Preises Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann