U 95 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.
Einsätze U 95 lief am 20. Januar 1917 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 19. April 1917 in Dienst gestellt. Nach Abschluss der Erprobungs- und Ausbildungsfahrten wurde das Boot im Mai 1917 der IV. U-Flottille in Emden und Borkum zugeordnet.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 139. Erster und einziger Kommandant war Kapitänleutnant Athalwin Prinz (15. April 1917 bis Januar 1918).
U 95 führte sechs Unternehmungen im östlichen Nordatlantik um die britischen Inseln durch.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 123. Dabei wurden 14 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 38.014 Bruttoregistertonnen (BRT) versenkt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 69.Laut www.uboat.net wurden außerdem drei Schiffe mit zusammen 5.862 Tonnen beschädigt. Neben Schiffen der Kriegsgegner wurden auch Schiffe unter Flaggen neutraler Länder angegriffen.uboat.net: WWI U-boat Successes – Ships hit by U 95 (engl.)
Das größte von U 95 versenkte Schiff war das mit Weizen beladene britische Frachtschiff Polyxena mit 5.737 BRT. Die Polyxena wurde am 12. Juni 1917 auf ihrer Fahrt von Australien nach Queenstown (Irland) etwa 57 Meilen westlich von Fastnet versenkt. Dabei kamen sieben Personen ums Leben.uboat.net: Ships hit during WWI – Polyxena (engl.)
Verbleib Am 27. Dezember 1917 verließ U 95 die Ems-Mündung, um auf eine Feindfahrt durch den Ärmelkanal zu gehen. Der letzte Funkkontakt erfolgte am 30. Dezember 1917, als sich U 95 im Ärmelkanal befand. Versenkungen gegnerischer Schiffe am 31. Dezember 1917 und 2. Januar 1918 lassen darauf schließen, dass U 95 zu dieser Zeit noch im Einsatz war.
U 95 sank vermutlich nach einer Kollision mit dem Frachter Braeneil Anfang Januar 1918.
2004 wurde das Wrack vor Kap Lizard gefunden. Man vermutete damals schon, dass es sich bei dem Wrack um U 95 gehandelt haben könnte. Allerdings fanden 1985 französische Taucher vor Hardelot am Pas-de-Calais ein baugleiches U-Boot und hielten dies irrtümlich für U 95.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 91.Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing 1998, S. 42.
Erst im Sommer 2021 wurde der Irrtum aufgeklärt. Die Schrauben aus Manganstahl waren einheitlich für die Serie U 93 bis U 98 vorgesehen. Bei U 93 wurden die Schrauben noch einmal getauscht und bei dem Boot mit Baujahr 1916 Schrauben von 1917 verbaut. Das führte zu einer falschen Identifizierung. Ein britisches Tauchteam bestätigte die Geschichte. U 95 wurde durch den Frachter Braeneil vor Kap Lizard versenkt, U 93 liegt vor Hardelot am Pas-de-Calais.
Literatur Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7.
Weblinks U 95 auf uboat.net U 95 auf wrecksite.eu Seite zum Fund von U 95 (franz.) Gedenktafel für U 95 am U-Boot-Ehrenmal Möltenort Stunning underwater images of sunken U-boat off Lizard show horrors of war Underwater wrecks The U 95, 1918 (Pas-de-Calais)
Belege
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