Félix Paul Gabriel Marten (* 29. Oktober 1919 in Remagen, Deutschland; † 20. November 1992 in La Celle-Saint-Cloud, Frankreich) war ein deutschstämmiger, französischer Schauspieler und Sänger.
Leben und Wirken Der aus dem Rheinland stammende Marten verließ, da er gemäß der NS-Ideologie als „Halbjude“ galt, mit seinen Eltern zur Zeit des Nationalsozialismus Deutschland und lebte fortan in Cachan nahe Paris. Um die Familie finanziell zu unterstützen, begann er bereits mit 15 Jahren zu arbeiten und wurde Verkäufer. Später jobbte Marten auch als Hafenarbeiter und Teppichhändler. Schließlich schrieb er sich bei einem Schauspielkurs von Charles Dullin ein.
Im Zweiten Weltkrieg begann Félix Marten seine künstlerische Laufbahn als Sänger im Cabaret. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und musste in seiner alten Heimat Deutschland als Zwangsarbeiter schuften. Im Februar 1945 überlebte er die Luftangriffe auf Dresden als einziger von einer Gruppe dienstverpflichteter Franzosen. Marten versuchte sich in Richtung Frankreich abzusetzen, wurde aber kurz vor der Schweizer Grenze abgefangen und erneut von der Gestapo vernommen.
Im befreiten Paris setzte Marten, beraten und gefördert von Édith Piaf, seine Gesangstätigkeit fort. Bekannt und beliebt machten ihn seine Interpretationen von Liedern wie La mer und La vie en rose. Wenig später kamen eine Reihe von Filmangeboten hinzu. Marten spielte an der Seite von 50er-Jahre-Stars wie Martine Carol, Viviane Romance, Michèle Morgan und Jean Gabin in faktisch allen gängigen Filmgenres dieser Zeit, ohne jedoch allzu großen Eindruck zu hinterlassen. Sein Hauptbetätigungsfeld blieb bis zuletzt das Chanson; Tourneen führten ihn durch die ganze Welt, u. a. bis nach Bombay und New York City. Im Alter von 70 Jahren zog sich Marten ins Privatleben zurück, seine Abschiedsvorstellung gab Marten 1989 im berühmten Casino de Paris.
Filmografie 1946: Liebesträume (Rêves d’amour) 1950: Hôtel des Artistes (Kurzfilm) 1953: L’œil en coulisses 1953: Versailles – Könige und Frauen (Si Versailles m'était conté) 1955: Liebe unter heißem Himmel (Goubbiah) 1956: Frauen, die man nie vergißt (Pitié pour les vamps) 1957: Dem Sumpf entronnen (Escapade) 1957: Fahrstuhl zum Schafott (L’ascenseur pour l’échafaud) 1958: Die Affären von Madame M (Maxime) 1958: In die Falle gelockt (Délit de fuite) 1959: Nathalie spielt Geheimagentin (Nathalie agent secret) 1959: Le huitième jour 1959: Le Saint mène la danse 1960: Dans la gueule du loup 1961: Inspektor Kent haut auf die Pauke (En plein cirage) 1962: Der Zigeunerbaron 1963: Das leichte Geld der Liebe (La bonne soupe) 1963: Voleur de femmes 1963: Fredo, der Bluffer (Le bluffeur) 1964: La vedovella 1965: La corde au cou 1965: Brennt Paris? (Paris brûle-t-il?) 1967: Der Bulle (Le pacha) 1967: Ray Master, l’inafferabile 1969: Schüsse aus der Manteltasche (Le temps des loups) 1970: Der Erbarmungslose (La horse) 1970: Graf Yoster gibt sich die Ehre (eine Folge der dt. Fernsehserie) 1970: Die Marquise von B. (dt. Fernsehmehrteiler) 1971: Bastos, ma sœur préfère le colt 45 1971: Der Killer und der Kommissar (Le tueur) 1972: Alexander Zwo (mehrteilige dt. Fernsehproduktion) 1974: Mort au Jury (Fernsehfilm) 1977: Foltermühle der gefangenen Frauen (Les raisins de la mort) 1978: Coco la fleur, candidat 1980: Vivre libre ou mourir 1983: Adieu foulards 1983: Baby Cat (Baby Cat) 1986: La rumba 1989: So sind die Tage und der Mond (Il y a des jours...et des lunes) 1992: Die Affäre Seznec (L'affaire Seznec) (Fernsehfilm)
Anmerkung
Literatur Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 238.
Weblinks
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