mini|Blick vom Bahnhof aus auf Bruckberg mit der Pfarrkirche St. Jakobus, im Hintergrund die Nebenkirche St. Paul (Bild vor dem Zeitpunkt der Eröffnung des Seniorenheims St. Nikolaus)

Bruckberg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut, die bis zum 30. April 1978 zum oberbayerischen Landkreis Freising gehörte.

Geografie Geografische Lage Der Ort liegt auf halber Strecke zwischen der oberbayerischen Stadt Moosburg an der Isar und der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut.

Gemeindegliederung

Es gibt 43 Gemeindeteile:

Das gesamte Gemeindegebiet ist vorwiegend ländlich strukturiert. Im Nordwestteil wird Hopfenbau betrieben, ansonsten überwiegt Getreide- und Futterbau.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Das Fundmaterial der vorgeschichtlichen Besiedelung Bruckbergs reicht bis in die Jungsteinzeit (ca. 4000 bis 2000 v. Chr.). Von der nachfolgenden Kupfer- und Bronzezeit (2000 bis 1200 v. Chr.) und der Hallstatt/Eisenzeit (800 bis 500 v. Chr.) künden mehrere Hügelgräber in der Nähe des Bahnhofes. Aus der Keltenzeit stammen die Spuren einer Viereckschanze auf der Erhebung östlich von Almosenbachhorn (um 400 v. Chr.). Funde aus römischer Zeit (etwa 150 n. Chr.) und Ausgrabungen von römischen Grundmauern beweisen das Vorhandensein einer Römerstraße.

Im Jahre 880 machte der spätere Kaiser Arnulf von Kärnten dem Grafen Sighart von Ebersberg eine Schenkung in Bruckberg, die Villa Berga. Im 11. Jahrhundert baute ein Verwandter des Grafengeschlechts von Moosburg-Roning-Rottenburg die Burg Bruckberg. Sie diente zum Schutz eines 1377 erwähnten Isarüberganges.

Um 1130 wird Friedrich von Bruckberg im Gefolge der Wittelsbacher und Grafen von Moosburg erwähnt. Die Bruckberger wohnten bis 1343 in Bruckberg und führten ein Wappen mit Helm und Geierschwinge in weißblauer Farbe.

Nach der Zeit der Bruckberger wechselte das Schloss oft den Besitzer. Zur Zeit Heinrich des Löwen wurden hier wiederholt Gerichtstage abgehalten. Die Obmannschaft Bruckberg unterstand in herzoglich-kurbayerischer Zeit der Herrschaft Isareck im Landgericht Moosburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bruckberg fast völlig durch die Schweden zerstört.

1770 brannte ein großer Teil des Schlosses ab. Es wurde kurz danach wiederhergestellt. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) und im Österreichischen Erbfolgekrieg (1741–1748) sowie in den Napoleonischen Kriegen Anfang des 19. Jahrhunderts litt Bruckberg unter Einquartierungen und Plünderungen. 1808 entstand der Steuerdistrikt Bruckberg, aus dem die Gemeinde Bruckberg hervorging. Seit 1826 waren die Freiherren von Schacky auf Schönfeld Schlossbesitzer. Jetzt ist das Schloss mit sämtlichen Grundbesitz Eigentum der Freiherrn von Korff-Grimm.

Kreiszugehörigkeit und Eingemeindungen Bei der Kreisgebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, gehörte die damalige Gemeinde Bruckberg (mit der am 1. Januar 1972 eingegliederten Gemeinde Bruckbergerau) noch zum oberbayerischen Landkreis Freising. Zum 1. Mai 1978 wechselte sie zum niederbayerischen Landkreis Landshut, zu dem die damaligen Gemeinden Attenhausen, Gündlkofen (mit der am 1. Juli 1972 eingegliederten Gemeinde Tondorf) und Widdersdorf bereits gehörten.

Die heutige wesentlich größere Gemeinde Bruckberg entstand am 1. Mai 1978 durch die Eingliederung der Gemeinden Attenhausen, Gündlkofen (mit der am 1. Juli 1972 eingegliederten Gemeinde Tondorf) und Widdersdorf. Diese neue Gemeinde wechselte zeitgleich am 1. Mai 1978 aus dem Landkreis Freising in den Landkreis Landshut und ist somit Teil des Bezirks und Regierungsbezirks Niederbayern.

Der Gemeindeteil Eckenhausen wurde 1982 nach Furth umgegliedert.

Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 3129 1970 3300 1980 3484 1990 4034 1995 4433 Jahr Einwohner 2000 4820 2005 5037 2010 5021 2013 5203 2014 5232 Jahr Einwohner 2015 5336 2016 5398 2017 5469 2018 5547 2019 5564 Jahr Einwohner 2022 5703 Von 1972, dem Jahr der Gemeindereform, bis 2015 hat sich die Einwohnerzahl um 2058 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 62,78 Prozent.

+ Altersstruktur der Bevölkerung Bruckbergs gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: . Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014 Jünger als 18 18,0 % 18 bis 29 13,7 % 30 bis 49 30,5 % 50 bis 64 22,3 % Älter als 65 15,6 %

Politik Acht Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006

Gemeinderat und Bürgermeister

Das im nebenstehenden Diagramm dargestellte Ergebnis der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat von Bruckberg:

Partei / Liste Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 7 SPD/Wir für unsere Gemeinde 5 Freie Wähler 6 Freie Demokratische Partei (FDP) 1 Zukunft für unsere Heimat 1

Bürgermeister von Bruckberg ist Rudolf Radlmeier (FW). Bei der Bürgermeisterstichwahl am 29. März 2020 erhielt er 63,28 Prozent der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,50 Prozent.[https://okvote.osrz-akdb.de/OK.VOTE_NB/wahl-2020-03-15/09274194/html5/BuergermeisterStichwahl_Bayern_72_Gemeinde_Gemeinde_Bruckberg.html Bürgermeisterstichwahl Gemeinde Bruckberg (Niederbayern) am 29. März 2020, Gesamtergebnis]

Gemeindefinanzen Im Jahr 2020 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 9.641.000 Euro, davon waren 4.862.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Eine weitere Einnahmequelle von Gemeinden sind Schlüsselzuweisungen.

Infolge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Bruckberg stiegen die Schlüsselzuweisungen von 58.336 Euro im Jahr 2015 um 177,4 Prozent auf 161.832 Euro im Jahr 2016.Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015 In den darauffolgenden Jahren bis einschließlich 2020 gab es keine Zuteilung.

+ Schlüsselzuweisungen in Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Gemeinde Bruckberg 58.336 161.832 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 0Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.

Verwaltung / Zweckverbände Die Gemeinde erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen. Einige Verwaltungsaufgaben werden durch interkommunale Zweckverbände wahrgenommen.

Die Gemeinde ist Mitglied in folgenden ZweckverbändenBayerischer Behördenwegweiser - Gemeinde Bruckberg: Mitgliedschaften in Zweckverbänden, online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 2. November 2019.: Regionaler Planungsverband Landshut Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Bruckberg.Dieser Zweckverband entstand zum 1. Januar 2015 durch Zusammenschluss der beiden Zweckverbände „Wasserversorgungsgruppe Bruckberg-Gündlkofen“ und „Attenhausener Gruppe“.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Land- und Forstwirtschaft Das Gemeindegebiet ist vorwiegend ländlich strukturiert. Im Nordwestteil wird Hopfenbau betrieben, ansonsten überwiegt Getreide- und Futterbau. + Betriebsgrößenstruktur in der LandwirtschaftBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Gemeinde Bruckberg 09 274 194 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 6. November 2016 Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe 1999 2010 2020 unter 5 18 1 – 5 bis unter 10 36 25 18 10 bis unter 20 44 27 17 20 bis unter 50 47 24 17 50 oder mehr 4 14 16 Gesamt 149 91 68

Gewerbegebiete In letzter Zeit wurden aber auch größere Betriebe angesiedelt. 2016 wurde im Industriepark nordöstlich von Gündlkofen das BMW, Werk 2.75 Bruckberg, ein zentrales Teilelager der BMW Group eröffnet. Der Industriepark ist auch Standort der merkur frucht Bayern GmbH und der AGROLAB Group.

Breitbandversorgung Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur VerfügungBayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: . Bekanntmachung vom 10. Juli 2014, Az.:75-O 1903-001-24929/14. PDF. Online auf schnelles-internet-in-bayern.de, abgerufen am 28. Juli 2014; für Bruckberg beträgt dieser 880.000 EuroLandshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet, 21. Juli 2014.

Bauen und Wohnen + Bodenrichtwerte 2013/2014Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2013 und 2014. Online auf landkreis-landshut.de, abgerufen am 22. Oktober 2018 Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Ackerland Bruckberg 165 € 165 € 8 € Unterlenghart 130 € 110 € 8 € 45 €SO Wochenendhausgebiet Gündlkofen 160 € 160 € 40 € 8 € 90 €BP GI Bruckberg-Gündlkofen Bruckbergerau 140 € 140 € 8 € Edlkofen 140 € 140 € 30 € 8 € Tondorf 130 € 8 € Attenhausen 60 € 8 € Widdersdorf 60 € 8 € Pörndorf 50 € 8 € Eggersdorf 40 € 8 € Engelsdorf 80 € 8 € Reichersdorf 80 € 8 € Bachhorn 55 € 8 €

Verkehr Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke München–Regensburg. Zum Transport von Bentonit führte von 1932 bis 1961 die Werkbahn Bruckberg vom Bahnhof durch den Ort zu den Tongruben nördlich von Bruckberg. Seit 2021 besteht auch eine Verbindung per Regionalbus nach Landshut, wobei es sich hierbei um eine privat getragene Linie handelt. Der Bus hält dabei an mehreren Haltestellen im Gemeindegebiet.

Bildung und Erziehung Grund- und Mittelschule Bruckberg-Gündlkofen Gemeindliche Kindertagesstätte „Regenbogen“ mit Kindergarten und Kinderkrippe in Gündlkofen Gemeindliche „Kinderkrippe Breitenau“ im Ortsteil Bruckbergerau Gemeindliche „Kindertagesstätte Bruckberg“ (Kinderhort) Kath. Kindertagesstätte Hl. Theresia v. Kinde Jesu Katholischer Hort St. Michael Gündlkofen

Feuerwehren Zum abwehrenden Brandschutz und für Hilfeleistung stehen vier Freiwillige Feuerwehren im Gemeindebereich zur Verfügung. Die Freiwilligen Feuerwehren befinden sich in Attenhausen (Reichersdorf 2024 eingegliedert), Bruckberg-Bruckbergerau (2015 zusammengelegt), Gündlkofen (Tondorf und Widdersdorf 2021 eingegliedert), Pörndorf.

Sport Es gibt auch viele Möglichkeiten Sport zu betreiben in der Gemeinde Bruckberg. Eine davon ist der ortsansässige Verein SC Bruckberg, in dem man neben Fußball auch Turnen, Tennis und Stockschießen ausüben kann.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Bruckberg: Die frühgotische Chorturmkirche wurde um 1900 nach Westen verlängert und um zwei Querarme erweitert. Am Hochaltar von 1770 befinden sich Schnitzfiguren der Heiligen Korbinian und Augustinus. Filialkirche St. Paul in Bruckberg: Die markant auf einer Anhöhe gelegene Kirche wurde im 14./15. Jahrhundert errichtet und enthält Holzfiguren der Heiligen Petrus und Paulus. Schloss Bruckberg: Das Wasserschloss aus dem 13./14. Jahrhundert wurde nach einem Brand im Jahr 1770 verändert. Der Bergfried aus Backsteinen stammt aus dem Mittelalter. Einer der zwei Wassergräben wurde um 1780 trockengelegt. Schlosskapelle St. Nikolaus: Die Kapelle ist ein spätgotischer Bau, der Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts erweitert wurde. Die Deckenfresken von 1760 zeigen Episoden aus dem Leben des hl. Nikolaus. Kuratiekirche St. Stephan in Attenhausen: Sie enthält gotische Heiligenschnitzfiguren von 1480 bis 1500.