Counter-Strike: Global Offensive (kurz CS:GO) war ein kostenfrei spielbarer Online-Taktik-Shooter von Valve und Hidden Path Entertainment. Der vierte Teil der Counter-Strike-Reihe erschien im August 2012 für Windows, macOS, Xbox 360 und PlayStation 3, wobei die Veröffentlichung für PlayStation 3 in Europa ausblieb. 2014 folgte eine Umsetzung für Linux. Es erschienen regelmäßig Aktualisierungen mit neuen Inhalten. Mit Erscheinen des Nachfolgers Counter-Strike 2 am 27. September 2023 wurde der Betrieb von Global Offensive eingestellt.
Im Spiel traten bis zu 20 Kontrahenten aufgeteilt in Terroristen und Anti-Terror-Einheit in neun verschiedenen Spielmodi mit jeweils unterschiedlichen Zielvorgaben gegeneinander an. Die gängigsten beiden Varianten ließen die Terroristen einen Sprengsatz zur Detonation bringen oder die Anti-Terror-Einheit eine Gruppe Geiseln befreien, während die Gegenseite dies jeweils zu verhindern versuchte.
Global Offensive wurde von Kritikern positiv aufgenommen und war, wie bereits seine Vorgänger, eine beliebte Disziplin im E-Sport.
Spielprinzip Wie in Counter-Strike-Spielen üblich, wird ein Gefecht auf einem begrenzten Spielfeld (Map) zwischen zwei Gruppen, Terroristen (Terrorists, kurz: T) und einer Antiterroreinheit (Counter-Terrorists, kurz: CT), mit Waffen und taktischen Ausrüstungen (zum Beispiel Schutzwesten) ausgetragen. Die Art des Gefechtes variiert je nach Spielmodus. Der Spieler hat die Möglichkeit online auf offiziellen Servern oder auf von der Steam-Community erstellten Servern zu spielen. Zudem kann der Spieler auch selbst einen Server hosten, auf welchem er alleine, privat mit anderen Spielern und/oder mit Bots spielen kann.
Spielmodi Auf dem offiziellen Spielserver kann der Spieler einen von acht Spielmodi (Deathmatch, Wingman, Fliegender Scoutschütze, Wettrüsten, Zerstörung, Gelegenheitsspiel, Gefahrenzone und Wettkampf) wählen. Danach wird ihm ein passender Server mit den vorgegebenen Einstellungen zugewiesen. Im Privatbereich und auf den Community-Servern können die Spielmodi von diesen Genannten abweichen. Abgesehen von offiziellen Wettkämpfen können die Spieler einem Server jederzeit beitreten oder verlassen und am Ende eines Spiels die nächste Map bestimmen.
Klassisch Der klassische Modus wird in einem von zwei Szenarien gespielt und ist in eine vorher festgelegte Anzahl an Runden unterteilt. Eine Seite muss die Mehrzahl der Runden für sich entscheiden, um als Sieger des Spiels hervorzugehen. Die Spieler beginnen das Spiel in der Startzone ihres Teams. Innerhalb der Zone können Spieler nach Rundenstart für begrenzte Zeit Schusswaffen, Handgranaten und Ausrüstung kaufen. Je nach gespieltem Szenario der Karte hat ein Team sein Ziel innerhalb einer festgelegten Zeit zu erfüllen, die jeweils andere versucht dies zu verhindern. Werden alle Mitglieder eines Teams vor Ablauf der Zeit ausgeschaltet, geht der Rundensieg an das überlebende Team. Auf Karten, die keines der beiden Szenarien implementieren, ist das einzige Spielziel im klassischen Modus das Eliminieren aller Gegenspieler. Bei Ablauf der Zeit endet die Runde unentschieden.
Im Szenario Bombenentschärfung hat die Seite der Terroristen die Aufgabe, C4-Sprengstoff an einem von zwei vorgegebenen Zielorten zu platzieren. Das Scharfmachen dauert etwa drei Sekunden, danach zählt ein Countdown die Zeit bis zur Detonation herunter. Die Spieler der Antiterroreinheit müssen die Detonation durch das Entschärfen der Bombe verhindern. Die Entschärfung beansprucht ohne spezielles Werkzeug zehn Sekunden. Im zweiten Szenario der Geiselbefreiung müssen die Antiterror-Spieler mindestens eine von mehreren auf der Karte platzierten Geiseln in Sicherheit bringen und die Terroristen versuchen dies zu verhindern. Erreicht ein Spieler der Antiterroreinheit eine Geisel, kann er diese mitnehmen und zur ausgewiesenen Rettungszone der Karte tragen, die sich in der Regel innerhalb seiner eigenen Startzone befindet. Der Rettungsvorgang dauert ohne spezielle Ausrüstung vier Sekunden. Geiseln können nicht sterben. Verletzt ein Spieler eine Geisel, wird er mit Geldabzug bestraft.
Wettkampf Der Wettkampf ist der wichtigste Modus des Spiels. Professionelle Counter-Strike-Matches werden fast ausschließlich in diesem Modus ausgetragen. Jede Seite besteht aus fünf Spielern, welche ein Team bilden müssen und damit für den Rest des Wettkampfs zusammenbleiben. Verlässt ein Spieler den Wettkampf, erhält er eine Zeitstrafe für den wettkampfmodus und das zugehörige Team muss mit einem Spieler weniger zu Ende spielen. Bei professionellen Wettkämpfen wird das Spiel in solchen Fällen pausiert oder gar abgebrochen. Das Siegerteam wird im System „Best-of-30“ oder auch „Best-of-16“ ermittelt. Vor dem Start gibt es die bis zu 5 Minuten lange Aufwärmphase, in welcher die Spieler beitreten sollen und sich bereits einspielen können.
Auf E-Sport-Veranstaltungen, die nicht Online ausgetragen werden, ist es üblich sich in der Aufwärmphase in einem Huddle taktisch und mental auf das Spiel einzustimmen. Ein Spiel beginnt auf diesen Turnieren, wenn alle Akteure spielbereit sind. Da viele Maps auf einer Seite leichter zu spielen sind als auf der anderen, werden die Seiten nach der Hälfte der Runden (nach 15 Runden) getauscht. Die Seitenwahl wird im Profibereich oft mit einer Messerrunde bestimmt. Dabei dürfen die Spieler nur mit dem Messer Schaden zufügen. Der Gewinner darf seine Seite für die erste Hälfte wählen. In normalen Wettkämpfen wird die Seitenwahl zufällig bestimmt. Hat eine Mannschaft 16 Punkte erreicht, sodass die andere Mannschaft nicht mehr aufholen kann, endet der Wettkampf (vorzeitig). Ist nach der 30. Runde kein Sieger ermittelt, endet das Match remis. Bei professionellen Wettkämpfen, in welchen ein Sieger notwendig ist, wird um eine bestimmte gerade Rundenanzahl verlängert. Hierbei wird wiederum zur Halbzeit gewechselt. Steht nach einer Verlängerung kein Sieger fest, gibt es eine weitere Verlängerung. Im E-Sports-Bereich sind zudem mehrere Wettkämpfe, die meist hintereinander im „Best-of-3“- oder „Best-of-5“-Modus ausgetragen werden, üblich. Viele Veranstalter von professionellen Turnieren erlauben den teilnehmenden Teams, eine bestimmte Anzahl von Timeouts zwischen den einzelnen Runden zu nehmen.
Valve möchte, dass der Wettkampf auch von Amateuren ernst genommen wird. Darum fordert man die Spieler auf, am kompletten Spiel teilzunehmen. Fällt ein Spieler aus einem Wettkampf aus, hat er einige Minuten Zeit, um sich wieder mit dem Wettkampfserver zu verbinden. Gelingt ihm das nicht oder bricht er freiwillig ab, bekommt er eine Wettkampfsperre. Während dieser bis zu 7 Tagen andauernden Sperre darf der Spieler nicht an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen. Die Maps, auf welcher ein Spieler spielen möchte, kann dieser vorher bestimmen. Zur Auswahl stehen für offizielle Wettkämpfe die Standardmaps und die Community-Maps der jeweiligen aktuellen Operation. Anschließend wird man nach einer Suchzeit zusammen mit den anderen neun Spielern einem Server zugeteilt, dessen Einstellungen mit den Angegebenen übereinstimmen. Die Server versuchen mit Hilfe der sogenannten Skillgruppen, in welche der Spieler nach zehn Wettkampfsiegen eingeteilt wird, die Gesamtstärke beider Teams ausgeglichen zu halten. Im November 2017 wurde ein neues System vorgestellt, mit dem die Server die Spieler gemeinsam zu einem Spiel einteilen, den sogenannten Trust-Factor. Dabei analysieren die Server nicht nur das Spiel betreffende Eigenschaften wie Spielstunden, Wettkampfsiege und Ränge, sondern auch das Verhalten auf Steam allgemein. Damit soll die Zahl der Cheater und Smurfs weiter reduziert werden. Auf der Game Developers Conference 2018 bestätigte Valve, dass man ein Deep-Learning-System mit 1700 Server-Prozessoren namens „VACnet“ einsetzt, um Cheating zu bekämpfen. Trainiert wurde das System mit Einsendungen der Spieler, die durch das Overwatch-System einem Review unterzogen werden.
Im Wettkampfmodus ist Teambeschuss (das mögliche Verwunden oder gar Töten von eigenen Teammitgliedern) und Teamkollision (eigene Teammitglieder wirken wie Hindernisse und müssen umlaufen werden) aktiviert. Letzteres kann ausgenutzt werden, um Räuberleitern zu bilden (boosten).
Der Premier-Wettkampf ist eine besondere Form des Wettkampfs: Statt eine Karte im Vorhinein zu bestimmen, bannen die Spieler in einem Veto Karten, bis eine übrig bleibt, auf der dann gespielt wird. Verfügbar sind nur die sieben Karten der Active Duty, d. h. die Karten, die auf den offiziellen CS:GO-Turnieren gespielt werden. Bis auf diesen Veto-Prozess ist der Premier-Wettkampf identisch zu dem normalen Wettkampf.
Gelegenheitspiel Diese Form des klassischen Modus hat keine Bindung für den Spieler und ist für die Wettkampfvorbereitung geeignet. Dort ist eine maximale Spieleranzahl von 10 Akteuren pro Seite zugelassen. Sind die Teams quantitativ ungleichmäßig verteilt, werden die Teams ausgeglichen. Zudem haben die Spieler die Möglichkeit, das Team zu wechseln. Gewonnen hat die Seite, welche als erste acht Runden gewonnen hat. Teambeschuss und Teamkollision sind abgeschaltet.
Deathmatch Der mit dem Vorgänger Source eingeführte Spielmodus Deathmatch hebt das rundenbasierte System auf, sodass es nunmehr darauf ankommt, in zehn Minuten möglichst viele Punkte zu erspielen. Für Global Offensive ist dieser seit dem 23. Januar 2013 verfügbar. Für die Eliminierung eines Gegners mit einer Schusswaffe erhält man 10–12 Punkte. Die für das Spiel gewünschte Waffe kann vom Spieler auf Wunsch festgelegt oder zufällig vom Server bestimmt werden. Das Erstechen eines Kontrahenten bringt 20 Punkte ein. Die Beihilfe (Assist) zur Neutralisierung verschafft dem Spieler sechs Punkte. Zudem kann man für die Tötung frei auf der Map herumlaufender Hühner einen Punkt je Huhn erlangen. Wird der Charakter getötet, kommt es zur Wiederbelebung. Der Spawnplatz wird zufällig ausgewählt. Mehrmals innerhalb eines Deathmatchs gibt es ein dreißigsekündiges Zeitfenster, in welchem alle Spieler für Eliminierungen mit einer in dieser Zeit angezeigten Waffe (Bonuswaffe) sechs Zusatzpunkte erhalten. In dieser Frist kann jeder Spieler sich einmal mit der Bonuswaffe respawnen lassen. Der Spieler mit den meisten Punkten nach den abgelaufenen zehn Minuten gewinnt.
Wettrüsten Beim Wettrüsten wird der Spieler mit einer vorgegebenen Waffe ausgerüstet und erhält nach zwei verursachten Toden eines Gegenspielers eine andere. Dabei werden dem Spieler in vorher festgelegter Reihenfolge zuerst zwei Scharfschützengewehre zugewiesen, gefolgt von vier Gewehren, einem schweren Maschinengewehr, zwei Maschinenpistolen, vier Pistolen und zwei Schrotflinten. Während die Waffentypen festgelegt sind, ist die tatsächliche Waffe zufällig ausgewählt. Bis auf die CZ75-Auto ist jede Waffe möglich. Nach 15 solcher Stufen muss er einen der Gegner mit einem goldenen Messer töten, um das Spiel zu gewinnen. Ersatzweise können die Gegner auch vorher schon mit dem Messer getötet werden. In einem solchen Fall wird der getötete Gegenspieler eine Runde rückversetzt, man selbst rückt außerdem auf die nächste Waffe vor. Die führenden Spieler beider Seiten werden für die Gegner sichtbar gemacht, wenn sie Schüsse abgeben. Wird der führende Gegner vom Spieler getötet, rückt der Spieler ebenfalls sofort auf die nächste Waffe vor. Dieser Modus wird ohne Sekundärwaffe gespielt. Bereits seit Counter-Strike 1.6 gibt es diesen Modus inoffiziell, welcher serverseitig mittels Mod realisiert wird und dort Gun Game heißt.
Zerstörung