Oskar Suffert (* 23. Dezember 1892 in Hannover; † 13. Februar 1974 in Detmold) war deutscher Philologe, Museumsdirektor und Naturschutzbeauftragter.

Leben Nach dem Abitur an der Leibnizschule Hannover 1911 studierte Suffert Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Romanistik, Philosophie und Naturwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Während seines Studiums wurde er 1911 durch den Einfluss seines ehemaligen Hannoveraner Lehrers Rudolf Graefenhain Mitglied des Philologisch-Historischen Vereins, seit 1919 Wissenschaftliche Verbindung Hercynia, die 1921 in der späteren Marburger Burschenschaft Rheinfranken aufging,Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 493. der Suffert dann lebenslang als Alter Herr angehörte.

Sein Studium ruhte während der Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Silberne Verwundetenabzeichen dekoriert.

1920/1921 absolvierte er das 1. Staatsexamen in den Fächern Französisch, Deutsch, Geschichte und Philosophie. Sein Referendariat fand an der Humboldtschule Hannover statt, das er 1922 mit dem 2. Staatsexamen abschloss. 1922 gründete er eine höhere Privatschule in Amelinghausen, die er bis 1924 leitete. Von 1924 bis 1927 war er Studienrat am Reformgymnasium Uelzen. Von 1927 bis 1934 war er Studienrat am Städtischen Lyzeum Detmold.

Suffert war seit 1916 Mitglied im Detmolder Ortsverein des völkischen Deutschbundes, dem Wilhelm Teudt als „Deutschmeister“ vorstand. Stadt Detmold, 2010, abgerufen am 30. April 2013. Er gehörte weiterhin 1928 zu den Mitbegründern von Teudts „Vereinigung der Freunde Germanischer Vorgeschichte“.Christoph Schmidt: Nationalsozialistische Kulturpolitik im Gau Westfalen-Nord: regionale Strukturen und lokale Milieus (1933–1945). Verlag Ferdinand Schöningh, 2006, ISBN 3-506-72983-7, S. 432, Google-Books.Jürgen Hartmann: (PDF; 594 kB) In: Rosenland-Lippe, Dezember 2010, S. 31. Bei Teudts Zeitschrift Germanien war Suffert Schriftleiter.Michael H. Kater: Das „Ahnenerbe“ der SS 1935–1945: Ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches.4. Auflage. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57950-9, S. 105, Google-Books. Er wird für die Zeit von 1927 bis 1935 als „einer der engsten Paladine Wilhelm Teudts“ charakterisiert.Harald Lönnecker: Zwischen Esoterik und Wissenschaft. Die Kreise des „völkischen Germanenkundlers“ Wilhelm Teudt. In: Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung 49, 2004, S. 265–294 burschenschaftsgeschichte.de (PDF; 180 kB).

1934 wurde Suffert zum Direktor des Lippischen Landesmuseums als Nachfolger von Eduard Wiegand ernannt, der aber die Leitung der Lippischen Landesbibliothek und des Lippischen Landesarchivs beibehielt. Seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg absolvierte Suffert im Stalag 326 in der Senne bei Stukenbrock.Roland Siekmann: Sterbende Landschaft? Katastrophenrhetorik in der naturschützischen Wahrnehmung der Senne. In: Frank Uekötter, Jens Hohensee (Hrsg.): Wird Kassandra heiser? die Geschichte falscher Ökoalarme. Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08484-3, Google-Books.

Suffert war 2. Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, im Vorstand des Lippischen Heimatbundes und Mitherausgeber und stellvertretender Vorsitzender bei den Lippischen Mitteilungen.

Suffert war von 1936 bis 1954 Naturschutzbeauftragter des Landes Lippe. Bezirksregierung Detmold. Willi Oberkrome setzte sich kritisch mit Sufferts Arbeit auf diesem Gebiet auseinander und bescheinigte ihm: „Landespflegerische Versäumnisse gründeten in Lippe nicht zuletzt auf Sufferts Unverständnis gegenüber agrar-, forst- und pflanztechnischen Problemen.“Willi Oberkrome: „Deutsche Heimat“ – nationale Konzeption und regionale Praxis von Naturschutz, Landschaftsgestaltung und Kulturpolitik in Westfalen-Lippe und Thüringen (1900–1960). Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71693-X, S. 259 von 666, Google-Books.

Sein Nachfolger als Direktor des Lippischen Landesmuseums wurde 1958 Wilhelm Hansen.

Anfang der 1970er Jahre wurde Suffert zur Ermittlung der enormen Totenzahlen des Lagers Stalag 326 herangezogen, wo er seinen Militärdienst absolviert hatte.

Ehrungen Ehrenvorsitz des Lippischen Heimatbundes

Schriften (Auswahl) Unheilvolle Suggestionen. Altsteinzeitliche Funde in Norddeutschland – Dogmen von 1812–1931 – Germanische Astronomie Steinkreise und Oesterholz (Germanien. 7.1935) Die geologischen und bodenmäßigen Verhältnisse in der Senne (Wissen und Können, Mittblatt für Junggärtner des Kreises Bielefeld-Wiedenbrück, 1948) Die Externsteine als Naturdenkmal (Die Externsteine, 1949)

Literatur

Weblinks Veröffentlichungen von Oskar Suffert im OPAC der Regesta imperii

Einzelnachweise

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