Max Ferdinand Eduard Wentscher (* 12. Mai 1862 in Graudenz; † 29. September 1942 in Bonn) war ein deutscher Philosoph.

Leben Max Wentscher wurde 1862 in Graudenz geboren als Sohn des Kaufmanns Karl Wentscher († 1889) und dessen Frau Maria, geb. Elsner († 1898). Er besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg und machte dort 1881 sein Abitur. Von 1881 bis 1887 studierte er Mathematik, Physik und Philosophie in Berlin, Freiburg, Halle-Wittenberg und Leipzig. 1893 wurde er mit der Arbeit "Lotze's Gottesbegriff und dessen metaphysische Begründung" in Halle-Wittenberg promoviert. 1897 habilitierte er in Bonn. Bis 1904 war Privatdozent und Titularprofessor in Bonn. Von 1904 bis 1906 war er außerordentlicher Professor in Königsberg, von 1906 bis 1918 wieder in Bonn. Von 1918 bis zu seiner Emeritierung 1933 war er ordentlicher Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Bonn. Seine Hauptarbeitsgebiete waren Ethik und Philosophiegeschichte.

Wentscher war evangelisch und seit 1897 verheiratet mit der Philosophin Else Wentscher (1877–1946), die die Werke von John Stuart Mill ins Deutsche übersetzte. Das Ehepaar hatte die Tochter Charlotte (* 1898) und den Sohn Heinz (* 1903). Eine Verwandtschaft mit den auch aus Graudenz stammenden Malern Julius Wentscher und Herbert Wentscher ist anzunehmen.

Werke (Auswahl) Geschichte der Ethik (1931); Bd. 3 der Reihe Geschichte der Philosophie in Längschnitten von Willy Moog, Berlin: Junker und Dünnhaupt, 11 Bde. Metaphysik (1928), Berlin: W. de Gruyter & Co. Pädagogik (1926), Berlin: W. de Gruyter & Co. Fechner und Lotze (1925), München: E. Reinhardt Erkenntnistheorie (1920), Berlin: Vereinig. wiss. Verl., Sammlung Göschen, 2 Bde. Hermann Lotze (1913), Heidelberg: Winter Das Problem der Lehrfreiheit (1907), Heidelberg: J. C. B. Mohr Einführung in die Philosophie (1906), Berlin: Göschen; 4. Neudr. 1916, id. Ethik (1902/1906), Leipzig: Johann Ambrosius Barth, 2 Bde. Über physische und psychische Kausalitat und das Prinzip des Psycho-physischen Parallelismus (1896), Leipzig: Johann Ambrosius Barth

Literatur Christian Tilitzki: Die Geschichte der deutschen Universitätsphilosophie, 2002 Horn, Klaus-Peter: Erziehungswissenschaft in Deutschland im 20. Jahrhundert. Zur Entwicklung der sozialen und fachlichen Struktur der Disziplin von der Erstinstitutionalisierung bis zur Expansion, Julius Klinkhardt, 2003, S. 374 Wilhelm Kosch, Heinz Rupp, Carl Ludwig Lang (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch, dritte, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 30: Weiss – Werdum. De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-023159-5, S. 627; Hier: Deutsches Literatur-Lexikon Online. Christian Tilitzki: Catalogus Professorum: Bio-Bibliographisches Verzeichnis der Professoren, Dozenten, Lektoren, Bibliothekare der Albertus-Universität Königsberg 1871–1918. In: Die Albertus-Universität Königsberg. Ihre Geschichte von der Reichsgründung bis zum Untergang der Provinz Ostpreußen (1871-1945). Band 1: 1871–1918, Akademie-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, S. 640–641.

Einzelnachweise Das Deutsche Literatur-Lexikon sowie der Catalogus Professorum … der Albertus-Universität Königsberg nennen abweichend als Sterbeort Wittlich / Eifel (siehe Literatur). Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen. 10. Ausgabe, Berlin 1935, S. 345.

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